Südstadt-Center: Eigentümer will alle Mängel in den nächsten drei Wochen beheben – auch Maßnahmen zu Reinigung und Aufzügen geplant

Zwei Wochen nach der Nutzungsuntersagung durch die Stadtverwaltung äußert sich der Eigentümer des Südstadt-Centers, Hedera Bauwert, erstmals ausführlicher zu den erhobenen Vorwürfen und zu den weiteren Plänen für das Einkaufszentrum im Hallenser Süden. Unternehmenssprecher Thorsten Fleischhauer kündigt an, dass sämtliche beanstandeten Mängel bis zur elften Kalenderwoche behoben sein sollen, also in drei Wochen. Eine Wiedereröffnung werde jedoch erst nach Freigabe durch das zuständige Bauamt erfolgen.

Im Zentrum der Kritik stehen brandschutzrechtliche Mängel, die zur Schließung des Centers geführt hatten. Laut Unternehmen seien unmittelbar nach Bekanntwerden der Nutzungsuntersagung externe Sachverständige sowie Fachfirmen hinzugezogen worden. Sämtliche brandschutzrelevanten und sicherheitstechnischen Anlagen seien überprüft, dokumentiert und notwendige Maßnahmen eingeleitet worden. Ein Teil der beanstandeten Punkte sei bereits abgearbeitet, die Funktionsfähigkeit entsprechender Anlagen nachgewiesen. Weitere Prüfungen und Arbeiten seien terminiert und würden „konsequent umgesetzt“, heißt es aus dem Unternehmen. Zu konkreten Investitionssummen äußert sich Hedera Bauwert derzeit nicht öffentlich.

Zur Frage, seit wann die bestehenden Mängel bekannt gewesen seien, widerspricht der Eigentümer Darstellungen aus dem Kreis von Mitarbeitern. Diese hatten berichtet, bestimmte Defekte seien seit Monaten bekannt gewesen. Das Unternehmen weist dies zurück. Es sei „nicht zutreffend, dass sicherheitsrelevante Defekte über Monate unbeachtet geblieben sind“. Technische Anlagen unterlägen laufender Wartung und Prüfung. Die nun beanstandeten Punkte stünden im Zusammenhang mit einer umfassenden bauordnungsrechtlichen Bewertung, die über einzelne Instandhaltungsmaßnahmen hinausgehe.

Neben dem Brandschutz waren in den vergangenen Monaten immer wieder weitere Missstände thematisiert worden. Mitarbeiter, Kunden und auch Mieter hatten unter anderem Vermüllung, unzureichend gereinigte Sanitäreinrichtungen sowie defekte Aufzüge und Rolltreppen kritisiert. Bereits vor zwei Jahren war eine Verbesserung der Situation zugesagt worden. Auf Nachfrage teilt Hedera Bauwert mit, auch in diesen Bereichen seien Maßnahmen erfolgt beziehungsweise angestoßen worden. Pauschale Darstellungen, wonach keinerlei Reaktionen stattgefunden hätten, entsprächen nicht den tatsächlichen Abläufen. Konkrete Angaben dazu, warum beispielsweise kein neues Reinigungsunternehmen eingesetzt wurde oder weshalb ein von Mietern vorgeschlagener Sicherheitsdienst nicht realisiert wurde, macht das Unternehmen jedoch nicht.

Auch die zwischenzeitliche Abschaltung der Fernwärmeversorgung wegen offener Rechnungen hatte für Kritik gesorgt. Laut Eigentümer sind die Versorgungsfragen inzwischen geklärt, eine dauerhafte Versorgung mit Fernwärme und Strom sei sichergestellt.

Die Gespräche mit der Stadtverwaltung beschreibt Hedera Bauwert als konstruktiv. Für alle Beteiligten stehe die Sicherheit an erster Stelle. Man arbeite eng mit den Behörden zusammen, um die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Betriebs zu schaffen. Erst nach behördlicher Freigabe könne das Center wieder öffnen.

Für zusätzliche Brisanz sorgt der Rückzug des Ankermieters Kaufland. Das Unternehmen hatte erklärt, die vielfältigen baulichen Mängel im gesamten Gebäude – insbesondere im Bereich des Brandschutzes – sowie ein fehlendes Vertrauensverhältnis zum Vermieter machten eine Wiedereröffnung der Filiale unmöglich. Für Kaufland sei es weder vertret- noch verantwortbar, eine ähnliche Situation künftig erneut zu riskieren. Gerne wäre man am Standort geblieben, doch das notwendige Vertrauensverhältnis sei nicht mehr gegeben.

Hedera Bauwert äußert sich zu einzelnen Mietverhältnissen nicht öffentlich und weist die Darstellung zurück, ein fehlendes Vertrauensverhältnis sei die alleinige Ursache für den Rückzug. Die aktuelle Situation sei komplex und von mehreren Faktoren geprägt.

Ungeachtet dessen betont das Unternehmen, Ziel bleibe es, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb vollständig herzustellen und den Standort nachhaltig weiterzuentwickeln. Ob und in welcher Form das Südstadt-Center nach Abschluss der Arbeiten und ohne seinen bisherigen Ankermieter neu starten kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell das verloren gegangene Vertrauen von Mietern, Kunden und Öffentlichkeit zurückgewonnen werden kann.

