“Nicht Tierschutzgerecht”: Stadtverwaltung lehnt Idee zu Einlaufhunden aus dem Tierheim im Stadion ab

Die Idee klang nach einer charmanten Marketing-Aktion für den Tierschutz, doch die Stadtverwaltung zieht nun einen deutlichen Schlussstrich. Der Vorschlag, Tierheimhunde gemeinsam mit den Profis des Halleschen FC (HFC) ins Stadion einlaufen zu lassen, ist offiziell vom Tisch. Die Begründung: Das Wohl der Tiere stehe auf dem Spiel.

In der Tradition des Fußballs sind Einlaufkinder ein fester Bestandteil der Zeremonie. Die Stadtratsfraktion FDP / Freie Wähler wollte dieses Konzept erweitern. Ihr Vorschlag sah vor, etwa zweimal pro Saison Tierheimhunde – und im Idealfall sogar Katzen – an der Leine der Spieler auf den Rasen des Leuna-Chemie-Stadions zu führen. Flankiert von Stadiondurchsagen und Anzeigen auf der Videowand sollte so die Vermittlungsquote des städtischen Tierheims gesteigert werden.

„Nicht tierschutzgerecht“: Klare Absage der Dezernentin

Die Stadtverwaltung erteilte diesem Vorhaben nun jedoch eine deutliche Absage. Sozialdezernentin Katharina Brederlow fand in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses klare Worte für die Ablehnung. Das Vorhaben sei schlicht „nicht tierschutzgerecht“.

Das Hauptargument der Verwaltung ist die enorme Belastung für die Tiere. Ein Fußballstadion mit tausenden Fans stelle eine extreme Stresssituation dar. Die Lärmkulisse durch Fangesänge, Trommeln und plötzlicher Torjubel seien für Hunde unberechenbar. Brederlow warnte, dass Hunde bei einer solchen Geräuschkulisse instinktiv versuchen würden, sich zu verstecken. Im schlimmsten Fall könne der Stress zu aggressivem Abwehrverhalten oder Angriffen führen – eine Gefahr für Spieler, Schiedsrichter und die Tiere selbst.

Unterstützung ja, aber ohne Stress

Trotz der Absage für die Stadion-Aktion stieß der Kern des Antrags bei der Dezernentin auf Verständnis. Das Ziel, die Vermittlungschancen der Schützlinge aus dem Tierheim zu verbessern, bleibe wichtig.

Statt die Tiere der Unruhe im Innenraum auszusetzen, schlägt die Stadt nun alternative Wege vor. Man wolle prüfen, wie hallesche Sportvereine – nicht nur aus dem Fußball – im Umfeld der Spiele unterstützen können. Denkbar seien Informationsstände vor den Stadien oder Hinweise in Vereinsmedien, um potenzielle Halter auf die Tiere aufmerksam zu machen, ohne die Vierbeiner dem Trubel auf dem Rasen auszusetzen.

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23 Antworten

  1. ICH sagt:

    Na welch Überraschung…sind wohl offenbar doch nicht alle in der Stadtverwaltung plemplem (und nun zählen wir mal die Sekunden runter…)

  2. Hans Hansen sagt:

    Hat die FDP -Fraktion keine anderen Probleme? Was kommt als nächstes:
    Sollen wir als nächstes Abfall Essen !
    So und jetzt der sogenannte Paulus Hallenser !!!!!

  3. Ich71 sagt:

    Vielen Hunden in den Tierheimen wäre schon geholfen, wenn die sogenannte „Kampfhundesteuer“ entfallen würde. Aber Einnahmen sind ja wichtiger als die Not der Tiere. Und speziell dem Tierheim Halle empfehle ich eine regelmäßige Aktualisierung der Website und freundlichere Öffnungs-/Sprechzeiten.

