„Grüne Villa“: auch Kinder- und Jugendtreff in Halle-Neustadt wegen fehlender Gelder der Stadt vor dem Aus

Erst gestern schreckte die Nachricht über das drohende Aus des „Blauen Elefanten“ in der Silberhöhe die Stadt auf. Nun folgt der nächste Paukenschlag: Auch die Kulturwerkstatt „Grüne Villa“ in Halle-Neustadt steht unmittelbar vor dem finanziellen Kollaps. Der Grund ist derselbe: Die Stadtverwaltung hält zugesagte Fördergelder zurück. Grund ist der bislang nicht genehmigte Haushalt.
​Seit nunmehr zehn Jahren ist die Grüne Villa am Treff eine feste Institution in der Südlichen Neustadt. Doch wenn nicht innerhalb der nächsten Tage ein Wunder geschieht, bleiben die Türen im März dauerhaft geschlossen. Der Trägerverein, der Aktionstheater Halle e.V., schlägt nun lautstark Alarm.

Rücklagen bis Ende Februar aufgebraucht
​Die Situation ist prekär. Seit Januar stemmt der Verein sämtliche Fixkosten – von der Miete über Strom bis hin zu den Gehältern – aus eigener Tasche. „Ende Februar sind unsere Rücklagen aufgebraucht“, teilt der Träger nüchtern, aber mit spürbarer Verzweiflung mit. Die Stadtverwaltung habe die Mittel für die offene Kinder- und Jugendarbeit schlichtweg noch nicht freigegeben.

​„Was machen wir dann? Wir stehen kurz vor unserer Schließung.“, heißt es in einem Statement des Aktionstheater Halle e.V.

Mehr als nur Freizeitgestaltung
​In einem Stadtteil wie Halle-Neustadt ist die Grüne Villa weit mehr als nur ein Ort zum Tischtennisspielen. Täglich nutzen bis zu 30 Kinder, Jugendliche und Familien die Angebote. Das Spektrum reicht von Theater- und Zeichenkursen bis hin zu existenzieller Unterstützung:

​* Integrationsarbeit: Begleitung bei Behördengängen.
​* Bildung: Unterstützung bei Schule und Ausbildung.
​* Soziales Netz: Eltern-Kind-Treffs und Erstberatung in Krisensituationen.

Ein ganzer Sektor unter Druck
​Der Fall der Grünen Villa verdeutlicht, dass es sich nicht um ein Einzelproblem handelt. Die finanzielle Blockade der Stadtverwaltung scheint die gesamte soziale Infrastruktur der Stadt zu lähmen. Der Verein warnt davor, dass nicht nur langjähriges Fachpersonal und wichtige Anlaufstellen für die Jugend verloren gehen, sondern im schlimmsten Falle ganze Vereinsstrukturen wegbrechen.
​Die Forderung an die Stadt ist klar: Die Gelder müssen sofort fließen. Für die Kinder in der Neustadt und der Silberhöhe ist die Grüne Villa (ebenso wie der Blaue Elefant) oft der einzige sichere Rückzugsraum im Alltag. Bleibt das Geld aus, verliert die Stadt Halle weit mehr als nur ein paar Freizeitprojekte – sie verliert ihre soziale Stabilität in den Brennpunkten.

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52 Kommentare

  1. Am Rande bemerkt sagt:

    Hui! werden das traumhafte und feuchte Zeiten für @PH, @ Henk, @Liberaler und Konsorten. Können sie doch feiern, dass den sozial Schwachen erforderliche Hilfen verwehrt werden und weitere Mitarbeiter arbeitslos sind. Laut deren Meinung geht es ja dann der Stadt besonders gut. Natürlich werden wieder sarkastische bis verächtliche Ideen geäußert werden. Solange die eigenen Zuwendungen nicht gefährdet sind…

    • Leistungsträger sagt:

      Mich hast du vergessen!

      Man kann nicht immer nur die Spendierhosen anhaben und Geld raushauen, als gäbe es kein Morgen. Irgendwo muss man auch an den Steuerzahler denken, der im internationalen Vergleich schon sehr stark belastet ist. Da geht nichts mehr.

