Armutsgefährdungsquote in der Region Halle bei 17,3%

2023 waren in Sachsen-Anhalt 15,4 % der Bevölkerung armutsgefährdet. Dies geht aus ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2023 hervor. Legt man den (jeweiligen) regionalen Maßstab an, lag damit der Anteil der Menschen, die von Armut bedroht waren, unter dem Bundesdurchschnitt (16,6 %) und dem Wert für die alten Bundesländer (16,9 %). Für die neuen Bundesländer (einschl. Berlin) lag die Quote bei 15,2 %.

Besonders armutsgefährdet waren in Sachsen-Anhalt unter anderem jüngere Menschen im typischen „Ausbildungsalter“ von 18 bis unter 25 Jahren: Frauen in dieser Altersgruppe hatten mit 29,3 % ein höheres Armutsrisiko als Männer dieser Altersgruppe (25,6 %). Deutlich geringer war die Armutsgefährdungsquote bei Personen im Alter von 50 bis unter 65 Jahren (12,6 %) und am geringsten bei Personen, die 65 Jahre und älter waren (12,1 %). Neben anderen hatten folgende Personengruppen ein erhöhtes Armutsrisiko: Erwerbslose (62,8 %), Eltern mit 3 oder mehr Kindern (33,3 %), Alleinerziehende (33,1 %) und Menschen über 25 Jahre mit niedrigem Qualifikationsniveau (37,3 %).

Am niedrigsten fiel die Armutsgefährdungsquote innerhalb Sachsen-Anhalts gemessen am Landesmedian in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg (12,8 %) aus, zu der auch die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau gehört. Am höchsten war das Armutsrisiko in der Region Halle/Saale (17,3 %), zu der die kreisfreie Stadt Halle (Saale), der Saalekreis, der Burgenlandkreis und der Landkreis Mansfeld-Südharz gehören.

Der Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von mehr als 200 % des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Hauptwohnsitzhaushalten in Sachsen-Anhalt, kurz die Einkommensreichtumsquote, lag mit einem Wert von 5,3 % deutlich unter der gesamtdeutschen Quote von 7,8 % und der für die neuen Bundesländer von 6,1 %.

Die Armutsgefährdungsquote ist der Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60 % des Medians der Äquivalenzeinkommen (1 895 EUR laut Erstergebnis des Mikrozensus 2023) der Bevölkerung in Hauptwohnsitzhaushalten in Sachsen-Anhalt. Unterschieden werden Armutsgefährdungsquoten gemessen am Landes- oder Bundesmedian. Bei Verwendung des jeweiligen Landesmedians wird den regional unterschiedlichen Strukturen des Einkommens- und Preisniveaus (bspw. Mieten) stärker Rechnung getragen.

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27 Antworten

  1. Macht kein Sinn sagt:

    Viel schlimmer ist die geistige Armut in Halle. Sie liegt bei 21,2%. Jedenfalls seit der letzten Stadtratswahl.

  2. G.Neubert sagt:

    Man bekommt den Eindruck das man Armut hier als Erfolg gewertet wird.
    Keine Aussagen wie man die steigende Armut beseitigen möchte.
    Armut eine Schande für Alle Politiker , und Ihr wählt diese noch.

    • sei ehrlich sagt:

      Bist du arm?

    • Alt-Dölauer sagt:

      Zunächst sind die Leute selbst zuständig und nicht die Politik, zumindest solange für eine ausreichende Bildung für Alle gewährleistet ist. Genau das ist oft das Problem z.B. vieler Bürgergeldler: Der Staat, Firmen, auf jedem Fall Andere sind Schuld und sollen was machen. Nein, sie müssen selber machen. Die Politik aoll sich um Infrastruktur, Bildung und die Armen kümmern, die wg. Gesundheit nicht können.

    • RICHTER sagt:

      Die Politiker rühmen sich mit welchen
      grandiosen Waffen wir Menschen umbringen können.Dafür ist Geld genug da.
      Bei Grundsicherung für Kinder in Deutschland fehlt das Gelt .
      Über die Armut im Osten wird geschwiegen ,bloß nicht öffentlich.
      Ein Sumpf von Ganoven .
      Schade ,

      • jep sagt:

        So ist es. Und so eine Regierung nennt sich links-grün und demokratisch.

