Ständige S-Bahn-Ausfälle: Stadtverwaltung Halle äußert gegenüber dem Land Unmut – “hochgradig verärgert”

Der S-Bahn-Betrieb in Halle (Saale) läuft seit langem schon unregelmäßig, doch die Situation hat sich in den letzten Monaten zugespitzt. Die S47 nach Trotha fiel wochenlang aus. Wegen Personalmangel und unbesetzter Stellwerke kommt es auch auf der S3 nach Neustadt / Nietleben und der S7 nach Eisleben immer wieder zu Ausfällen.

Man sei wegen der Situation “hochgradig verärgert”, sagte René Rebenstorf. Beigeordneter für Umwelt und Stadtentwicklung, im Rahmen eines Bürgerforums. Man habe dem Land mehrfach Briefe geschickt, um seinen Unmut zu bekunden, so Rebenstorf. Problem sei auch, dass das Land hier Aufgabenträger ist und deshalb die Stadt nicht informiert wird. Oft erfahre man erst aus der Presse, wenn wieder etwas ausfällt, so Rebenstorf. Problem sei auch, dass es der Stadt gelungen sei, Menschen aus dem Umland oder Leipzig für einen Job in der Stadtverwaltung zu rekrutieren. Doch durch die ständigen S-Bahn-Ausfälle ist es mit der guten Verkehrsanbindung, mit der in den Stellenanzeigen geworben wurde, dahin. 

Immerhin sei es aber in Gesprächen gelungen, die Abfahrtshaltestellen für die S-Bahn-Linien S5 und S5X zu verlegen. Demnach sollen auch diese Züge in Zukunft an den vorderen Bahnsteiggleisen halten, um so einen einfachen Umstieg in die Straßenbahn zu gewährleisten. Bislang fahren die Züge von den Gleisen 10 und 13 ab.

Zudem hofft die Stadt nun auf den Betreiberwechsel zum Fahrplanjahr 2026. Dann wird die Länderbahn, ein Tochterunternehmen der italienischen Staatsbahn, die Linien S3 und S5 / S5X von der Deutschen Bahn übernehmen, zudem werden die Fahrten der S5 / S5X bis nach Trotha verlängert, wodurch es dahin wieder einen Halbstundentakt gibt.

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25 Antworten

  1. Lokführer sagt:

    Unbesetzte Stellwerke wird auch der neue Betreiber nicht besetzen. Die Infrastruktur bleibt ja bei der DB. Runtergewirtschaftet wie der Rest der Landes.

    • Rentner sagt:

      Die LVB geht auf Lehrlings-Suche in Vietnam. Wäre vielleicht auch für die DB eine Option, da es hier schon genügend Landsleute gibt.

  2. Jabbadabbadu sagt:

    Wir schaffen dass

  3. Ich sagt:

    Der Herr Rebenstorf soll einfach mal auf Dieter Nuhr hören. „Wenn man keine Ahnung hat…“.

    Der Betreiberwechsel bei der S-Bahn bringt null Beitrag bei den Personalproblemen auf den Stellwerken.

    • Gopler sagt:

      Die S47 fällt wegen Personalmangel auf den Führerständen aus, da bringt der Betreiberwechsel selbstverständlich etwas.

      • Die Schmutzfee sagt:

        @Gopler denkst du wirklich dass es bei dem neuen Betreiber besser wird. Der wird die gleichen Personalprobleme haben wie die DB und die anderen Anbieter.

    • Klaus sagt:

      Fass dir mal an die eigene Nase, aber wer Dieter Nuhr hört hat prinzipiell keine Ahnung.

  4. : sagt:

    “hochgradig verärgert” bin ich mit der autofreundlichen Politik und das blabla von der sog. Verkehrswende auch. Wayne interessierts.

    • Frodo sagt:

      Na wieso, man muß doch Auto fahren, wenn die Züge es nicht tun. Klare einfache Lösung ist da Züge fahren lassen, auch pünktlich, Stellwerke besetzen, auch mit Seiteneinsteigern. geht ja im hochwichtigen Bildungssystem auch, warum also nicht bei der Bahn? Knöpfchen drücken kann man erlernen. Signale hab ich schon als Schüler noch im Hebelstellwerk gestellt…

  5. Genialer Trick! sagt:

    Bürgergeld kürzen -> Personalmangel vorbei!

    • Radfahrer sagt:

      @“Genialer“ Trick

      Es geht um Stellwerke mit Technik aus Zeiten vor dem zweiten Weltkrieg, die zu DDR-Zeiten nahezu unverändert so weitergebaut worden ist. Die Leute, die sowas bedienen können, sterben langsam weg. Und das lernst du auch nicht mal eben mit einer von der Arbeitsagentur bezahlten Schnellbesohlung. Außerdem ist nachvollziehbar, dass sich junge Mitarbeiter nicht auf eine Technik qualifizieren wollen, die früher oder später komplett ersetzt werden wird.

  6. Arbeiterstandpunkt sagt:

    „Die Stadt hofft auf den Betreiberwechsel“ – das klingt wir Realsatire…
    Der ÖPNV soll bekanntermaßen kein Spaß machen und ausfinanzieren will den der Staat (siehe Deutschlandticket) auch nicht – die Autokonzerne haben den Laden (noch) gut im Griff👍

  7. Alt-Dölauer sagt:

    Die italienischen Staatsbahnen? Aha. Die italienische Bahn ist nochmal wofür bekannt? Zugausfälle! Und die Stellwerke – sind doch bei der DB.
    Nein – man sollte mal die gesamte DB an die japanische Staatsbahn übergeben. Denen dann 10 Mrd. zuschießen als Überarbeitungsentgeld. Vielleicht wird es dann was. Solange wird Auto gefahren. Das hab ich selbst in der Hand.

  8. Radfahrer sagt:

    Personalprobleme gibt es vor allem bei den historischen Stellwerken, die junge Mitarbeiter nicht bedienen können. Und die Veränderung der Streckenbeziehungen könnte da schon dazu führen, dass die S-Bahnen regelmäßig(er) fahren.

  9. Vekhrsplaner sagt:

    Ich bin seit 25 Jahren kein Zug gefahren…wie ich lese…zum Glück. Das Auto ist in 95% alle Fälle bequemer, pünktlicher und, zumindest für mich, billiger. Aber zum Glück ist das ja „noch“ ein freies Land und jeder kann das für selber entscheiden.

  10. Jim Knopf sagt:

    Fahrt doch lieber mit dem Auto

  11. Tobi sagt:

    Ab wann soll die S5 dann nicht mehr von Gleis 10/13 abfahren?
    Ich vermute, dass das spätestens mit dem Betreiberwechsel 2026 passiert. Dann soll die S5 nach Trotha weiterfahren (S47 entfällt) und dann muss der Zug auf der anderen Seite halten….
    Früher wäre aber schon auch cool.