Bergmannstrost Halle beteiligt sich an europäischem Forschungsprojekt

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Als einzige deutsche Klinik beteiligt sich das BG Klinikum Bergmannstrost Halle am europaweiten Forschungsprojekt „Respine“. Das Projekt widmet sich der zell-basierten Therapie degenerativer Bandscheibenerkrankungen. „Ziel ist eine deutliche Schmerzreduktion bei den Patienten, mit sogenannten monosegmentalen Degenerationen an der Wirbelsäule“, erklärt Prof. h.c. (Donau-Universität Krems) Dr. Hans Jörg Meisel, Direktor der Klinik für Neurochirurgie und Leiter des Neurozentrums am Bergmannstrost. Der altersbedingte Verschleiß einzelner Wirbelkörper und der Bandscheibe kann bei den Betroffenen erhebliche Schmerzen verursachen. „Mit der Zelltransplantation von Spenderzellen haben wir jetzt die Möglichkeit direkt die Ursache zu behandeln“, so Meisel. Neben dem halleschen Unfallklinikum beteiligen sich sechs weitere Kliniken und zwei Forschungseinrichtungen in Spanien, Frankreich und Italien an dem Projekt, das die Europäische Union (EU) für dreieinhalb Jahre mit 5,6 Millionen Euro fördert.

Meisel und sein Team engagieren sich bereits seit vielen Jahren in der Forschung zur regenerativen Bandscheibenbehandlung. „Die Teilnahme an dem EU Projekt ist für uns ein weiterer großer Schritt in unserer Arbeit. Eine erste Pilotstudie hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Nun soll in den nächsten Jahren die Wirksamkeit der neuen Therapie systematisch geprüft werden. Im Bergmannstrost startet die Projektarbeit Arbeit 2017.“

Degenerative Erkrankungen der Bandscheiben resultieren aus deren altersbedingten Verschleiß. Strukturveränderungen, abnehmende Dämpfungseigenschaften der Bandscheiben und damit wiederum ein erhöhter Druck auf die Wirbelkörper sind die Folge. Betroffene leiden häufig unter starken Rückenschmerzen, die Auswirkungen auf ihre Lebensqualität, Mobilität und Produktivität haben können. „Bisherige Therapien konzentrieren sich auf die Behandlung mit Schmerzmitteln sowie Physiotherapie, ohne jedoch die Ursachen zu beheben. Chronische Fälle erfordern häufig eine Operation, bei der die Segmente versteift werden, um die Schmerzen zu lindern. Das führt wiederum zu Einschränkungen in der Beweglichkeit der betroffenen Segmente und kann auch die Degeneration in den umliegenden Segmenten beschleunigen“, erläutert Meisel die derzeitige medizinische Situation.

Das BG Klinikum Bergmannstrost Halle gehört mit seinen 574 Betten zu den modernsten Traumazentren in Deutschland. Rund 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Mit seinem Querschnittzentrum, dem Brandverletztenzentrum, dem Neurozentrum, dem Zentrum für Septische Chirurgie und dem Endoprothetik-Zentrum behandelt das Klinikum Patienten auf höchstem medizinischen Niveau. Darüber hinaus stehen die berufliche Rehabilitation und die Wiedereingliederung in das Arbeits- und Lebensumfeld im Vordergrund. Getreu dem Motto „Helfen und heilen mit allen geeigneten Mitteln.“ Die BG Klinikum Bergmannstrost Halle gGmbH gehört zur Unternehmensgruppe der BG Kliniken.

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