      Wenn man den Sportvereinen eine Halle für 2 €/h anstatt immer noch sehr billiger 20 €/h anbietet und die Vereine dann bereits rumheulen, dann ist eben irgendwo Ende.

      20 €/h wären bei 20 Sportlern gerade einmal 1 €/h pro Nase.

      Und wenn die Sportler den einen Euro je Stunde nicht über haben, dann sollen sie halt ihren Sport an den Nagel hängen oder Fahrradfahren oder Waldspaziergänge machen.

  2. Zappelphillip sagt:

    Ist schon interessant zu sehen wer nun alles in die Bredouille kommt. und natürlich sind alle suuuper wichtig und absolut unersetzlich… besonders lustig ist der letzte Absatz .. erst die leier mit „aber die Kinder“ .. und zum ende noch eine mehr oder weniger unverhohlene Drohung „sie verliert ihre soziale Stabilität in den Brennpunkten“.

  3. Johanna Wollbrück sagt:

    Das ist ja „toll“. Für alle unmöglichen Sachen ist Geld da, nicht jedoch Gürtel Bildung und Sozialarbeit. Daran, dass Gelder dafür bereitgestellt werden, müssten Sie, Herr Dr. Vogt, als ehemaliger Lehrer, doch sehr interessiert sein. Die Kinder müssen weg von der Straße und eine Perspektive bekommen. Sonst gibt es noch mehr dumme Menschen, die sich nur auf die AfD verlassen, dann aber verlassen sind.

  4. Jo sagt:

    Ein Armutszeugnis für diese Stadt, Jugendarbeit ist Zukunftsarbeit!
    Räume für Kinder und Jugendliche müssen erhalten bleiben!

  5. Armutszeugnis sagt:

    Kindern in sozialen Brennpunkten die Unterstützung verwehren – das ist ein Armutszeugnis für die Stadt Halle und Deutschland.

  6. Harald Schloms sagt:

    Die bauen doch lieber ein Zukunftszentrum, was für eine Schande!

  7. Dog sagt:

    Es fehlt Geld weil der Bund nicht seinen Verpflichtungen nachkommt. Leidtragende sind die Kinder. Nicht nur Halle ist Pleite. Was ich nicht verstehen will ist, für Kriege sind Milliarden möglich, aber kein Cent für Kinder.

  8. Anja sagt:

    Aber vor dem Neustadt Center unnütze Reißzwecken (Sonnenschutz) für 180.000 Euro. Lächerlich Stadt Halle Saale Lächerlich

  9. Detlef sagt:

    Für sinnlose Reißzwecken am Neustadt-Center ist Geld da und sonst sinnlosen Mist aber für wichtigere Sachen wie Kinder- und Jugendtreff wieder nicht. Typisch Deutschland eben.

  10. Drachenspielplatz sagt:

    Na sooo wahnsinnig toll war die Arbeit in der „Villa“ nicht wirklich. Mal hin und wieder ein Theaterprojekt mit Schülern der umliegenden Schulen aber in Sachen Freizeit und Sozialbetreuung gab’s da nicht viel. Lag aber auch daran dass außer die Schulklassen nur echt wenige Kinder in ihrer Freizeit dort hingegangen sind. Die Mitarbeiter sah / sieht man jedenfalls öfter zusammen draußen stehen und reden als dass diese mit Kindern arbeiten.

    • Sommerkind sagt:

      Ich glaub ja, dass du dort nie vorbeigekommen bist
      Gerade in den Ferien (Weihnnahchtsferien und Winterferien) war die Wiese neben dem Gebäude voller Kinder und dazu Betreuer, die den ganzen Tag irgendwelche Spiele mit denen gespielt haben.

  11. Bürger sagt:

    Wo mögen die Fördermittel bloß hingeflossen sein in „unserer Demokratie“? Hat jemand eine Idee?

