Händel-Festspiele in ganz Halle (Saale): mit Partys, Kino, Drag-Workshop und musikalische Bootsfahrten, „BRIDGES“ mit Superflu

“Ich finde es wichtig, die Händelfestspiele auch für die Jugend attraktiv zu machen”, sagt Halles Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt. Das sei auch wichtig mit Blick auf den Altersdurchschnitt wichtig, damit das Musikfestival auch in Zukunft noch sei Publikum hat. Wie Festspiel-Intendant Florian Amort sagte, geb es zudem reduzierte Preise für Auszubildende und Studenten. “Ich hoffe, das möglichst viele das Angebot wahrnehmen werden.”

Zudem gibt es die neue Sparte Händel NOW. Hier versammeln sich besondere Veranstaltungen, die über klassische Sitzkonzerte hinausgehen – darunter Partys, Filmvorstellungen und besondere Konzertformate. 

Seit vielen Jahren bewährt: Die Wandelkonzerte im Botanischen Garten mit dem Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“, 2026 unter dem Motto March of the Women (9. & 11.6.), die musikalischen Bootsfahrten, bekannt als Wassermusik, 2026 mit Faszination Persien auf der MS Händel II mit dem Neoclassical Ensemble of Teheran und der Hamburger Ratsmusik (10. & 11.6.). 

Wer ausgelassen feiern und tanzen will, ist eingeladen in die Oper Halle zur zweiten Auflage von Palette meets Die Oper (6.6.), ins Stadtmuseum Halle für Baroque & Proud. Die Fashion Party (6.6.) und ins Charles Bronson zu Kombüse Liebe meets Händel-Festspiele (12.6.). In den Format Filmkunst e. V. (7.6.), ins Puschkino (8.6.), ins Zazie Kino & Bar (9.6.) und ins Luchs Kino am Zoo (10.6.) locken queeren Filmvorführungen und Publikumsgesprächen, u. a. mit Oliver Sechting, Matthias Freihof und Dirk Kummer. 

Händel NOW gipfelt am 13.6. in die Neuauflage von BRIDGES – mit der Staatskapelle Halle, dem Universitätschor Halle und internationalen Star-Gästen aus verschiedenen Musikrichtungen – die sich ganz Händel-typisch zu einem bunten Spektakel für alle Musikfans verbinden – natürlich mit Feuerwerk. 2026 erstmals bei diesem Format: Vorbands und eine Aftershowparty. Unter anderem kommt das DJ-Kollektiv Superflu, geplant ist unter anderem ein Superflu-Remix von Händels Musik mit der Staatskapelle geben. Das alles in der spektakulären Naturkulisse der Galgenbergschlucht. Laut Intendant Amort habe man bei den Konzerten in der Galgenbergschlucht ein „Auslastungsproblem“ gehabt. 10.000 Plätze habe man bereitgehalten, nur 3.800 Leute seien gekommen.

Händel NEXT ist ein weiteres neues Format: Händels Opern spielerisch entdecken, vielfältige Kreativ-Workshops und ein Familienfest im Händel-Haus. Im Herzen von Händel NEXT stehen zwei Musiktheater-Produktionen im ehemaligen Thalia Theater: Rodelindas Sohn (9. & 10.6.) erzählt Händels Oper Rodelinda aus der Perspektive ihres Sohnes Flavio – in einer Playmobil-Videoinszenierung von Michael Sommer und Musik vom Ensemble Neobarock. Im interaktiven Music Game (10. & 11.6.) mit Kobakant können Kinder selbst Teil des Geschehens werden. Beim Familienfest im Händel-Haus (13.6.) gibt es Workshops mit Julia Bosch (Bühnen- und Kostümbildnerin), Theresa Ivanovic (Tänzerin, Tanzpädagogin), Yaroslava Sydorenko (Bühnen- und Kostümbildnerin) und Studierenden der Universität Halle (Instrumentenbau). Viele weitere Workshops finden im gesamten Festspiel-Zeitraum statt: Hendrik Fritzsche und Elena Schoychet gestalten den inklusiven Musiktheater-Workshop Helden des Erlebens (6.–8.6.).

