Namensdebatte um das Salinemuseum: Kulturausschus vertagt Antrag erneut – „die Halloren haben es nicht verdient, dass sie abgeschafft werden“
Der Kulturausschuss hat am Dienstag erneut einen Antrag von Hauptsache Halle vertagt. Die Fraktion will den alten Namen „Technisches Halloren- und Salinemuseum“ wiederhaben.
Stadtrat Mario Kerzel beklagte, dass das Halloren-Brauchtum weggestrichen werde. Dabei seien die Halloren die Identität der Stadt. Der Name „Technisches Halloren- und Salinemuseum“ sei mehr als nur Geschichte, er sei ein Alleinstellungsmerkmal. Denn nur “Salinemuseen” gebe es einige, aber mit Halloren eben nur eines. Man dürfe diese “Wurzel nicht einfach rausreißen”. Den Namen den Museum gebe es seit 1969.
Sie halte den Namen Salinemuseum für griffig, meinte Claudia Dalbert (Grüne). Sie sei dagegen, jetzt nach drei Jahren den Namen wieder zu ändern. Allerdings beklagte auch sie die Verfahrensweise der Stadt, die im Vorfeld der Namensbenennung die Halloren nicht einbezogen hat. Denn “die Halloren gehören zu unserer Identität und zu unserer Stadtgeschichte dazu.”
“Hin- und hergerissen sei sie”, meinte Katja Müller (Die LINKE). Ihre Fraktion habe sich mit dem neuen Namen angefreundet, zumal diese nicht so sperrig sei. Allerdings brachte sie den Vorschlag für “Saline- und Hallorenmuseum ohne das Wort “technisches”, “damit wir alle gesichtswahrend aus dieser Geschichte rauskommen.”
Olaf Schöder (AfD) plädierte für eine Lösung, “die den Halloren eine Wertschätzung entgegenbringt.” Und Sabine Bauer (Hauptsache Halle) meinte, “die Halloren haben es nicht verdient, dass sie abgeschafft werden.” Sie seien eine “Institution in Halle”. Denn letztendliche habe ja das Salz den Reichtum Halle begründet. Den Vorschlag von Katja Müller nannte sie einen guten Kompromiss.
Damit wird möglicherweise in der kommenden Kulturausschusssitzung noch ein Antrag der Linken auftauchen. Müller will aber im Vorfeld bei den anderen Fraktionen ausloten, wie diese zu diesem Kompromiss stehen würden.











„Sie halte den Namen Salinemuseum für griffig, meinte Claudia Dalbert (Grüne).“
Diese Dame hat keine Ahnung von der Historie von Halle…. sehr beschämend.
Zu Halle gehören die Halloren. Wer das nicht weiß hat eine Bildungslücke!
Die Halloren Bruderschaft ist ein Alleinstellungsmerkmal nicht nur in Deutschland. Sperrig ist der Name deswegen noch lange nicht oder ist ein Zukunftszentrum nicht sperriger. Darin geht es auch nicht um SCI-FI.
Wieso sollte jemand, der einen Namen aus vier Worten für sperrig hält, keine Ahnung von der Geschichte Halles haben? Der Name hat nun mal vier Worte. Und Ja: „Zunkunftszentrum“ (ein Wort) geht schneller über die Lippen als „technisches Halloren- und Salinemuseum“. Einfach mal ausprobieren.
Geht es beim Namen eines Museums wirklich um die Bedeutung einer damit verbundenen Institution?
Dann müsste es ja auch zwingend Museum für Vor- und Frühgeschichte und die Himmelscheibe heißen.
„Alleinstellungsmerkmal nicht nur in Deutschland“
Dinge, die außerhalb niemand kennt, sind schon deshalb allein ein Alleinstellungsmerkmal, aber ist das relevant? Allerdings haben vermutlich alle Salinen eine damit verbundene Patrizierkaste, dass Alleinstellung offensichtlich der falsche Begriff ist.
Es geht hier überhaupt erst mal um die Saline an sich. Ein Begriff, mit dem der spontane Tourist etwas anfangen kann. Das schmälert die Geschichte drum herum keineswegs.
Hab mich gerade über Frau Dalbert belesen. Sie hat erst seit 1998 durch die Arbeit an der Uni mit dem Osten zu tun.
Schlimm, dass sie sich so wenig mit Halle beschäftigt hat und nichts über die Bedeutung der Halloren weiß.
Ein Streit um nichts …. Hallorenmuseum reicht vollkommen aus und ist für die Vermarktung perfekt.
Ganz ehrlich, Haushalt fehlt, aber genug Zeit für solche Diskussionen. Scham!
Nicht, dass wir angesichts der Haushaltssituation, des Zustandes von Gebäuden und Notfalleinrichtugen und mehr im Kulturbereich nicht andere Probleme hätten, zu denen der Ausschuss endlich mal irgend etwas substantielles beitragen könnte ….
