Rückgang der Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt: Arbeitsagentur sieht Vorboten auf Frühjahrsbelebung

Die Arbeitslosigkeit ist in Sachsen-Anhalt im Februar 2026 gesunken. 93.761 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 909 Personen weniger (-1 Prozent) als im Januar, aber 2.522 Personen bzw. 2,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,5 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,2 Prozent. Der Bestand ist auch nach Saisonbereinigung identisch. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Langzeitarbeitslose (37,5 Prozent) und Personen ab 50 Jahren (35,9 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 0,6 Prozent gesunken.

In Halle (Saale) sind im Februar 12.558 Personen arbeitslos gemeldet, 85 weniger als im Januar, aber 175 mehr als vor einem Jahr. Die Quote liegt bei 10,1%.

Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 36 Prozent (33.733 Personen) aller Arbeitslosen. Das entsprach dem Wert vom Vormonat, vor einem Jahr waren es 2.886 Personen (9,4 Prozent) mehr.

„Die Arbeitslosenzahl sank im Februar wieder etwas, was dem üblichen saisonalen Muster entsprach. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg jedoch stark an. Dieser Anstieg war teilweise auf das Ende von Ausbildungen zurückzuführen. Es ist zu hoffen, dass diese jungen Fachkräfte bald ihre berufliche Laufbahn beginnen können. Positiv ist, dass wieder mehr freie Arbeitsstellen gemeldet wurden, was auf die beginnende Frühjahrsbelebung hindeutet. Durch Qualifizierung und Weiterbildung können wir sicherstellen, dass unsere jungen Fachkräfte die richtigen Kompetenzen für den Arbeitsmarkt besitzen und erfolgreich ihre berufliche Laufbahn starten können“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

„Der Arbeitsmarkt im südlichen Sachsen-Anhalt zeigt sich insgesamt weiterhin stabil, steht jedoch vor spürbaren Herausforderungen – insbesondere mit Blick auf die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit. Gerade junge Menschen benötigen beim Übergang von Schule in Ausbildung oder Arbeit gezielte Unterstützung und verlässliche Perspektiven. Unser Anspruch ist es, aktiv Chancen zu schaffen. Daher setzen wir verstärkt auf Berufsorientierung, Ausbildungsförderung und individuelle Beratung, um Jugendlichen frühzeitig den Weg in eine nachhaltige Beschäftigung zu ebnen und gleichzeitig Unternehmen bei der Sicherung ihres Fachkräftebedarfs zu unterstützen“, so die Chefin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Süd, Simone Meißner.

Arbeitsaufnahmen und Entlassungen 4.608 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 995 mehr als im Vormonat und 58 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 5.694 Menschen im Februar aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 3.174 weniger als im Vormonat, aber 38 mehr als vor einem Jahr.

Stellenmeldungen Im Februar wurden insgesamt 3.531 freie Stellen von Betrieben aus Sachsen-Anhalt neu gemeldet. Das waren 1.095 Stellen mehr als im Vormonat (45 Prozent), aber 31 weniger als vor einem Jahr (-0,9 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen-Anhalt 5.967 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 0,2 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte Stand Dezember 2025 waren laut Hochrechnung in Sachsen-Anhalt 789.500 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 5.700 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 7.400 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung Die sogenannte Unterbeschäftigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf 115.177 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Berichtsmonat insgesamt 118.833 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 346 Personen weniger wie im Vormonat und 5.065 Personen weniger als im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit Die Arbeitsagenturen registrierten im Februar 36 Anzeigen für 705 Beschäftigte. Im Januar waren es 77 Anzeigen für 1.032 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Bauvorbereitung mit 8 Anzeigen für 43 Beschäftigte. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im November 2025 insgesamt 2.370 Beschäftigte in 115 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen.

Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 11.02.2026.

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Eine Antwort

  1. Das Amt sagt:

    In Sachsen Anhalt gesunken… aber leider nicht in Halle.

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