Kommentar: Zwischen Denkmal-Gleisen und A143: Die unendliche Geschichte der Radwege nach Dölau

Wer heute von Dölau nach Halle pendelt, braucht starke Nerven. Auf der Salzmünder Straße drängeln sich Lastwagen und Pendlerautos Stoßstange an Stoßstange. Tempo 50 ist hier oft nur Theorie, Ausweichraum gibt es keinen. Radfahrer dürfen die Landesstraße zwar legal nutzen – doch wer hier in die Pedale tritt, begibt sich in Lebensgefahr. Die Alternativen? Dunkle Waldwege durch die Dölauer Heide, die bei Nässe, Schnee oder Sturmschäden kaum noch befahrbar sind. Während im Westen der Stadt die A143 ihrer Vollendung entgegenblickt und noch mehr Verkehr in die Region zieht, bleibt der Stadtteil Dölau für den umweltfreundlichen Radverkehr eine Insel. Dabei gelten gerade Entfernungen von bis zu 15 Kilometern unter Experten als ideal für den täglichen Arbeitsweg mit dem E-Bike. Dölau liegt damit eigentlich im perfekten Einzugsbereich. Doch die Realität bremst diese Theorie aus: Die Verbindungswege zwischen Halle und seinem grünen Vorort sind auch im Jahr 2026 keine modernen Lebensadern, sondern ein gefährliches Nadelöhr.

Ein Blick in die Geschichtsbücher: Große Pläne, die nie Realität wurden

Es wirkt heute fast tragisch, wenn man in die Archive blickt. Das Thema ist nämlich alles andere als neu. Bereits 1930 war der Radweg von Halle bis Nietleben erfolgreich erneuert worden. Im Oktober 1932 verkündeten die „Hallischen Nachrichten“ dann stolz das Folgeprojekt: Den Lückenschluss bis nach Dölau. Die Pläne waren ambitioniert und konkret. Trotz „außerordentlich schwieriger Geländeverhältnisse“ sollten Freiwillige in nur drei Monaten eine zwei Meter breite Trasse in den Hang bauen. Der technische Aufwand war enorm: 2.000 Kubikmeter Mutterboden sollten abgetragen, Dämme aufgeschüttet und umfangreiche Stützmauern aus Heide-Sandstein errichtet werden. Allein für die Sicherung der gefährlichen Wegestellen waren 400 Meter Holzgeländer aus Fichtenstämmen vorgesehen. Doch woran die Umsetzung dieses schon damals als dringend erachteten Projektes letztlich scheiterte, ist unbekannt. Fest steht nur: Was vor fast 100 Jahren bereits fertig geplant auf dem Tisch lag, fehlt auch im Jahr 2026 noch immer. Geblieben ist eine enge Landstraße mitten durch ein Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet), ohne eigenen Radweg, ohne Beleuchtung und ohne Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer.

Das Dilemma der zwei Achsen

Wer Dölau mit dem Rad verlassen will, steht vor der Wahl zwischen Pest und Cholera. Es fehlen sichere Verbindungen auf beiden Hauptachsen.

Die Ost-West-Route: Dölau – Heide-Nord – Kröllwitz

Für Schüler, Mitarbeiter der Uniklinik und Studenten wäre die Route über die Stadtforststraße und Waldstraße ideal. Doch die Realität sieht anders aus: Die innerörtliche Stadtforststraße präsentiert sich als schmale, stark frequentierte und lärmintensive Verkehrsader. Der begleitende Fußweg weist zwar einen rot markierten Abschnitt auf, der offenbar als Radweg konzipiert wurde, jedoch keine offizielle Ausweisung als solcher besitzt. Die weiterführende Waldstraße in Heide-Nord ist eine stark befahrene Hauptverkehrsader. Zwar plant die Stadt hier seit Jahren einen Radweg, doch das Vorhaben zerrieb sich lange Zeit in Detailfragen: Parkplätze gegen Radweg, Baumschutz gegen Asphalt. Zudem mussten die Eigentumsverhältnisse entlang der Straße erst langwierig geklärt werden. Im Stadtmobilitätsplan wird diese Strecke als „Radroute A“ mit hoher Priorität geführt, doch die Umsetzung scheiterte bisher auch daran, dass Fördergelder des Landes oft nur an Landesstraßen fließen, während städtische Verbindungswege durch das Raster fallen – oder entsprechende Mittel schlichtweg gar nicht erst beantragt wurden.