        • kleine Korrektur sagt:

          Die Regierung nennt sich Ampel. Links-grün wird sie hauptsächlich von rechten Pfosten genannt, zumal die Linke gar nicht beteiligt ist.

          • aufpassen! sagt:

            Die SPD ist also nicht links?

          • selber! sagt:

            Wie links die letzten beiden SPD-Bundeskanzler waren, möge jeder für sich beurteilen. Eine Koalition aus SPD und Grünen wird jedenfalls rot-grün genannt.

  3. Hääh? sagt:

    „Die Armutsgefährdungsquote ist der Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60 % des Medians der Äquivalenzeinkommen“

    Wer definiert denn so etwas?

    Wenn diejenigen, die weniger als 60 % des Medianeinkommens verdienen, arm sind, dann ist es ja möglich, dass es in der Schweiz mehr „Arme“ gibt, als in Eritrea.

    • Nääh! sagt:

      Deswegen steht da Armutsgefährdung und nicht Armut. Da in der Schweiz ein soziales Netz existiert sowie Programme zur Förderung des ländlichen Raums, ist es unwahrscheinlich, dass Eritrea statistisch besser dasteht.
      Wer so etwas definiert, kannst du bestimmt selbst herausfinden.

    • Alt-Dölauer sagt:

      Gut erkannt das Problem. Unter den Multimillionären auf Sylt wäre ich Superarm, aber sows von arm …

    • jedem seins sagt:

      Du kannst es anders definieren. Steht dir frei.

      Äquivalenzeinkommen und Median hast du aber nicht verstanden. Und wenn du eine Definition für Europa auf ein Land in Afrika anwendest, wirst du auch keine sinnvollen Vergleiche anstellen können. Ob es in Eritrea überhaupt solche statistischen Erhebungen gibt, ist auch nicht bekannt.

      Wenn du dich verunglimpft fühlst, weil du als arm giltst, gibt es Möglichkeiten, das zu ändern. Das musst du aber erstmal wollen.

  4. 10010110 sagt:

    Wenn man Armut nur nach Geld bemisst, dann kommt man halt zu solchen Ergebnissen. 🙄

  5. "Regionaler Maßstab" sagt:

    Eigentlich ist es nicht konsequent, den Landesmedian heranzuziehen, wenn man die Armutsgefährdung in verschiedenen Kreisen und Städten vergleichen will. Schließlich unterscheiden sich die Lebensverhältnisse auch innerhalb von Sachsen-Anhalt.

  6. Joachim Euther sagt:

    Vielleicht sollte sich Halle mal um eine Intel-Ansiedlung bemühen?! 10.000 hochtenologische Industriearbeitsplätze wären vielleicht mal ein Anfang … und nicht weiter Geld in den Bühnen pumpen?

    • Zipp sagt:

      Eine Intel-Ansiedlung würde das Medianeinkommen nach oben treiben und in der Konsequenz – nach der Definition – zu mehr ARMUT führen!

    • Ich sagt:

      Du solltest dich mal um ordentliches deutsch bemühen. Intel zieht nach Magdeburg, dafür ist Halle Kulturhauptstadt und das ist auch gut so.

  7. Detlef sagt:

    Solange das Geld für Kippen und Alk reicht ist alles gut

  8. PaulusHallenser sagt:

    In Deutschland gibt es keine wirkliche Armut, die wird nur künstlich herbeigerechnet. Wem das Bürgergeld zu gering ist, der soll sich halt bezahlte Arbeit suchen. In Halle gibt es zig offene Stellen.

    • 😁Ironieschalter😁 sagt:

      Und zig Leute die unter geistiger Armut leiden…

    • Alfred sagt:

      Auch für Bürgergeldler wäre eine Bezahlkarte sinnvoll. Denn die erlaubt am Leben teilzunehmen und wer mehr möchte sollte sich Arbeit suchen…
      Schon ist die Armut nicht das Problem mehr