Im Workshop Tradwives oder Magic Fox in Händels Musik? (12.6.) könnt ihr mit Charlotte Falkenhagen Geschlechterrollenverständnisse in der Musik verschiedener Epochen untersuchen. Erkunde mit Make-up, Kostümen und Performance in zwei Drag-Workshops für Jugendliche (7.6.) und Erwachsene (8.6.) mit den CHICKS* deine eigene Identität und probiere verschiedene Geschlechterausdrücke aus. Es sind keine Vorkenntnisse nötig – nur Neugier, Offenheit und Lust auf Glitzer.

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41 Antworten

  1. Hans-Karl sagt:

    Aber man spricht schon noch deutsch bei den Händelfestspielen, oder? Der Artikel macht jetzt nicht unbedingt den Eindruck, als dass man da als Eingeborener mit seiner Muttersprache auskommen würde.

  2. vivi sagt:

    Hui. Drag-Workshops. Genau das brauchen wir.
    *bin raus*

  3. Bürger sagt:

    Drag Workshops? Zu den Händelfestspielen? Jetzt drehen die LinksGrünen Woken völlig durch.

    • Fettlef sagt:

      Was regst dich auf, Du kannst natürlich mitmachen. 🙂

    • Bürgerwürgshop sagt:

      Scheinbar weißt du, was dort vor sich gehen wird.
      Bürger! Das wundert mich gar nicht mehr.
      Vielleicht noch aus der bürgerlichen Mitte heraus.
      Das haben wir ja gerne…

    • Barockfreund sagt:

      Barockopern waren Dragshows. Männer haben Frauenrollen gesungen und gespielt und umgekehrt haben Frauen Hosenrollen übernommen.
      Also, ich finde die Idee gut. Sie passt.

  4. J.R. sagt:

    Das Händel Fest kein Barock- Musikfest mehr🫣
    Ein Kessel Buntes!? Das wird wohl kräftig in Hose gehen, auch was die ursprüngliche Zielgruppe anbetrifft. Schade, dass die Verantwortlichen so wenig von Qualität und Tradition halten.

    • Kinder - die Zeit! sagt:

      Barock, der – Epoche der Kunstgeschichte zwischen Manierismus und Klassizismus; ca. 1650 bis 1770

      Die nächsten Händel-Festspiele finden (das nächste „Händel Fest“ findet) voraussichtlich 2026 statt.

    • Ewing sagt:

      Ja und so oft, wie wir beide dabei waren, müssen wir das wissen.

  5. Es hackt wohl? sagt:

    Die Händelfestspiele als Gaga-Ramsch-Show?

  6. halleherz sagt:

    Ich freue mich sehr über die Neuerungen und finde es großartig, dass endlich frischer Wind in die Festspiele kommt! Immer das Gleiche kann auf Dauer langweilig werden – Innovation bringt Leben in die Stadt. Wenn wir möchten, dass Halle sich weiterentwickelt und nach vorne blickt, müssen wir offen für Neues sein und uns anpassen. Für mich ist das ein Schritt in die richtige Richtung!

  7. A.W. sagt:

    Drag-Workshops im Rahmen der Händelfestspiele? Einfach nur krank.

  8. Telemann sagt:

    Klingt alles sehr vielversprechend. Und neue Besuchergruppen mit zeitgemäßen Themen & Formaten anzusprechen, kann in der massiv vergreisenden und zunehmend verbitterten ostdeutschen Provinz nur richtig sein.

    • Robitzky sagt:

      Es sind ja zum Glück nur drei oder vier „Gestützte“ hier in den Kommentaren, die den Anschluss verpasst haben…

      • Heidewitzka sagt:

        Auf jeden Fall. Alle anderen werden diese Workshops überrennen, um dort noch einmal bestätigt zu bekommen, woran sie schon längst glauben.

        • @Boomer sagt:

          „noch einmal bestätigt zu bekommen, woran sie schon längst glauben.“

          Wie du und Facebook. 🙂

          • Heidewitzka sagt:

            Deinen Glauben kann ich dir leider nicht bestätigen, ich nutze Facebook nicht. Anderswo habe ich auch nichts Bestätigungs-Bubble-Mäßiges abonniert. Bin halt nicht so scheuklappenmäßig drauf wie die erwachte Politsekte.