Die Nord-Süd-Route: Die Posse um die Salzmünder Straße

Noch dramatischer ist die Lage auf der Verbindung nach Nietleben (L159). Rund 13.000 Fahrzeuge wälzen sich hier täglich durch die Heide. Die etwa 200 Radfahrer, die sich täglich hierher wagen, nutzen oft illegale Trampelpfade, um nicht unter die Räder zu kommen. Eigentlich läge die ideale Lösung buchstäblich vor der Haustür. Parallel zur Straße verläuft die alte S-Bahn-Strecke zwischen Nietleben und Dölau – topografisch perfekt für einen Radschnellweg: flach, direkt und völlig getrennt vom Autoverkehr. Doch die Faktenlage rund um diese Trasse liest sich mittlerweile wie eine bürokratische Satire. Das Hauptproblem ist dabei ein juristisches Zombie-Dasein: Die „Deutsche Regionalbahn GmbH“ besitzt eine Betriebsgenehmigung bis zum Jahr 2058. Solange diese Lizenz existiert, gilt die Fläche nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (§ 5a) als Bahnanlage, die betriebsbereit gehalten werden müsste. Das bedeutet im Klartext: Wo Eisenbahnrecht herrscht, hat das Baurecht der Kommune keine Chance. Eine Umwandlung in einen Radweg setzt zwingend eine sogenannte „Entwidmung“ voraus. Wir haben es also mit einer Strecke zu tun, die rechtlich eine funktionierende Bahn sein muss, faktisch aber eine Ruine ist. Das Land Sachsen-Anhalt stufte den Abschnitt bereits 2023 folgerichtig als „nicht betriebssicher“ ein. Rückendeckung für ein Ende dieses Zustands gab es zuletzt im August 2025 vom Landesbeauftragten für Eisenbahnaufsicht, Dipl.-Ing. Stollberg. Er sprach sich klar für einen Widerruf der Lizenz und ein offizielles Stilllegungsverfahren aus. Erst in zweiter Linie kommt der Denkmalschutz ins Spiel und wird gern als endgültiges Totschlagargument angeführt: Selbst wenn der bahnrechtliche Knoten gelöst wäre, erschwert der Denkmalstatus die Errichtung eines Fahrradweges massi

Dabei ist das keineswegs in Stein gemeißelt: Bereits 2016 betonte der damalige hallesche Baudezernent Uwe Stäglin, dass ein Radweg trotz Denkmalschutz machbar sei – und verwies auf das erfolgreiche Vorbild der alten Hafenbahntrasse. Für Stäglin war die Nutzung des Bahndamms stets die „optimale Variante“, da alle anderen Alternativen erhebliche Eingriffe in die Natur erfordern. Dennoch blockiert das verhängnisvolle Zusammenspiel aus bürokratischer Trägheit bei der Entwidmung und vorgeschobenem Denkmalschutz seit Jahren jede pragmatische Lösung. Weil eine Entwidmung der Trasse somit rechtlich in weiter Ferne liegt, blieb der Stadt nur die Flucht nach vorn – direkt an den Straßenrand. Nach jahrelangen Runden Tischen und zähen Voruntersuchungen soll nun der „Variantenbeschluss 2.2“ die Lösung bringen. Der Plan sieht einen 2,50 Meter breiten, asphaltierten Geh- und Radweg vor, der durchgängig auf der Westseite der Straße verläuft, um gefährliche Querungen für Radfahrer zu vermeiden. Doch auch diese Variante hat ihre Tücken. Um das sensible FFH-Gebiet der Dölauer Heide zu schonen, muss die Fahrbahn der Landesstraße teils aufwändig verschoben werden. Eine Beleuchtung wird es im Waldstück nicht geben – der Schutz der hier heimischen Fledermäuse geht vor. Zudem läuft dem Projekt die Zeit davon: Die 2022 veranschlagten Baukosten von rund 3,3 Millionen Euro dürften angesichts der Inflation der letzten Jahre längst Makulatur sein. Auch der ursprünglich anvisierte Bauzeitraum von 2024 bis 2026 erwies sich als viel zu optimistisch, da sich Förderzusagen und das Planfeststellungsverfahren zäh wie Kaugummi in die Länge ziehen.

