Ostbeauftragte der Bundesregierung: „Standort DB Museum in Halle (Saale) ist ein besonderer Ort“
Im Bahnmuseum in Halle (Saale) geht es ab April nun doch weiter. Nicht nur die Freude bei den Lokalpolitikern ist groß.
Die Ostbeauftrage der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, sagt: „Ich freue mich sehr, dass der Standort des DB Museums in Halle (Saale) ab April 2026 wieder seine Pforten öffnen wird. Ich habe mich persönlich für den Erhalt dieses besonderen Ortes eingesetzt, weil es mir am Herzen liegt, dass solche Räume erhalten bleiben. Hier können Besucherinnen und Besucher in die faszinierende Geschichte der Eisenbahn eintauchen und tolle technische Originale entdecken. Ich wünsche dem DB Museum in Halle (Saale) eine erfolgreiche Wiedereröffnung und viele neugierige Besucherinnen und Besucher!“











Also ich weißnicht. Ich glaube nicht, dass sich mehr als 3% der Bevölkerung dafür interessiert.
Was bedeutet das jetzt?
Naja, mal ganz idealistisch betrachtet: 3% der Einwohner von Halle sind rund 7200 Personen. Diese 7200 interessierten Personen verteilt auf 12 Monate egeben wiederum 600 Gäste im Monat und demnach ca. 150 Besucher jedes Wochenende. So ganz grob überschlagen und vereinfacht. Klingt jetzt nicht so ganz nach Rohrkrepierer, wenn sich „nur“ 3% dafür interessieren und daher definitiv erhaltenswert.
kannst ja mal deine Interessen hier auflisten. Nur mal so aus Interesse.
Das ist wohl korrekt. Ich (blöder Wessi, wohnhaft in Halle seit über 20 Jahren) z.B. war nie in diesem Museum – einfach, weil mich Lokomotiven nicht interessieren bzw. ich die technischen Feinheiten nicht verstehe. (Soll vorkommen, weil die meisten Leute keine Lokführer sind!) Die Besucherzahlen dürften sich daher in der Vergangenheit im überschaubaren Bereich bewegt haben, jedenfalls weit ab von einer Massenattraktion bzw. kostendeckenden Besucherzahlen.
Im Grunde genommen ist dieses DB-Museum ein Museum für Eisenbahnnerds. Daher hat die DB völlig korrekt die Frage gestellt (auf gut schwäbisch – ja, ihr hasst diesen Dialekt natürlich in ST, deshalb mache ich das jetzt erst recht): „Lohnt sich des eigentlich? Braucht’s des wirklich?“ Und man ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Besucherzahlen die nicht unerheblichen Kosten kaum rechtfertigen.
Nun könnte man von den hiesigen Eisenbahnnerds erwarten, wenn ihnen denn das Museum so wichtig ist, dass sie das auch durch eine entsprechende private Zahlungsbereitschaft auszudrücken (höhere Eintrittspreise, private Spenden, Stiftungen etc.). Stattdessen verlegt man sich wieder auf die übliche Ossi(und auch Wessi-)taktik, in die leider jetzt auch der sog. Ostbeauftragte mit einstimmt, nämlich nach dem „Staat“ zu rufen und zu jammern, dass die „bösen Wessis“ den armen, unterdrückten Ossis wieder mal ein Stück Geschichte/ostdeutsche Identität klauen wollen. Polemiker und Demagogen vom Schlage eines Dirk Ochmanns lassen grüßen …
Und natürlich ist man damit wieder mal erfolgreich. Irgendwelche überregionalen Effekte bzw. Effekte über die einschlägige Nerdgemeinde hinaus kann ich jedenfalls nicht erkennen, aber Hauptsache, die Kosten trägt die DB, bzw. bei deren chronischen Defiziten letztendlich der Steuerzahler – und bloß nicht diejenigen, denen das Museum doch angeblich so am Herzen liegt!
@steuerfinanziertesnerdmuseum: Bei dieser Denkweise dürfte es überhaupt keine Museen, Theater, Opern, Archive und ähnliche Orte zur Befriedigung „nerdiger“ Interessen geben. Es muss sich nicht immer alles lohnen oder rechnen! Für den Schwaben: Rechnet sich Stuttgart21? Rechnen sich das Einmauern von Bahnanlagen mit Lärmschutzwänden? Es gibt Dinge auf dieser Welt, die lassen sich nicht mit Zahlen beschreiben, haben aber dennoch ihre Daseinsberechtigung und sei es „nur“ aus historischem Interesse. Zudem sind viele der Leute dort ehrenamtlich unterwegs. Es ist gut, dass es noch Leute mit verschiedenen Interessen gibt, die für etwas brennen, auch wenn es bei der Masse als „nerdig“ abgetan wird.