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22 Kommentare

  1. Ammendorfer sagt:

    Na da hat die Aktion Neumann wohl doch etwas bewegt! Gratulation

  2. karottenkuchen sagt:

    Wenn man Julius dafür kritisiert, dass er im Alleinganf g für das geaamte Südstadt-Center verantwortlich ist, kann man ihn ja auch dafür loben, dass er es ganz im Alleingang gerettet hat 😉

  3. Zappelphillip sagt:

    einfach mal die Rezensionen für hedera bauwert GmbH lesen … dann weiss man seeehhrr vorsichtig sein muss.

  4. Glaskugel sagt:

    Ich vermute, dass da schon ein neuer Investor Pläne hat, dort etwas anderes auf der Fläche installier en wird.

  5. A.W. sagt:

    Ich lese hier nur einen Haufen Lügen und Ausreden. Bereits beim Auszug vom Medimaxx gab es erhebliche Probleme mit der Kommunikation des Vermieters. Die ganzen Mängel gibt es bereits seit damals. Und nein, ein Herr Neumann hat hier absolut nichts Positives beigetragen.

  6. NiceM sagt:

    Aber warum muss es soweit erst kommen ? Es ist doch nun viel schwerer neue Mieter zu finden, insbesondere bei der Vorgeschichte (Zuverlässigkeit bei Mängelbeseitigung seitens des Vermieters). Eventuell alles nur Theaterstück um wie hier schon von dem einen oder anderen Vermutete Eigene Pläne.

  7. Christian Rösner sagt:

    Und? Kaufland geht raus soweit ich weiß. Etwas zu spät

  8. Philipp sagt:

    Mit welchen Mietern soll das Center denn wieder öffnen? Fast alle haben ihre Mietverträge gekündigt und ich glaube kaum, das die, die gekündigt haben, wieder in das Center zurück kehren.

    • Trans sagt:

      Das ganze stinkt doch zum Himmel, allein in drei Wochen ist ein Witz, wer soll das erledigen? Deutsche? Laut Historie sind diese eine tüchtiges Völkchen, doch nicht mal die würden das schaffen XD

      Doch wenn man den Bericht hier liest, bekommt man schnell den Eindruck, es gehe um kurzfristig behebbare Mängel. Die belegte Faktenlage aus anderen Medien spricht eine deutlich härtere Sprache. Laut Mitteldeutsche Zeitung und anderen hat die Stadt Halle am 4. Februar eine Nutzungsuntersagung wegen erheblicher Brandschutzmängel ausgesprochen. Zuvor wurde der Zustand bereits als „katastrophal“ beschrieben, auch von Bürgern.
      Eine behördliche Schließung aus Brandschutzgründen ist kein Detailproblem, sondern eine Maßnahme zum Schutz von Menschenleben.

      Auch Kaufland begründet den endgültigen Rückzug eindeutig mit „vielfältigen baulichen Mängeln, insbesondere im Bereich des Brandschutzes, sowie einem fehlenden Vertrauensverhältnis zum Vermieter“. Wenn ein Ankermieter unter diesen Umständen dauerhaft geht, ist das kein Missverständnis, sondern ein massiver Vertrauensbruch mit Substanz.

      Vor diesem Hintergrund wirkt die Ankündigung, sämtliche Mängel binnen drei Wochen zu beheben, erklärungsbedürftig. Brandschutzmängel unterliegen behördlicher Prüfung und Abnahme; eine Nutzungsuntersagung endet nicht durch Ankündigungen, sondern durch nachweisliche Beseitigung und Freigabe. Gleichzeitig betrifft die Schließung die Nahversorgung eines ganzen Stadtteils, insbesondere ältere Menschen und Haushalte ohne Auto.

      Die belegten Tatsachen sind klar…
      offizielle Schließung wegen erheblicher Brandschutzmängel,
      Beschreibung des Zustands als „katastrophal“,
      Rückzug des Ankermieters wegen baulicher Defizite und
      Vertrauensverlust.
      Wer hier von schnell lösbaren Problemen spricht, muss transparent darlegen, wie aus einem behördlich geschlossenen Objekt in kürzester Zeit ein dauerhaft sicherer Standort werden soll. Politik darf nicht beschwichtigen, sondern muss kontrollieren, im Interesse von Sicherheit, Transparenz und öffentlichem Vertrauen.

    • Satirikus v. Halle sagt:

      Albaner und Tschetschenen zeigen Interesse!

  9. Dog sagt:

    Bei dem Eigentümer,der keine Absprachen einhält und Kundengelder veruntreut soll es weiter gehen. Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betruges ect. Nächste Ruine für Halle. Warum lässt man solche Eigentümer so lange gewähren? Dachten alle bei so einem Ankermieter wird es schon laufen. Das irgendwann solche Mieter dann die Schnauze voll haben dürfte wohl klar sein. Wer jetzt sich unter dem Alteigentuemer einmietet dem ist nicht zu helfen. Da bedeutet das Geld zu verbrennen weniger Ärger und Stress. Seit Jahren warten Käufer und Mieter auf Vertragserfuellung und die Stadt redet von Konstruktiven Gesprächen mit dem Eigentümer. Wie blöd sind die, sorry?

  10. Woar sagt:

    „Hedera Bauwert äußert sich zu einzelnen Mietverhältnissen nicht öffentlich und weist die Darstellung zurück, ein fehlendes Vertrauensverhältnis sei die alleinige Ursache für den Rückzug. Die aktuelle Situation sei komplex und von mehreren Faktoren geprägt.“
    Was ein Bullshit!
    Weiß Hedera Bauwert, dass es sowas wie Internet gibt und man dort z.B. viele Rezessionen lesen kann?

  11. Rotkäppchen sagt:

    Die Märchenstunde ist also eröffnet…

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