Das bittere Fazit im Februar 2026: Wer auf einen baldigen Spatenstich hofft, wird enttäuscht. Es gibt weder einen konkreten Termin noch gesicherte Gelder. Aktuell deutet absolut nichts darauf hin, dass hier in den nächsten Jahren überhaupt die Bagger anrollen.

Geduld am Ende

Die Radwege-Odyssee in Dölau ist ein Lehrstück für das Scheitern deutscher Infrastrukturplanung. Während Gutachten geschrieben, Varianten geprüft und Paragrafen gewälzt wurden, riskieren täglich Menschen auf dem Weg zur Arbeit ihre Gesundheit. Die Anwohner sind des Wartens müde. Bürgerinitiativen und der ADFC fordern zu Recht: Wenn Milliarden für Autobahnen wie die A143 da sind, darf es an drei Kilometern Asphalt für Radfahrer nicht scheitern. Es braucht jetzt keinen neuen Arbeitskreis, sondern Bagger. Die Pläne liegen bereit – es wird Zeit, dass Halle beweist, dass es die Verkehrswende ernst meint und nicht nur in Konzeptpapieren verwaltet. Bis dahin bleibt den Dölauern nur der bittere Blick in die Geschichtsbücher: 1932 hatte man in Halle schon einmal den Mut zu ehrgeizigen Bauplänen – auf deren Umsetzung man bis heute wartet.

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65 Kommentare

  1. Daniel M. sagt:

    Danke für diesen treffenden Kommentar.

  2. Zappelphilipp sagt:

    Absolut dringend an der Stelle ..und von jedem vernünftig denkenden Mensch auch nicht in Frage zu stellen. … Upss wartet mal auf AHA und NABU .. dann wird es erst lustig.

    • V8 sagt:

      Die Radler sollen sonst wo lang fahren
      Jetzt ist Schluss mit den Radlermist. Kein Geld für nutzlose und verschwenderische Lobbyisten Bettelei.

      • : sagt:

        „Kein Geld für nutzlose und verschwenderische Lobbyisten Bettelei“ Dann fängt man am besten bei der Autolobby an. Da steckt Milliarden einsparendes Potenzial drin.

    • Daniel M. sagt:

      AHA und NABU sind engagierte Organisationen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Umweltschutz ist Heimatschutz. Welches Problem siehst du mit denen? Heimat ist nicht so dein Ding?

      • so schauts aus sagt:

        „AHA und NABU sind engagierte Organisationen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.“
        Wohl eher ausschließlich für die Umwelt ohne Menschen darin.

  3. Betroffener sagt:

    Danke für den fundierten und sachverständigen Kommentar. Sie sprechen vielen Betroffenen aus der Seele. Hoffentlich erleben wir den Radweg noch (die Hoffnung stirbt zuletzt).

  4. traurig sagt:

    Nicht das Geld ist das Problem, sondern die deutschen Gesetze. Die machen alles unmöglich. Selbst vom „Flora-Fauna-Habitat“ könnte man läppische 3m abzweigen für einen ordentlichen Weg – aber es ist wie beim Streusalz in Berlin: da führt kein Weg rein. Somit auch kein Weg durch. Typisch Deutschland.