Entschuldigung, ich weiß ja nicht, was man Ihnen in den hiesigen „integrierten Gesamtschulen“, beigebracht hat. Tatsache ist nun mal, dass staatsfinanziertes Theater, Oper, Kultur etc. eine vergleichsweise moderne Erscheinung des 20. Jahrhunderts ist. Theater etc. war lange Zeit eine Angelegenheit von rein privaten „Unternehmen“, angefangen von den „Thespisjüngern“, den wandernden Schauspielern des alten Griechenlands, über die von den römischen Herrschern bzw. lokalen Adligen finanzierten Theateraufführungen (und sonstigen „Spielen“) bis etwa zu den Produktionen eines Herrn Shakespeare. Schon klar, dass es sich hier um ein privates Theaterunternehmen handelte, das sehen musste, dass die Einnahmen die laufenden Kosten deckten? Hat dieser Druck, dass seine Angestellten regelmäßig essen wollten, die Kreativität William Shakespeares negativ beeinflusst? Im Gegenteil, seine heute sprachlich völlig antiquiert wirkenden Stücke waren damals die absoluten Straßenfeger, eben das, was das Publikum offensichtlich sehen wollte. Genauso sah das auch im übrigen Europa aus: wandernde Schauspieler, Zirkusse etc. befriedigten das Kulturbedürfnis auf dem Land. Städtische Theater mit festem Ensemble waren oftmals Stiftungen wohlhabender Privatleute (und die höfischen Theater und Opernhäuser zwar „staatsfinanziert“, aber ein reines Vergnügen der Fürsten und für den gemeinen Mann nicht zugänglich.) Selbst in der Weimarer Republik war die deutsche Theaterlandschaft überwiegend privat finanziert und bescherte uns wunderbare Stücke wie etwa Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“. Auch die amerikanische Theaterlandschaft war und ist überwiegend privat finanziert, was deren Kreativität aber keinen Abbruch zu tun scheint. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen. Es kommt also durchaus auch ohne staatliche Vollsubventionierung zur Entwicklung einer regen kulturellen Tätigkeit.
Im Gegensatz dazu diente in der ach-so-tollen DDR die staatliche Finanzierung des kulturellen Lebens vor allem der Kontrolle des Kulturbetriebs, d.h. vor allem der staatlichen Gängelung des Theaters etc. im Sinne der sozialistischen Ideologie, oder haben Sie das schon vergessen? Und ich kann im Übrigen keinen Vorteil darin erkennen, wenn heute in West- wie Ostdeutschland der Kulturbetrieb staatlich subventioniert wird und die Regisseure und Dramaturgen ihr Schaffen vor allem als eine Möglichkeit zur Bewältigung ihrer pubertären Traumata sehen, d.h. etwa eine simple Aufführung von Schillers „Die Räuber“ in einer apokalyptischen Marslandschaft spielen zu lassen.
Was ich also damit sagen wollte, ist, dass Kulturbetrieb, Museen etc. auch ohne staatliche Subventionierung möglich sind. Ob staatliche Subventionierung die Qualität des Kulturbetriebs oder der Museen positiv beeinflusst, steht auf einem anderen Blatt. Mit Bezug auf dieses Eisenbahnmuseum heißt das, ich lehne keineswegs eine staatliche (Mit-)Finanzierung ab, erwarte aber von der hiesigen Eisenbahnnerdgemeinde eine angemessene finanzielle Beteiligung.
„Ich (blöder Wessi, wohnhaft in Halle seit über 20 Jahren) z.B. war nie in diesem Museum –“
„Die Besucherzahlen dürften sich daher in der Vergangenheit im überschaubaren Bereich bewegt haben“
Puh… Ja… Doch, Deine Selbsteinschätzung stimmt.