    • 100 % Zustimmung sagt:

      Ich kann allen genannten Punkten nur uneingeschränkt zustimmen. Die hohe Listenhundsteuer ist ein nicht zu begründender Irrsinn. Und speziell dem Tierheim Halle sind leider noch etliche Dinge mehr zu empfehlen, dort regieren Intriganz, Ignoranz und oft genug auch Inkompetenz.

    • @Ich71 sagt:

      Wie genau wäre den Hunden denn geholfen?

      • Ich71 sagt:

        Dir scheint nicht bekannt, wie hoch die „Kampfhundesteuer“ ist und das viele Leute durch die Höhe dieser „Kampfhundesteuer“ von solchen Hunden Abstand nehmen. Ich hatte vor Jahren 2 Stück dieser sogenannten „Listenhunde“ und konnte diese aber zum Glück im Saalekreis anmelden. Hier in Halle wäre ich sonst weit über 1000€ gewesen.

        • Wie meinen? sagt:

          Wie viele Hunde würden im Tierheim denn darunter fallen? Wenn ich mir die Bilder angucke schätze ich auf maximal zwei, tendenziell nur einer. Eher habe ich das Gefühl, hier wird ein privater Wunsch mit einem öffentlichen Nutzen verbunden.

          Die Öffnungszeiten sind doch völlig in Ordnung. Man muss ja so oder so Zeit für das Tier aufbringen. Da braucht man mit einem 8-bis-16-Job nicht zu kommen, wenn man sich alleine um das Tier kümmert.

          • Ich71 sagt:

            „Wenn ich mir die Bilder angucke …“ Und da ist schon dein erstes Problem! Wie alt sind denn die Bilder? Geh doch mal selbst ins Tierheim und schau welche Hunde dort sind. Selbst die Öffnungszeiten stimmten nicht auf der Website. Aber eine andere Frag habe ich noch. Seit wieviel Jahren hast du Hunde? Ich seit mittlerweile 36 Jahren.

  4. Katrin sagt:

    Wer macht denn solche Vorschläge? Null Ahnung von Hunden und Katzen . Und schon gar nicht von sowieso gestressten Tierheimbewohnern. Kann man Frau Brederlow nur danken.

  5. MS sagt:

    Es ist nur schade, dass man den Tieren eben kaum helfen kann, dass aber auf der anderen Seite auch gigantische Anforderungen an Halter gestellt werden: Haus mit großem Garten, ländliche Gegend, viel Zeit und keine/nur große Kinder…Und für freiwillige Helfer hatte man zumindest im städtischen Tierheim auch nix übrig, als ich nachgefragt habe….

    • : sagt:

      Wäre wünschenswert, wenn sich Hundehalter*innen über genau solche Punkte vorher Gedanken machen würden. Wenn man ehrlich ist, werden Hunde leider oft aus eher egoistischen Gründen angeschafft – und ihr Wohl landet dann schnell auf Platz zwei. Das gilt besonders in der Stadt, wo die Lebensumstände für viele Tiere schlicht nicht passen.

      • ICH sagt:

        Aus welchen Gründen werden Haustiere denn bitte sonst angeschafft, wenn nicht aus „egoistischen“? Klingt im ersten zwar Moment böse, aber wohl fast jeder holt sich ein Tier ins Haus, weil er dieses mag und nicht, weil er das Zusammenleben mit Tieren eigentlich so richtig scheiße findet, aber unbedingt helfen will. Und ganz allgemein findet das Tierwohl sehr wohl ausreichend Beachtung, es sind die Ausnahmen, die regelmäßig schockieren. Und dein letzter Satz ist ja wohl, zumindest auf Hunde oder Katzen bezogen, schlichtweg Unsinn. Aber Hauptsache gegendert.

        • Hinweis sagt:

          Mit egoistischen Gründen ist sicherlich eher gemeint: „Ich fühle mich nach der Arbeit allein und hätte da gerne eine Seele, die auf mich wartet!“

          Vierbeiner passen nicht zu einem Single-Vollzeitjob. Das muss man einfach wissen.