  5. Alt-Dölauer sagt:

    An der Waldstraße ist die Situation entspannter, da gibt es gute nahezu parallele Radwege im Wald gibt. Das ist nur im Dunkeln schlecht. Zumal es immer Baumstümpfe u.ä. gibt, die man entfernen müsste – warum passiert das nicht?
    Die Salzmünder Straße ist dagegen in der Tat eine Zumutung für Radfahrer ( und Autofahrer). Im Wald ist kein Parallelweg, bzw. wegen Sand, Wurzeln, Steigungen etc. nicht nutzbar. Die Posse um die Bahntrasse zeigt das Deutsche Dilemma, und warum wir in diesem Land nicht mehr konkurrenzfähig sind. Selbst wenn man alles klären würde: Es kostet zusätzlich Geld und Zeit ( die auch Geld ist). An die Entscheidungsträger der Behörden: Und es liegt an Euch, ja Euch: den Bürokraten in der Bahn, Denkmalschutz, Umweltamt, Stadt etc. Warum setzt ihr Euch nicht zusammen, das kann man in 2 h besprechen und vom Tisch haben – man muss nur wollen!!!!!! Ja, Ihr seid es, die Deutschland kaputt machen, Kosten treiben und Fortschritt verhindern!

    • mit dem Auto zum Weinbergweg sagt:

      Du hast den Artikel (bzw. „Kommentierten Kommentar“) schön wiederholt.

      Aber warum?

    • Saaleteufel sagt:

      Wen interessiert schon Dölau? Früher sind wir mit dem Fahrrad durch die Heide und durch Dölau gefahren und haben nicht so rumgejammert ! Fragt den Alt-Dölauer, der war auch in vielen Beiträgen so ein cooler Typ ( habe ich hier jedenfalls die ganze Zeit lesen dürfen).

  6. Wario sagt:

    Tja, mit der S-Bahn nach Dölau fahren, wer kennt es noch? Eine Machbarkeit für die ehemalige Saftbahn? Die Frage bleibt. Wer hat diese Verbindungen denn gekappt? Wurden die Bürger gefragt? Natürlich nicht! Bestehende Infrastruktur wurde stillgelegt und dem Verfall preisgegeben. Nicht von Wiegand , BSW , AfD .

    • Schmutzfee sagt:

      Die S-Bahn bis Dölau könnte ja noch bestehen, dann hätte die HAVAG und OBS aber ihre Busverbindungen auf dem Stück zwischen Dölau und Nietleben einstellen müssen. Das war nämlich die Voraussetzung für den Weiterbetrieb gewesen.

  7. AEG sagt:

    Hallo,
    danke für den Kommentar und den Versuch der Einordnung. Leider wurden die Begriffe Stilllegung und Entwidmung nicht korrekt gebraucht. Man kann unterscheiden:
    1. Eine Eisenbahn-Infrastruktur ist betriebsbereit. Im besagten Abschnitt nicht der Fall. Dann ist sie durch den Betreiber wieder in den betriebsbereiten Zustand zu versetzen oder einen Stilllegungsantrag zu stellen.
    2. Die stillgelegte Anlage ist nicht mehr betriebsbereit und wird nur noch im Sinne der Verkehrssicherungspflicht unterhalten. Trifft hier zu oder müsste eingeleitet werden.
    3. Eine Fläche ist für Eisenbahnzwecke gewidmet. Auf dieser Fläche müssen nicht mal Gleise liegen. Die Fläche ist jedoch im Grundsatz für Bau und Betrieb einer Eisenbahn vorgesehen. Andere Nutzung muss im Bedarfsfall beendet werden.
    Heißt: für einen dauerhaft beständigen Radweg müsste die Strecke stillgelegt und entwidmet werden. VG

    • Schmutzfee sagt:

      4. Die Strecke steht unter Denkmalschutz. Selbst wenn man den Abschnitt entwidmen würde, dürften die Gleise nicht entfernt bzw. Umgebaut werden.

  8. 10010110 sagt:

    Ich finde es sehr kontraproduktiv, den ÖPNV bzw. die Bahn gegen den Radverkehr auszuspielen, wenn das eigentliche Problem ja ganz offensichtlich der Autoverkehr ist. Dieser Kommentar setzt mal wieder unterschwellig das Framing, dass Autos normal sind und am Autoverkehr keineswegs was geändert werden kann/darf, und die Bahn und der Radverkehr sind irgendwelche unbequemen Störfaktoren, die an den Rand gehören. Dabei ist die Straße nicht per se lebensgefährlich, es ist der überbordende Autoverkehr und die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer, die für Radfahrer lebensgefährlich ist.

