Kunststiftung Sachsen-Anhalt macht 366.400 Euro für Förderung von Künstlern locker

Der Stiftungsrat der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt hat die Förderung von 46 Künstlern und Kunstprojekten aus Sachsen-Anhalt beschlossen. Für die Umsetzung der Förderungen wird eine Geldsumme in Höhe von 366.400 Euro zur Verfügung gestellt. Bei der Finanzierung der Fördermaßnahmen wird die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Fördermittelvereinbarung unter anderem von der Kloster Bergesche Stiftung unterstützt. Insgesamt haben sich 103 Künstler, Projekte, Vereine und Theater um die verschiedenen Fördermöglichkeiten beworben. Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt schreibt jährlich Stipendien und Förderungen aus, um Kunst und Kultur in Sachsen-Anhalt gezielt und nachhaltig zu unterstützen. Der nächste Termin für die Abgabe von Anträgen ist der 10. Juni 2017.

Maßgebend für eine Förderung sind Originalität und Realisierbarkeit der Antragsvorhaben. Die vom Stiftungsrat zur Förderung bestimmten künstlerischen Konzepte überzeugten durch die Aussicht auf konstruktive Impulsgebung und nachhaltige Wirkung für die Kunst- und Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt. So wird u.a. das Kunstfestival „sichtbar-zeitgenössische Kunst im Rahmen der Händelfestspiele 2017“ gefördert. Ein Kunstguide zum Festival wird in Halle ansässige Kunstinitiativen gebündelt präsentieren und als Stadtplan für Atelier- und Galerierundgänge fungieren. Im Förderprogramm frei-raum erhält der Projektraum „Black Horses“ einen Zuschuss. Dieser Projektraum ist Ausstellungsraum, Werkstatt und fortlaufendes Restaurierungsprojekt, dessen Raumgefüge und Oberflächen sich kontinuierlich entwickeln. Schwerpunkt der nächsten Ausstellungsreihe „Association for Speculativ Architecture“ ist es, Bereiche aus der Architektur zu beleuchten, die in künstlerische Disziplinen übergreifen und dabei Raum und Raumproduktion sowie den Dialog mit Produktionsprozessen in den Vordergrund rücken.

Der Stiftungsrat hat ferner den Ausbau des bestehenden Förderprofils der Kunststiftung zur Förderung der zeitgenössischen Kunst in Sachsen-Anhalt in den Bereichen Museen, Kunstvermittlung und internationale Stipendien beschlossen. Stärker als bisher kann dadurch eine interdisziplinäre Vernetzung mit regionalen und globalen Denkern, Künstlern und Institutionen auch jenseits der Kunstszene erreicht werden. Die Förderungen durch die Kunststiftung erzeugen einen Mehrwert, der somit kanalisiert und stärker ausgeschöpft wird. So sieht das Konzept zum einen vor, kleine Museen in Sachsen – Anhalt mit Künstlern durch ein Stipendiatenprogramm zu vernetzen, um so eine Stärkung der Sammlungen zu erreichen und einen Weg für die zeitgenössische Kunst zu öffnen. Zum anderen setzt die Stiftung auf die Intensivierung der Vermittlung zeitgenössischer Kunst durch ein Programmformat, welches den Dialog und Diskurs zwischen Heranwachsenden und den Stipendiaten der Kunststiftung ermöglicht. Überdies werden die internationalen Kontakte und das Programm der internationalen Arbeitsstipendien verstetigt. Stärker als bisher werden dazu die Partnerländer bei der Präsentation der Arbeitsergebnisse einbezogen und Ausstellungskooperationen für die Stipendiaten angestrebt.

„Die Kunststiftung fördert durch ihre Stipendien und Projektförderungen die Spielräume der Phantasie und Kreativität. Diese Freiräume zu schaffen und gleichzeitig optimale Strukturbedingungen herzustellen, ist die wichtigste Aufgabe der Kunststiftung. Die zahlreichen nationalen Preise, die die Stipendiaten gerade in den letzten Monaten erhalten haben, sind dabei auch eine Anerkennung der kontinuierlichen Förderpolitik der Stiftung.“, so Staatsministers Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt.

Folgende Vorhaben werden gefördert:

Bildende und Angewandte Kunst:
Rolf Müller: Publikationszuschuss zum Katalog „Unterwegs “
Renate Luckner-Bien: Publikationszuschuss zum Katalog „Renate Heintze. Schmuck“
Andrea Flemming: Publikationszuschuss zum Katalog „Andrea Flemming 2014-2016“
Caterina Behrendt: Zuschuss zum Projekt „Kita meets Künstlerhaus“
Kulturwerk des BBK e.V.: Zuschuss zum Kunstprojekt „Metallwerkstatt Halle 17“
Franca Bartholomäi: Zuschuss zur Ausstellungsbeteiligung „Gabriele-Münter-Preis“
Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche zu Magdeburg: Zuschuss zum Projekt „Max Uhlig – Fenster für die Johanniskirche in Magdeburg – 5. Bauabschnitt, Fenster Süd IV und Ost I“

Darstellende Kunst und Film
ravir film GbR: Zuschuss zur Produktionsförderung „Beyond the Frame – zwischen Berlin und Aleppo“
Theater, Oper und Orchester GmbH: Zuschuss zum Musical „spring awaking“

Musik
Landesmusikrat Sachsen-Anhalt e.V.: Zuschuss zum Musikproprojekt „Mitten wir im Leben sind“
Kurt Weill Fest Dessau GmbH: Zuschuss zum Galakonzert „25 Jahre Kurt Weill Fest“

Interdisziplinäre Vorhaben und Medienkunst
Kirsten Reese: Zuschuss zur Produktion eines Audiospaziergangs „Luther Klang“
Förderverein Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design Zentralwerkstatt Pfännerhall Geisetal: Zuschuss zum Projekt „Kinderlab Pfännerhall“
sichtbar – zeitgenössische Kunst e.V.: Zuschuss zum Kunstfestival „sichtbar – zeitgenössische Kunst im Rahmen der Händelfestspiele“

wage-mutig Kurzfilmförderung
Mirjam Pedersen: Zuschuss zur Filmproduktion „Nemophelia“
Karl Pompe: Drehbuchstipendium „Idling“

frei-raum
Maik Ronz: Zuschuss zum Kunstprojekt „Black Horses – Association for Speculativ Architecture“

Arbeitsstipendien
Ingo Albrecht (Streetart)
Mareen Alburg Duncker (Schmuck)
Anne Baumann (Installation)
Isabel Cole (Literatur)
Willy Dumaz (Design)
Maximilian von Elverfeldt (Design)
Florian Gerstengarbe (Grafik)
Lenia Hauser (Illustration)
Christian Heinicke (Streetart)
Ulrike Kettlitz (Design)
Anna Dorothea Klug (Plastik)
Katharina Kraft (Grafik)
Hannes Lingens (Musik)
Georg Mann (Plastik)
Christine Matthias (Schmuck)
Torsten Richter (Grafik)
Duška Roth (Medienkunst)
Andreas Theile (Plastik)
Anne Trautwein (Design)
Simone Trieder (Literatur)
Lea Sonder (Design)
Maximilian von Elverfeldt (Design)
Maik Wieloch (Streetart)
Ulrike Zabel (Grafik)

Internationales Stipendien
Tel Aviv: Nina Viktoria Naußed
Salvador Bahia: Gunther Schuhmann

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