Oh dear, oh dear. Marty „Opa“ Bochmann, Halles Drachenlord 2.0 und seine Kaspertruppe aus unbezahlten Vertriebsmitarbeitern der „Titanic“ kriechen wieder unter ihrem Stein hervor. Was hat den Ihren Winterschlaf gestört? Vielleicht könnten Sie zur Abwechslung mal auf meine Argumente eingehen, statt die üblichen postpubertären Kommentare abzugeben. Sie sind eigentlich mit Mitte 50 zu alt dafür. Aber man kann eben von Leuten keine übermäßige intellektuelle Anstrengung erwarten, die schon ein Jurastudium als Gefährdung ihrer geistigen Gesundheit empfunden haben. (Ernsthaft Herr Bochmann: wo nichts ist, kann auch nichts gefährdet werden….) Aber reden Sie nur weiter, Herr Bochmann, irgendwann kommt mal was Sinnvolles heraus…
Das bedeutet jetzt, das sich die „Ostbeauftragte“ dafür eingesetzt hat um das befürchtete Wahlergebnis im „Osten“ in letzter Minute noch etwas abzufedern und die „Ossis“ etwas milder zu stimmen. Ganz einfach. Ich denke mal, da wurde jetzt für ein Jahr eine Betriebskostenzahlung übernommen und dann ist nach den Wahlen wirklich Schluß.
„Ich denke mal“
Das halte ich für ein Gerücht.
Entschuldigung, Marty „Opa“ Bochmann, aber seit wann denken Sie denn? Wissen Sie überhaupt, was das ist, denken? Sprechen Sie doch nicht von Dingen, die Sie nicht verstehen. „Früher“ hätte man zu Leuten wie Ihnen gesagt, Sie sollten das Denken lieber den Pferden überlassen – die hätten einen größeren Kopf dafür. Im Übrigen sollte jeder Ossi, der sich als unbezahlter Vertriebsmitarbeiter der „Titanic“ verdingt (die „Partei“ ist nichts anderes als ein Marketinginstrument dieser von Wessis dominierten Zeitschrift – da haben wir Wessis aber Ossis wie Sie so was von vera…t und Sie merken das nicht mal in 100 Jahren….) sich auf seine geistige Gesundheit untersuchen lassen. Aber manchen Leuten ist eben nicht zu helfen…
Ich finde es super,das DB Museum in Halle gerettet ist!Hier wird Eisenbahngeschichte geschrieben!Die phantastische Welt der Eisenbahn live erleben!Es gibt auch mal gute Nachrichten! Vielen Dank,an Alle die sich dafür eingesetzt haben!
Wer mal eine nostalgische Fahrt möchte, dem empfehle ich die Döllnitzbahn (Schmalspur) Oschatz – Mügeln (ggf Kemmlitz) (https://www.doellnitzbahn.de/fahrplaene-tarife/fahrplaene/
Allerdings fahren in der Schulzeit in Sachsen nur DieselZüge und nur Mo-Fr.
Die nächsten Dampffahrten sind 7. ,8.3., D-Ticket sollte gelten lassen, aber bei Dampf kostet das Zuschlag.
Oschatz erreicht man mit dem RE Leipzig – Dresden ab Leipzig hbf. in ca 40′
Allerdings sollte man sich zum Umsteigen genügend Zeit einplanen, da der RE oben und ziemlich hinten abfährt.
Bei der Rückfahrt kann man sich das Umsteigen etwas erleichtern, wenn man in Wurzen oder spätestens in Paunsdorf in eine S-BAHN umsteigt, die in L-Tief hält. Sollte man vorher checken.
Davon hat aber das DB-Museum nichts.
Voller Erfolg die Rettung des DB Museum in Halle! Eisenbahngeschichte hier live erleben.Dank an alle die das ermöglicht haben!
Das ist großartig! Nach allem, was in Halle an Industriegeschichte schon verschwunden ist, ist die Bedeutung dieses Ortes immens.
Super! Es ist doll. Wer erklärt denn sonst mit so viel Freude und Fachwissen unsere Kinder über dir Züge und die Bahn auf! Ich finde es schön!
Ich freue mich für die Mitarbeiter und die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums Halle.
Und wir sollten endlich mal mit dem Ost-West Streitigkeiten aufhören, die sind kindisch. Es geht hier um die Bedeutung der Eisenbahn für Halle für den gesamten regionalen Bereich um Halle herum und auch weit darüber hinaus (für ganz Deutschland).
Und wie jemand anderes auch schon angeführt hat, wenn es „nerdig“ sein sollte weil vor allem Eisenbahninteressierte sich für den Erhalt einsetzen, dann wäre dies auch für andere Museen so zu verstehen, denn auch hier sind es „nerdige“ Menschen.
Jedes Museum hat seine Daseinsberechtigung, und manchmal brauch es halt einen kleinen Schubser um vielleicht etwas zu ändern, damit mehr Interessierte vorbeischauen.
In diesem Sinne wünsche ich dem Museum einen erfolgreichen „Neustart“ und natürlich auch neue und inspiriende Ideen, um über den Eisenbahner hinaus den Besucher zu motivieren, vorbeizuschauen.