    Und dann noch dieser entlarvende Satz hier:

    Während im Westen der Stadt die A143 ihrer Vollendung entgegenblickt und noch mehr Verkehr in die Region zieht, […]

    Sollte die A 143 nicht angeblich die Stadt vom Autoverkehr entlasten? Also war das alles nur gelogen? Oder drehen wir uns die Argumente, wie sie uns passen, um nichts am Status Quo ändern zu müssen?

    Würde es eine mindestens halbstündliche S-Bahn von Lieskau über Nietleben bis zum Hauptbahnhof geben, dann könnten ängstliche Radfahrer ihr Rad mit in die Bahn nehmen. Und würde man dann noch einen ordentlichen Park-and-Ride-Platz in Lieskau und/oder Dölau bauen und das Pendeln per Auto in die Stadt durch verkehrsrechtliche Maßnahmen unattraktiver machen, dann könnten Pendler auch diese S-Bahn nutzen und es würden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen (was nicht heißen soll, dass nicht trotzdem der Radverkehr auf der Straße sicherer gemacht werden muss). Aber lieber verpulvert man Millionen und Abermillionen für neue Straßen/Autobahnen und hetzt dann die eine marginalisierte Gruppe gegen die andere auf. 🙄

  9. Nulli vs. Falschparker sagt:

    Gleich kommt der Nulli und verlangt wieder alle Autofahrer und Falschparker ab zu kassieren……. Wollen wir wetten?!

    Aber zum Thema, hier geht’s um die Posse Radweg Nietleben -Dölau, schaut Euch mal die Schande an zum Radweg Dölau- Lieskau……. 400Meter

    • Treffer sagt:

      „Gleich kommt der Nulli“
      Genau EINE Minute vor dir – krass, was? Aber war abzusehen… Den Inhalt habe ich wie immer nicht gelesen, aber wird deiner Prognose entsprechen.

  10. TD sagt:

    Ob der Autor weiß, dass man auch durch die Dölauer Heide fahren kann?

    • KUN sagt:

      Ich bin 20 Jahre bei jedem Wetter von Dölau in die Stadt zur Arbeit gefahren und kenne jeden Weg und weiß wovon ich rede. Im Winterhalbjahr ist es durch die Heide matschig und unsicher zu befahren. Abgesehen davon wollen, können oder dürfen nicht alle Menschendurch den Wald, etwa in der Dunkelheit oder Kinder.

  11. Mifa sagt:

    Bin durch die Heide vor 40 Jahren schon mit meinem Klapprad langgebrettert, warum sollte das mit modernen Rädern mit ohne treten nicht gehen?

  12. Tinny sagt:

    Sehr gut geschrieben!
    Ich fahre fast jeden Weg mit dem Rad, aber als ich zwischenzeitlich im Dölauer Krankenhaus arbeitete, war mir der Weg zu unsicher. Radfahren auf diesen Straßen ist lebensgefährlich; genau wie im Artikel beschrieben und egal, aus welcher Richtung man kommt. Aus der Not heraus bin ich fast nur noch Auto gefahren, was mich unzufrieden machte- es war damals mit ein Grund, mir eine neue Stelle zu suchen.

  13. Allwetterradler sagt:

    So hübsch manche Bahnradwege auch sein mögen – ich finde es fatal, stillgelegte Bahnstrecken zugunsten von Radwegen abzureißen.

    • Sommerradler sagt:

      Genau. Du lässt deinen Müll zu Hause bestimmt auch nicht abholen. Wer weiß, wozu der noch gut sein könnte…
      Mal ehrlich: Was willst du mit einer stillgelegten Bahnstrecke? Eine Stilllegung hat bestimmt einen Grund.

      • Frühjahrsschorle sagt:

        Das stimmt, nur ist das nicht immer der gleiche Grund, und die Umstände können sich im Laufe der Zeit ändern. Hast du wirklich noch nie gehört, dass stillgelegte Strecken reaktiviert wurden? Die Widmung der Eisenbahnstrecke hat auch bestimmt einen Grund.