Könnt ihr mir mal auf die Sprünge helfen? Was war denn vor 3 Jahren (nach Frau Dalbert) der Grund, diese Namensänderung vorzunehmen. Ich kenne seit Kindheitstagen das Museum als das Hallorenmuseum. Punkt. Die Umbenennung sollte welchen Benefit liefern? Ich hatte letztes Jahr das zweifelhafte Vergnügen einer Veranstaltung mit Frau Dalbert beizuwohnen. Danach Schnittchen, Prosecco und persönlicher Austausch. Das war ganz finster. Die Dame brillierte in völliger Unwissenheit, was die Sorgen der „normalen Bevölkerung“ angeht und schwebte in einer Blase, wo ich mich fragte, was muß ich morgens einwerfen, um genau so drauf zu sein. Gruselig.
Das sind die Sorgen der normalen Bevölkerung?
Ich lese hier singulären persönlichen Hass.
„Ich kenne seit Kindheitstagen das Museum als das Hallorenmuseum. Punkt.“
Und so hieß es paradoxerweise nie. Semikolon;
Du darfst es trotzdem weiterhin so nennen. Verbietet dir niemand.
Zu 50% hat er, sie, es schon Recht.
https://www.ddr-museum.de/de/objects/1021442
50% – das ist gerade so eine 4
aber ehrlich, nur „Salinemuseum“ wäre bestanden …
ich persönlich finde das die Stadt viel zu wenig mit den Halloren wirbt.. Die müssten viel präsenter sein … Andere Städte würden sich freuen so eine historische Bruderschaft zu haben .. in Halle dagegen wird alles zerquasselt.
Ja, die Geschichte Halles ist eng mit dem Salz und den Salzsiedern verbunden. Ich finde auch, dass das Stadtmarketing die Halloren mehr in die Werbung für Halle einbeziehen sollte, statt mit Comic-Rentieren zu werben. Bald sollen ja angeblich viele Touristen nach Halle kommen, wenn das „Zukunftszentrum“ fertig sein wird. Man sollte sich langsam mal Gedanken machen über eine angemessene Werbestrategie.
Die Leute im Stadtrat haben offensichtlich lange Weile, warum kann es nicht so bleiben bzw. heißen wie es immer hieß. Es wird ja immer schlimmer, was dort beraten wird. Darum sieht es so aus in unserer. Die Straßen kaputt und Wegen schmutzig. Verhandelt Sachen die wirklich wichtig sind.
Mach einfach nicht mit. „Problem“ gelöst.
Was für eine blödsinnige Scheindebatte um Eitelkeiten.
Nennt das Ding Salinemuseum und fertig.
So nennt es eh jeder. Niemand sagt dazu Technisches Halloren und was was ich Museum.
Es wäre schön, wenn die Stadträte sich um ernsthafte Probleme kümmern würden.
Für mich ist es das SALINE-MUSEUM, aber ich weiß, dass da die HALLOREN sind.
Ich bin nun nicht in Halle geboren, wohne aber schon lange hier. Und ich war schon mehrmals im Saline-Museum.
Vor geraumer Zeit hab ich mir im der TOURIST-INFORMATION HALLE den ‚STADTPLAN FÜR KINDER‘ mitgenommen. Und da steht ‚Saline-Museum Halle‘.
Für mich ist es das SALINE-MUSEUM, aber ich weiß, dass da die HALLOREN sind.
Ich bin nun nicht in Halle geboren, wohne aber schon lange hier. Und ich war schon mehrmals im Saline-Museum.
Vor geraumer Zeit hab ich mir im der TOURIST-INFORMATION HALLE den ‚STADTPLAN FÜR KINDER‘ mitgenommen. Und da steht ‚Saline-Museum Halle‘.
Und warum soll das die Stadträtin denn nicht wissen?
Heute gelesen https://science.nasa.gov/earth/earth-observatory/a-little-town-with-a-long-name/
Städtchen in Wales, Name 58 Zeichen, etwa 3000 Einwohner
Naja, hab nicht probiert, den Namen auszusprechen.
Es gibt zwar die Hallorenstraße, aber was hat die mit den HALLOREN zu tun?
Man hätte ja die Delitzscher oder Mansfelder so nennen können.
Aber gestern hat ja der Öl-Pumper einen gucken lassen — ein großer Platz, benannt nach einem halleschen Industrieellen, hat der umbenannt (naja, ein Postbote hätte vielleicht trotzdem richtig zugestellt)
„Denn “die Halloren gehören zu unserer Identität und zu unserer Stadtgeschichte dazu.“
Die Halloren waren mal ziemlich üble Monopolisten, die den freien Wettbewerb am Markt verhinderten. Außerdem genossen sie gegenüber halleschen Bürgern Privilegien, die ihnen eigentlich nicht zustanden. Zu meiner Identität gehören diese Herren von daher nicht.