          • völlig klar sagt:

            Deshalb denkst du dir Phrasen wie

            „Bestätigungs-Bubble“
            „erwachte Politsekte“

            auch selbst aus und plapperst sie nicht nur nach. 😆

          • Heidewitzka sagt:

            Korrekt. Der Begriff „Bestätigungs-Bubble“ beinhaltet die Phänomene der Filterblase (engl. filter bubble, nach Eli Pariser) und des Bestätigungsfehlers (engl. confirmation bias, nach Peter Wason), weil diese zusammenhängen und kombiniert noch größeren Schaden für das gesellschaftliche Zusammenleben und die politische Kultur anrichten. Ich weiß also, was er bedeutet, halte ihn für hinreichend abgesichert und plausibel und plappere ihn tatsächlich nicht nur nach.

            Deine implizierte Gleichsetzung meines vermeintlichen Nachplapperns mit den Anhängern des Identitätskultes („Wie du und Facebook“) bedeutet nichts anderes, als dass du jenen unterstellst, nur Unverstandenes nachzuplappern. So weit wäre ich nie gegangen. 😁

  9. Mal schauen sagt:

    „….probiere verschiedene Geschlechterausdrücke…“👍🏼😆

  10. 10010110 sagt:

    In den Format Filmkunst e. V. (7.6.), ins Puschkino (8.6.), ins Zazie Kino & Bar (9.6.) und ins Luchs Kino am Zoo (10.6.) locken queeren Filmvorführungen […]

    […]

    Erkunde mit Make-up, Kostümen und Performance in zwei Drag-Workshops für Jugendliche (7.6.) und Erwachsene (8.6.) mit den CHICKS* deine eigene Identität und probiere verschiedene Geschlechterausdrücke aus.

    Also was das mit Händel zu tun hat, erschließt sich mir nicht. 🤨 Das erscheint mir völlig wahl- und konzeptlos in die Händelfestspiele reingeschustert, Hauptsache irgendwie die eigene Agenda durchdrücken. Es gibt doch explizite Veranstaltungen wie Pride-Wasauchimmer für sowas. Wieso muss bei jeder Gelegenheit irgendwelcher Geschlechtsquatsch hervorgehoben werden? Es fühlt sich halt so voll erzwungen und überhaupt nicht selbstverständlich an.

  11. Hallebürger sagt:

    Für die Jugend gab es schon mal was. Nannte sich „Händels Open“ auf dem Hallmarkt. War immer ausverkauft bei bester Stimmung.
    Nie und nimmer passen in der Galgenbergschlucht 10.000 Menschen herein. Es sei denn, man stapelt sie.
    Ansonsten klingt das vielseitige Programm vielversprechend und ist ein Wagnis wert.
    Nur der Hallenser ist ja für Neues nicht zu haben. Da wird im Vorfeld gemeckert und erstmal alles schlecht geredet.

    • Jugend 40+ sagt:

      „Nannte sich „Händels Open“ auf dem Hallmarkt. War immer ausverkauft bei bester Stimmung.“

      Da war auch nie Barockes oder Deutsches dabei.

      Zufall oder Erfolgsgeheimnis?

    • Fakten sagt:

      5.000 bei Bridges und 5.000 fürs Abschlusskonzert macht 10.000…für beide Konzerte wurden zusammen zuletzt nur 3.800 Karten verkauft!

  12. Bürgerin sagt:

    Ich finde es gut, dass mal was Neues ausprobiert wird. Die letzten Festspiele wirkten manchmal schon etwas altbacken und immer gleich. Geben wir dem Ganzen eine Chance. Man wird ja sehen, ob es angenommen wird oder nicht.

  13. Der Rentner sagt:

    Was soll man denn auch jedes Jahr wieder neues auf die Bühne bringen. Da muss man sich schon was einfallen lassen. Was Händel selbst wohl davon halten würde? Vielleicht sollte auch hier mal ein Wandel stattfinden. Wenn man z.B. das Festival nur alle 2 Jahre organisieren würde hätte man auch mehr Zeit um kreativere Veranstaltungen zu planen.

  14. Zappelphillip sagt:

    irgendwie muss man ja unbedingt die 42 Millionen verbraten ..