        • Winterweizen sagt:

          Das betrifft dann aber eher „größere Strecken“.
          Ich glaube kaum, dass dieses vollkommen desolate (Rest-)Stück Bahnstrecke jemals wieder irgendwie in Betrieb geht. Wozu auch? Oder, wohin auch?
          Ein vernünftiger Radweg wäre 100% die bessere Alternative.

        • Otto01 sagt:

          Die S-Bahn Strecke nach Dölau wird es nie wieder geben. Die Bahn wollte damals, dass die HAVG die Busverbindung Line 21 auf der Strecke einstellt, dass es sich lohnt in den Neubau zu investieren, es hätte von Nietleben bis Dölau Bahnhof alles saniert werden müssen. Da das nicht ging, die Linie 21 einstellen, hat die Bahn die Strecke aufgegeben.

          • gib dich nicht auf sagt:

            Weil die Bahn damals irgendwas verlangt hat, kann es nie wieder Zugverkehr geben?

          • NichtOtto sagt:

            @gib dich nicht auf:
            Wohin soll es denn wieder Zugverkehr geben? Und für wen? Hält der dann genau so oft wie der Bus? Oder geht es nur ums Prinzip?
            Versuch‘ eine Erklärung! Gib dich nicht auf!

  14. Nordhallenser sagt:

    Was mich immer wieder ärgert: warum kümmert sich die Stadt so viel im Dölau?
    Zu den anderen, nördlichen Außensiedlungen (Tornau, Seeben) gibt es nicht mal den Versuch einer Fuß- und/oder Radwegplanung.
    O-Ton: es ist ja nix passiert….

  15. kommentierjanur sagt:

    Es gibt so viele Eisenbahnstrecken, die stillgelegt und einige Jahrzehnte später erfolgreich reaktiviert wurden. Wenn man die einmal entwidmet und umgenutzt hat, war es das. Deshalb gibt es womöglich bald S-Bahn-Verkehr zwischen Bitterfeld und Köthen – aber nicht zwischen Merseburg und Leipzig.
    Die Eisenbahn gegen den Radverkehr auszuspielen, ist nicht in Ordnung.

  16. Einfach die S-Bahn wieder bis Dölau fahren lassen. Die neuen Züge haben genug Platz für Fahrräder. Die Strecke ist zugelassen und nicht entwidmet: Zack, fertsch.

    • JtD sagt:

      Man kann Fahrrad und Bahn auch anders, kosteneffizienter kombinieren.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrraddraisine

    • t-haas sagt:

      Am Prellbock in Nietleben ist Schluß, und die Oberleitung, Signale und Bahnschranken sind auch abgebaut. der Unterhalt wurde jahrelang vernachlässigt; es müßten wahrscheinlich erstmal umfangreiche Bauarbeiten am Gleisbett stattfinden. Dann besser Radweg.

    • MB-Trinker sagt:

      …und Bochi zahlt den Mist… 👍
      (Komm jetzt bitte nicht mit öffentlichen Geldern – die sind nämlich nicht da!)
      Oder einfach über die alten Gleise rumpeln lassen, dann aber bitte nicht heulen, wenn’s schiefgeht.

      • Es ist an Dir vorübergegangen, dass einige Bahnstrecken wieder aktiviert werden sollen? Bundesweit. Weil: Sinnvoll.

        • MB-Trinker sagt:

          Keinesfalls. Steht hier ja auch schon weiter oben.
          Auch, dass dieses Rumpfstück sinnlos ist.
          „Es führt ein Weg nach nirgendwo… 🎶“

          • Nüchtern sagt:

            Dir ist schon klar, dass vor jeder Reaktivierung nach langjähriger Stillegung sowieso umfangreiche Gleisbauarbeiten stattgefunden haben?

          • @Nüchtern sagt:

            Ähm, das bezieht sich jetzt auf wen oder was?
            Falls ich (MB) gemeint war: Wieso sollte man diese paar Meter reaktivieren? Nur, damit da wieder ’ne Bahn fährt, die vermutlich wieder keiner nutzt? War das damals nicht der Grund, das Ding stillzulegen?

