Stadträte streiten über weitere Strände an der Saale

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Der „Saalestrand“ an der Ziegelwiese wird an warmen Tagen gut angenommen. Die Grünen wollen deshalb die Verwaltung prüfen lassen, ob entlang der Saale nicht weitere Strände eingerichtet werden können. Doch schon allein zur Prüfung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Der Sozialausschuss beispielsweise hat den Prüfauftrag abgelehnt, währen der Planungsausschuss und der Ausschuss für Ordnungs- und Umweltangelegenheiten dem Antrag der Grünen mehrheitlich zustimmten. Dabei geht es zunächst um eine Prüfung. Ob wirklich Strände eingerichtet werden und wo, wäre dann ein neuer Antrag.

Christian Feigl (Grüne) verwies im Planungsausschuss darauf, dass der bestehende Strand bei der Bevölkerung beliebt sei. „Wir können uns verschiedene andere Stellen vorstellen.“ Insbesondere die Uferpromenade am Holzplatz und das Riveufer im Bereich Emil-Eichhorn-Straße gegenüber dem Gasthaus „Krug zum grünen Kranze“ sollen jetzt untersucht werden.

Marion Krischok (Linke) erklärte im Ordnungs- und Umweltausschuss, dass die Forderung nach einem Strand die eine Seite sei. Doch müsste man in diesem Atemzug auch an Toiletten und Stadtmöbel wie Bänke denken. Bauchschmerzen äußerte Eberhard Doege (CDU), die Saale sei kein Badegewässer und entspreche nicht den Hygieneanforderungen. Wenn etwas passiert, beispielsweise eine Person abgetrieben werde, könne das „ekelhafte Folgen“ haben. Natürlich soll der Strand in erster Linie zum Sonnen da sein. Doch Christoph Bernstiel (CDU) sagte, durch so einen Strand wollen die Leute natürlich auch Baden gehen, viele würden die Strömungsgeschwindigkeit unterschätzen. Erwin Bartsch (Linke) mahnte an, dass auch Wasser- und Schifffahrtsamt und andere Behörden einbezogen werden müssten. „Die Attraktivität des Saaleufers liegt mir sehr am Herzen“, erklärte Fabian Borggrefe (SPD), der meinte, das Ufer sollte statt eines Strandes auf anderem Wege attraktiver gemacht werden. Andreas Scholtyssek (CDU) vermisste gar den finanziellen Aspekt. „Das ist erstmal ein Prüfauftrag“, entgegnete Wolfgang Aldag (Grüne). „Wir hatten mal 15 bis 20 Badeanstalten an der Saale. Das hat zur Attraktivität der Stadt geführt.“ Werner Misch (CDU) erklärte, es sei unstrittig für die Bürger schön. Doch er sehe ein Problem. Die städtischen Freibädern würden aufwendig beprobt. Solange von der Saale eine Restgefahr beispielsweise durch Chemikalien nicht auszuschließen sei, könne er das Vorhaben nicht unterstützen.

Im Januar muss der Stadtrat nun entscheiden, ob überhaupt ersteinmal geprüft wird.

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