Stadtratsvorsitzende Katja Müller verabschiedet sich in der letzten Sitzung von dem Posten – AfD-Räte verlassen aus Protest den Saal

Am Mittwochabend ging die letzte Sitzung des aktuellen Stadtrats zu Ende. In zwei Wochen tagt dann das neu gewählte Gremium. Die scheidende Stadtratsvorsitzende Katja Müller richtete die letzten Worte an das Gremium. Bereits zu Ende der letzten Wahlperiode sprach sich als Vorsitzende und ging damals auf die weltpolitische Lage ein. Die Welt 2019 sei nicht mehr so wie sie 2014 war. “Wenn ich mir das heute, fünf Jahre später, nochmal in Erinnerung rufe, erscheint mir der damals umrissene gesellschaftliche Umbruch tatsächlich beinahe klein und lächerlich.” Da gab es den Terroranschlag von Halle mit zwei Toten, die Corona-Pandemie und den verbrecherischen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. 

Am fünften Jahrestag des Anschlags von Halle erstarke bundesweit eine Partei, “die gesichert rechtsextrem eingestuft wird”, so Müller. “Viele Menschen lassen sich nicht mehr abschrecken von menschenverachtenden Worten, Geheimplänen und Taten. Der gesellschaftliche Zusammenhalt und die politische Kultur sind erodiert. Wir sind im Zeitalter des Populismus und der alternativen Fakten angekommen.” Kritik an den Worten kam aus den Reihen der AfD. “Bleiben Sie mal neutral”, sagte der Fraktionsvorsitzende Alexander Raue. Zusammen mit Olaf Schöder und Carsten Heym verließ er anschließend den Saal. “Eine Stadtratsvorsitzende und andere Amtsträger müssen an dieser Stelle nicht mehr neutral sein”, sagte Müller. Eine Neutralitätspflicht müssen dann enden, wenn es darum geht, Demokratie und Menschenwürde zu verteidigen. 

Müller verteidigte die Suspendierung von Oberbürgermeister Bernd Wiegand vor mittlerweile 4 Jahren. “Ich halte die Suspendierung nach wie vor für richtig.” Bürgermeister Egbert Geier habe die Situation hervorragend gemeistert, “Die Stadt ist nicht zusammengebrochen.” In diesem Zusammenhang ging sie auch noch auf das Zukunftszentrum ein. “Diesen Knaller sollten wir uns nicht entgehen lassen.”

Die Vorsitzende des Stadtrats gewesen zu sein, sei ein Privileg gewesen. Müller sprach von unterschiedlichen Perspektiven – einmal als gewählte Stadträtin, und einmal als Vorsitzende. Sie könne diese Erfahrung nur allen anderen empfehlen. Denn dann bekomme man ein ganz anderes Gespür dafür, welches Bild ein Stadtrat nach Außen abgibt.

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24 Antworten

  1. HALLEnser sagt:

    Gut, dass die Wähler das auch so gesehen haben, eine unangenehme Person und peinlich für die Außendarstellung der Stadt.

  2. JEB sagt:

    Endlich ist sie weg!

  3. Klaus Klaus sagt:

    Schön

  4. Klaus Klaus sagt:

    SchönSchön

  5. Aha sagt:

    Endlich geht diese Person, endlich!

  6. Einwohner sagt:

    Als Stefanie Mackies (Die Linke) bei Anti-Israeli-Demos mitmachte, war die Müller auch nicht neutral, da kam kein Wort von ihr. Leider bleibt sie im Stadtrat erhalten.

    • "...auch nicht neutral,... sagt:

      … da kam kein Wort von ihr.“ Neutraler geht ja wohl kaum.

    • PaulusHallenser sagt:

      Es ist davon auszugehen, dass Katja Müller die Geisteshaltung, die Stefanie Mackies an den Tag legt, unterstützt. Es spricht Bände, dass die hallesche Linkspartei Stefanie Mackies trotz des Besuches einer Demo, auf der mutmaßlich antisemitische und rassistische Parolen skandiert wurden, nicht ausschließt.

  7. Entchen sagt:

    Das ist absolut kein Verlust! Ihr Verhalten im Stadtrat und auch gegenüber Herrn Wiegand war unmöglich und oft respektlos.

  8. Emmi sagt:

    „Die Welt 2019 sei nicht mehr so wie sie 2014 war.“
    Wäre schlimm, wenn sich die Welt nicht weiterentwickelt. So eine naive Aussage. Herr Geier hat gar nichts gemeistert, er war anwesend, mehr nicht. Herr Wiegand ist der rechtmäßige OB. Frau Müller hat Steuergelder sinnlos vor Gerichten verplämpert. Endlich ist sie weg.

    • Emmi macht wieder mal Remmi-Demmi. sagt:

      „Die Welt 2019 sei nicht mehr so wie sie 2014 war.“

      Nein, wirklich? Das ist ja eine bahnbrechende Erkenntnis! Herr Wiegand, das ist natürlich der wahre Retter, der einzige legitime OB. Und Frau Müller? Die hat Steuergelder verbrannt wie kein anderer?

    • Marina sagt:

      Na, Emmi, Deine Wiegand-Truppe hat aber trotzdem ganz schön Federn gelassen!

  9. Maria Cron sagt:

    Trotz ihrer Nichtneutralität bleibt die Dame dem Stadtrat erhalten. Sie
    wird erneut für Furore sorgen, sie kann nicht anders, aber die LINKEN
    sind geschrumpft. Nimmt Erfurt sie uns nicht ganz ab oder ist sie dort
    bereits abgeschrieben ?

  10. T. sagt:

    Im Stadtrat und noch dazu dann als Vorsitzende untragbar und absolut keinen Werbung für Halle.

  11. joki sagt:

    – AfD-Räte verlassen aus Protest den Saal – Diese Leute braucht, außer der hallische Mob, eh keiner.

  12. Mikele sagt:

    Den extrem Rechten fehlt jeder Anstand, jede Höflichkeit. Die Sitten verkommen. Das sagt einiges über deren WählerInnen aus.

    • Buerger sagt:

      So ein Blödsinn!
      Frau Müller hat sich eigenmächtig außerhalb der Tagesordnung das Wort zur Selbstinszenierung erteilt. Niemand ist verpflichtet sich anzuhören wie die gewesene Stadtratsvorsitzende unmittelbar zu ihrer neuen Rolle als Fraktionsvorsitzende übergeht und aus ihrer privilegierten Position Jauche über Einen ausgießt ohne dass man selbst die Möglichkeit erhält sich zu wehren.

    • Anstandswauwau sagt:

      Höflich ist es, bei verbalen Angriffen den Ort zu verlassen, statt zurückzugiften. Oder nicht? Was hieltest du für eine gesittete und anständige Reaktion?

    • Midas sagt:

      „WählerInnen“ sagt so einiges über Sie aus.

      Anstand und Höflichkeit bei einer Frau, der es genau daran fehlt?

  13. Robert sagt:

    Eine gute Rede hat die Staatsratsvorsitzende da abgehalten.
    Honecker hätte es auch nicht besser gemacht.

  14. Na warte mal ab... sagt:

    …was passiert, wenn es der blondierte „Jung Siegfried“ machen sollte.