          • Nüchtern sagt:

            Nein, das war damals nicht der Grund. Sondern man wollte Parallelverkehre nicht finanzieren.
            Im übrigen wurden viele Bahnstrecken stillgelegt, weil die Fahrgastzahlen damals zu gering waren. Trotzdem wurden sie später reaktiviert und werden – oh Wunder! – wieder rege genutzt.

          • @Nüchtern sagt:

            Genau! Weil die Leute lieber den Bus benutzen, da der „näher ans Ziel“ kommt und öfter mal hält.
            Und das Stückchen Nietleben-Dölau als „Strecke“ zu bezeichnen – nun ja…
            Rege Nutzung (auch heute) kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, siehe oben…

  17. lulu sagt:

    alle Kommentare sind vermutlich von Radfahrern verfasst, dass Problem liegt nicht ander PKW-Fahrer sondern an der Stadt, der Verfasser sollte neutral bleiben

    • Sofavan sagt:

      Natürlich liegt das an den Autofahrern die sich nicht an die Geschwindigkeitsregeln halten und ohne Sicherheitsabstand überholen.

      • M sagt:

        Ich fahre deshalb mit dem Rad immer etwas mittiger, so dass mich kein PKW mit zu wenig Sicherheitsabstand bei Gegenverkehr überholen kann. Da fühle ich mich gleich viel sicherer, auch wenn man die Ungeduld der hinterherfahrenden PKW-Fahrer ahnt. Aber hinterher fahren ist ja nicht verboten. Es reduziert sogar den Verkehrslärm wegen geringerer Rollgeräusche. Die Motorgeräusche sind natürlich nicht höher, wenn man es schafft, den richtigen Gang zu wählen.

    • „dass Problem liegt nicht ander PKW-Fahrer“

      Ja, nee, ist klar.

    • Daniel M. sagt:

      Nein, sind sie nicht. Die Probleme sind vielfältig. Also auch bei uns Autofahrern!!!

  18. Anton sagt:

    Erst wurde ein Radweg von Lettin nach Heude-Nord und Dölauer Heide gefordert. Jetzt wird er aber in den seltensten Fällen benutzt. Wie vereinbart sich das?

    • einfach sagt:

      Das vereinbart sich so, dass die einzelnen Radwege voneinander getrennt sind und kein durchgehendes Radwegenetz existiert. Wer von Lettin nach Heide-Nord fährt, will oft noch ein Stück weiter in die Stadt hinein …

  19. Trollbert sagt:

    Als ehemaliger betroffener Radpendler kann ich allen jammernden mal nur einen Hinweis geben: Man kann auch durch die Heide DURCH fahren – es gibt mehrere schöne Wege die von Dölau bis zum Waldkater führen, sogar ohne große Steigungen, teilweise asphaltiert – und jetzt kommts – GANZ ohne Autos. Hab ich 10 Jahre gemacht, bis ich umgezogen bin. Funktioniert top – egal ob man ein altes DDR Diamantrad oder ein 9000€ High End 50kg E-Bike benutzt.

    • 10010110 sagt:

      Der Waldkater ist aber nicht in Nietleben.

    • KUN sagt:

      Was Sie da schreiben, ist leider nicht mal die halbe Wahrheit. Ich bin selber 20 Jahre mit dem Rad von Dölau in die Stadt zur Arbeit gefahren. Im Winterhalbjahr sind die Wege durch die Heide meistens matschig und unsicher zu befahren. Auch taugt Ihr Rat nicht für Menschen, die bei Dunkelheit nicht durch den Wald fahren wollen oder dürfen.

  20. Leon sagt:

    denkt doch mal nach: genaugenommen müsste doch jeder Autofahrer und Busfahrer ebenfalls für Radwege auf diesen Straßen sein und den verantwortlichen alle „Türen einrennen“.
    Die Straßen sind so eng, dass ein Überholen bei Gegenverkehr nicht möglich ist – und der ist ja eigentlich immer. Also bleibt nur, langsam hinter den Radfahrern zu fahren.
    Es sei denn, es kommen nun bald die hier geforderten Radwege!

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