    • Bürgermeister sagt:

      Die Fördermittel sind in die Arbeit geflossen und nun aufgebraucht. über verschwendete Steuergelder an AfD-Verwandte solltest du dich aufregen. Kommt aber nicht viel, hoffst vielleicht ja auch noch auf eine Anstellung bei deinen blauen Truppen.

      • Bürger sagt:

        Auch an dich die Frage: Wieso sind verwandte Mitarbeiter (legal!!!) denn teurer als Mitarbeiter vom freien Markt? Oder willst du nur hetzen?

        • Frage sagt:

          Der Punkt ist nicht, dass diese Mitarbeiter teurer seien, sondern dass in die eigene Tasche gewirtschaftet und Filz aufgebaut wird. Tobias Rausch hat vier Freunde vom Fußball, seinen Schwager, seine Frau und drei Geschwister bei seinen Parteifreunden untergebracht. Fakt. Nicht gehetzt. Beeindruckend. Familienfreundlich.

        • Möchtest Du etwa auch Deine 85-jährige Schwester einstellen, Klops?

    • Controll sagt:

      Wird später untersucht!

      • Controll sagt:

        In welche Kanäle die Steuergelder verschwunden sind. Davor haben jetzt schon viele Dampf. Bin gespannt wer was zugeschoben bekommen hat.

    • Vielleicht in eine dubiose NGO namens R21, die eine Zusammenarbeit mit den Afdern fordert und deren Etat gerade von Merz auf 1 Mio. im Jahr erhöht wurde?

      • Controll sagt:

        Wie immer hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich meine nur, wieviel freie Träger u.s w. Finanzen abgefasst haben. Auch NGOS?

        • Wieviel freie Träger „abgefasst“ haben, um ihre Arbeit zu machen, steht im Haushaltsplan der Stadt Halle (Zone), und der ist öffentlich.

          Ich kann Dir versichern: Es ist nicht wirklich viel, und ohne ehrenamtliche Arbeit würde da gar nichts laufen.

  12. Nicole sagt:

    Schämen sollte sich jeder Politiker in der Kommunalpolitik.
    Und nächstes Jahr meckern genau diese Kommunalpolitiker darüber das Kinder und Jugendliche kaum Deutsch sprechen können, sich Radikalisieren und Straßen und Plätze unsicher machen.
    Politiker schämt euch für eure unfassbare Unfähigkeit.

  13. Marius sagt:

    Danke, das endlich darüber berichtet wird!
    Dies betrifft zahlreiche Vereine, Träger und Initiativen in der Stadt. Kommt es ja nicht bald zu einer Einigung, werden diese Projekte alle sterben.
    Die Folge wird sein dass wir das eingesparte Geld auf andere Weise doppelt und dreifach ausgeben müssen: Schulabsentismus, Jugendkriminalität, psychische Schwierigkeiten bei Kinder und Jugendlichen.
    Wer glaubt, dass man so sparen kann, der irrt sich gewaltig.

  14. Bi Man sagt:

    Ukraine geht vor! Das sollte nun auch dem Letzen in der Reihe klar geworden sein!

  15. Wintersonne sagt:

    Guten Tag, wenn Lotto Sachsen-Anhalt keine drei Monate die sozialen Einrichtungen der Stadt Halle unterstützen kann und der HFC kein Geld für die Sporthalle in Heide-Nord für ein Jahr bezahlt und die Kinder und Jugendlichen auch nicht mit Sportkleidung unterstützt , wird die öffentliche Aufgabe für Kinder und Jugendfreizeit sicherlich zukünftig von der Stadt Halle selbst wieder übernommen. Es werden Sporthallen angemietet, Kindern und Jugendlichen eine Jahreskarte zur Verfügung gestellt , denn Handys sind schlecht für die Entwicklung . Es werden Jugendclubs eröffnet um das Leben nicht nur auf Werbeplakaten und in Veranstaltungen darzustellen, sondern glaubwürdig die Aufgabe und Perspektiven für die Entwicklung der Stadt und ihre Menschen zu tragen. Wir müssen nur warten…

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