Straße in Halle soll nach afrikanischem Gelehrten benannt werden

Anton Wilhelm Amo war der erste promovierte afrikanische Philosoph in Europa, hat im 18. Jahrhundert unter anderem in Halle studiert, geforscht und gelehrt.

Jetzt soll auch in Halle eine Straße nach ihm benannt werden. Das schlägt die SPD-Stadtratsfraktion vor. Die Saalestadt würde damit Berlin folgen, dort wird die Mohrenstraße nach Amo benannt. In Halle erinnert bislang nur ein Denkmal auf dem Uniplatz an ihn. Es wurde 1965 von Gerhard Geyer geschaffen.

Anton Wilhelm Amo (vermutlich 1700 bis 1759) hat einen ungewöhnlichen Lebenslauf: Im Kindesalter wurde er als Sklave an den Hof Anton Ulrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel verkauft. Dort erhielt er zunächst Privatunterricht, später immatrikulierte sich an der Universität Halle für ein Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaften. 1729 wurde Amo in Halle mit einer Arbeit über die Rechte der verkauften Sklaven in Europa promoviert. In Wittenberg schrieb er 1734 eine zweite Dissertation über das „Leib-Seele-Problem“. Danach lehrte der Philosoph an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena. 1748 kehrte er vermutlich aufgrund rassistischer Anfeindungen nach Ghana zurück. Von den Schriften Amos sind heute nur zwei Texte überliefert: seine Wittenberger Arbeit zur Philosophie des Geistes und eine Art Lehrbuch zur Logik und Erkenntnistheorie. 

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