Morgendliche Razzia in der Südstadt in Halle (Saale): Polizei sprengt internationales Prostitutionsnetzwerk
Kurz nach sechs Uhr morgens durchbrach ein dumpfer Schlag die morgenliche Stille in einem Mehrfamilienhaus in der Kiewer Straße in Halle (Saale). Mehrere Polizeibeamte verschafften sich mit einem Rammbock Zutritt zu einer Wohnung. Es war einer von insgesamt 31 nahezu zeitgleich vollstreckten Durchsuchungsbeschlüssen in fünf Bundesländern. Federführend agierten die Staatsanwaltschaft Chemnitz und die Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz im Rahmen eines umfangreichen Strukturermittlungsverfahrens wegen banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern.
Im Fokus stehen drei mutmaßliche Haupttäter – eine 47-jährige vietnamesische Staatsangehörige, ihr 42-jähriger Bruder sowie ein 47-jähriger deutscher Lebensgefährte. Darüber hinaus richtet sich das Verfahren gegen mehrere mutmaßliche Mittäter deutscher, polnischer und vietnamesischer Herkunft.

Ermittlungen seit Frühjahr 2024
Die polizeilichen Ermittlungen begannen im Frühjahr 2024. Beamte der Chemnitzer Kriminalpolizei waren auf mehrere vietnamesische Frauen aufmerksam geworden, die sich illegal in Deutschland aufhielten und in Chemnitz sowie Umgebung in sogenannten Wohnungsbordellen der Prostitution nachgingen.
In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft entwickelte sich daraus ein groß angelegtes Verfahren. Die Ermittler stießen auf ein mutmaßlich organisiertes Netzwerk aus Auftraggebern, Wohnungsgebern, Inserenten für Erotik-Anzeigen sowie Geldabholern. Der Dreh- und Angelpunkt dieses Konstrukts lag offenbar in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt – von dort aus verzweigten sich die Aktivitäten in weitere Städte und Bundesländer.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen junge Frauen in Vietnam gezielt mit dem Versprechen einer gut bezahlten legalen Tätigkeit in Deutschland angeworben worden sein. Nach ihrer Einreise seien ihnen Reisepässe und Kommunikationsmittel abgenommen worden. Anschließend habe man sie in verschiedene Bordellwohnungen im Bundesgebiet gebracht und massiv unter Druck gesetzt, sich zur Prostitution zu zwingen – angeblich zum eigenen Vorteil und zum Wohl ihrer Familien.
Am heutigen 26. Februar 2026 durchsuchten die Ermittler nahezu zeitgleich Objekte in fünf Bundesländern:
– Sachsen-Anhalt: Halle (Saale), Lutherstadt Eisleben, Zeitz, Merseburg, Dessau-Roßlau
– Sachsen: Chemnitz, Leipzig, Markkleeberg, Reichenbach im Vogtland
– Thüringen: Erfurt, Sömmerda
– Berlin: Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf
– Niedersachsen: Wolfsburg
Bei den Objekten handelte es sich um Privatwohnungen, Geschäftsräume sowie Wohnungsbordelle.
Festnahmen in Halle – 145.000 Euro Bargeld entdeckt
In der Wohnung in der Kiewer Straße in Halle trafen die Einsatzkräfte die drei mutmaßlichen Hauptbeschuldigten an. Sie ließen sich widerstandslos festnehmen und wurden für weitere polizeiliche Maßnahmen nach Chemnitz gebracht. Dort sollen sie am morgigen Tag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht vorgeführt werden.
Allein in der gemeinsamen Hallenser Wohnung der beiden vietnamesischen Hauptverdächtigen stellten die Beamten rund 145.000 Euro Bargeld sicher. Insgesamt summieren sich die beschlagnahmten Gelder auf etwa 214.000 Euro.
Darüber hinaus fanden die Ermittler:
– Dutzende Mobiltelefone
– Computertechnik und Speichermedien
– Umfangreichen Schriftverkehr
– Rund 33.000 Euro Falschgeld (in einer Berliner Wohnung eines tatverdächtigen Unterstützers)
– Verschreibungspflichtige Medikamente unbekannter Herkunft
– Eine Schreckschusswaffe (in einer Leipziger Wohnung eines tatverdächtigen Unterstützers)
19 betroffene Frauen angetroffen
In verschiedenen Bordellwohnungen stellten die Einsatzkräfte insgesamt 19 vietnamesische Frauen fest, die offenkundig illegal der Prostitution nachgingen. Sie wurden erkennungsdienstlich behandelt. Zudem erhielten sie Unterstützungsangebote durch polizeiliche Opferschutzbeauftragte sowie Mitarbeitende einer Hilfsorganisation.
Eine der Frauen, die in Thüringen angetroffen wurde, musste in eine Justizvollzugsanstalt gebracht werden. Gegen sie lag ein Haftbefehl wegen einer nicht beglichenen Geldstrafe vor.
Hunderte Einsatzkräfte beteiligt
An der Großrazzia waren rund 70 Einsatzkräfte der Polizeidirektion Chemnitz sowie fünf Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beteiligt. Zusätzlich unterstützten etwa 250 Beamtinnen und Beamte der sächsischen Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamtes Sachsen, der Polizeidirektionen Dresden, Leipzig und Zwickau sowie der Landespolizeien Berlin und Niedersachsen.
Mit den heutigen Maßnahmen ist das Verfahren keineswegs abgeschlossen. Nun gilt es, die sichergestellten Beweismittel auszuwerten. Die Ermittler erhoffen sich weitere Erkenntnisse zu den mutmaßlichen Schleusungswegen, zur organisatorischen Struktur des Netzwerks sowie zu den erzielten Gewinnen.










Wenn man dem Lindwurm einen Kopf anschlägt…
Die 145.000 sollten an die Frauen als Entschädigung ausgezahlt werden!!
Alle die Prostitution schönreden, können ja selber gerne mal ein Praktikum in der Branche machen, lasst ihr euch doch mal von jedem X-beliebigen durchrammeln, viel Spaß
Eigentlich ist es eine Schande dass die Ermittlungen seit 2024 andauern.
Unsere Polizei ist extrem lahm, auf kosten der Opfer.