          Aber Hauptsache sich über Leute die gendern echauffieren.

    • Zum Teil richtig sagt:

      Den letzten Satz kann ich aus erster Hand bestätigen. Obwohl Unterstützung DRINGEND nötig wäre, sind die Herrschaften dort der festen Überzeugung, sie wüssten alles besser und ehrenamtliche Helfer seien eh dumm und ein nerviges Übel. Die Aussage bzgl der „gigantischen Anforderungen“ an potentielle Halter erscheint nur auf den ersten Blick so, in den Tierbeschreibungen liest sich das in der Tat oft so, zumindest das städtische Tierheim wählt dann aber tatsächlich einen deutlich pragmatischeren Ansatz. Nach meinem Dafürhalten teilweise sogar deutlich zu „pragmatisch“.

    • Mora sagt:

      Melde Dich erstmal zum Gassigehen in der Steffensstraße!

      • Er hat recht sagt:

        Melde du dich doch mal, dann wird dir schnell auffallen, wie groß deren Interesse an dir und deiner Mitwirkung ist 😉

        • Mora sagt:

          Ich helfe dort ehrenamtlich!
          Man muss natürlich eine Schulung machen, um die Tiere ausführen zu dürfen.
          So groß ist deren Interesse an mir und meiner Mitwirkung.

    • Volksrichter sagt:

      Ich kann dich durchaus verstehen aber meine Impression ist, dass verdammt viele Hundebesitzer gar nicht wissen, wie sehr man zum Beispiel in nur einer Stunde, des fordernden Aktivspiels und korrekter Arbeitsvergabe, einen Hund so richtig auslasten und damit glücklich machen kann. Wer jetzt Schuld ist, ob Tierschutz bzw. Züchter dank falscher Informationen oder die Halter selber, weil sie sich nicht genug informiert haben, ist auch erst einmal nebensächlich.
      In Sachsen-Anhalt gibt es laut Landesstatistik, an erster Stelle, Labradore, JR-Terrier und Schäferhunde. Alle drei dafür bekannt, sehr energetisch und Arbeitssuchend zu sein; der Gang ein oder zweimal am Tag um den Block, der reicht nunmal nicht und stupide 10 Minuten Ball werfen tuts auch nicht. Genauso brauchen solche Tiere eben nicht Mythosgleiche Auslastung sondern eine Struktur, mit Ruhezeiten, damit sie nicht konstant in Erwartungshaltung sind; Stress tut weder Mensch noch Hund gut.

      Auf dem Papier empfinde ich die Voraussetzungen des Tierschutzes auch für eine Checkliste von oft einfach nicht einzuhaltenden Kriterien, die schon alleine an den zu vermittelnden Hunden und nicht vorhandenen Haltern scheitert aber das ganze stellt aus Prinzip ein Ideal dar. Im Gespräch mit den jeweiligen Zuständigen, sollte dir die Möglichkeit gegeben werden, deine persönliche Situation und Lebensweise darzustellen und darauf wird auch eingegangen. Auch der Tierschutz ist sich bewusst, dass ein soziales Wesen wie der Hund, allein gelassen im großen Außengehege, ein viel schlechteres Leben führen wird, als ein Schäferhund in der Stadt, der jeden Tag 1-2 Stunden Kopf-, Schnüffelarbeit und soziales Spiel genießt.
      Wer keine 2 Stunden am Tag mit seinem Hund interagieren möchte, sollte auch keinen halten.

  6. Die Ölv 11 sagt:

    Den Tieren sollte man diesen Stress ersparen.

  7. Didi Meisenkaiser sagt:

    Ein guter Tag für die Tiere. Mehr gibt es zu diesem Nonsensantrag nicht zu sagen.

  8. Dino sagt:

    Hat man denn keine anderen Probleme in der Stadt zu lösen?

  9. Krachmacher sagt:

    Ich bin für Bienen und Mücken!

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