Uni-Medizin Halle legt die Ergebnisse ihrer Corona-Studie vor

Vor zwei Monaten hat die Universitätsmedizin aus Halle ihren großen Corona-Test „RESTART-19“ durchgeführt. Dabei ging es um das Risiko der Ansteckung mit dem Corona-Virus bei Sport- und Kultur-Großveranstaltungen. Unter anderem hatte es ein Konzert mit Sänger Tim Bendzko gegeben, 1.400 Probanden haben teilgenommen. 

Um derartige Großveranstaltungen wieder stattfinden zu lassen, seien eine gute Belüftungstechnik, Essen am Platz und  mehrere Eingänge nötig. 

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

  • Die Gesamtzahl der mehrere Minuten langen kritischen Kontakte ist bei der Veranstaltung nicht sehr hoch und kann durch Hygiene-Konzepte erheblich reduziert werden. 
  • Insbesondere während des Einlasses und der Pausen finden viele Kontakte statt. Daher muss darauf der Fokus bei der Planung liegen.
  • Schlechte Belüftung kann die Zahl der dem Ansteckungsrisiko ausgesetzten Menschen deutlich erhöhen. 
  • Rund 90 Prozent der Studienteilnehmenden finden es nicht schlimm, eine Maske zu tragen und sind bereit, dies weiterhin zu tun, um wieder Veranstaltungen erleben zu können. (Umfrage nach dem Konzert-Experiment)
  • Bei Einhaltung von Hygiene-Konzepten sind die zusätzlichen Auswirkungen auf die Pandemie insgesamt gering bis sehr gering.

Anhand ihrer Erkenntnisse leiten die Forschenden folgende Empfehlungen ab:

  • Veranstaltungshäuser benötigen Belüftungstechnik, die eine gute Belüftung und einen regelmäßigen Raumluftaustausch mit frischer Luft ermöglicht. Sinnvoll ist die Erstellung eines Bewertungssystems für eine adäquate Raumlufttechnik.
  • So lange die Pandemie anhält, müssen Hygiene-Konzepte weiterhin angewendet werden: Maskenpflicht in der Halle; Hygiene-Stewards zur Einhaltung der Standards.
  • Der Bestuhlungsplan und somit die Gästezahl sollten an die Inzidenz angepasst werden.
  • Als Zugang zu den Veranstaltungsorten sollten mehrere Eingänge vorhanden sein, um Besucherströme zu lenken. Wartezonen ins Freie verlagert werden.
  • Während der Veranstaltung sollte an den Sitzplätzen gegessen werden, um Gedränge und lange Kontakte an Imbiss-Ständen zu vermeiden.
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18 Antworten

  1. sehr gut! sagt:

    Und ich kann mich noch an die Kommentare der Kritiker erinnern, die hier lauthals rausposaunten, dass eine solche Studie völlig hirnrissig sein. Hier habt ihr es. Konkrete Daten und sogar eine Handlungsempfehlung. So geht Wissenschaft!

  2. Sven sagt:

    …und von den 1400 Personen haben wie viel jetzt Corona ? Komisch auch, dass sowas nach dem Lock down veröffentlicht wird.

    • Fräänk sagt:

      Wirklich komisch. Sie hätten es vor dem ersten Fall veröffentlichen sollen. Dann hätten wir uns viel erspart. 🙄

    • Metsämies sagt:

      Du verwechselst da eine Studie zum Ansteckungsrisiko mit einer Impfung. Da gibt es einfach keine Korrelation, zwischen der Teilnahme und einer jetzigen Infektion.
      Übrigens wurde jeder Teilnehmer vorher auf Corona getestet und musste durchgehend eine FFP-2 Maske tragen.

    • Achso sagt:

      Die Teilnehmer haben alle FFP2-Masken getragen. Das wollen die Maskengegner ja auch nicht. Die Uni-Medizin Halle hat die Bewegungsprofile und Kontaktzeiten untersucht, kein Infektionsexperiment an Menschen gemacht.

      • mirror sagt:

        Leider kann die Studie den Aktionismus einer Verboteritis der MPK nicht dämpfen.

        Leider habe ich die Studie selbst noch nicht gefunden, nur die Ankündigung der Pressekonferenz. Ansteckung wird definiert von Abstand und Virenlast in den Aerosolen. Hätte mich interessiert, wie die Aerosolkonzentration in der Halle gemessen wurde.

        • Achso sagt:

          Da FFP2-Masken gut filtern, dürfte es nicht sehr sinnvoll sein, die Aerosolkonzentrationen auszuwerten.

          • mirror sagt:

            Anscheinend hat die Studie nur untersucht, ob bei einer Großveranstaltung die Abstandsregeln eingehalten werden können. Eine Aussage zum Infektionsrisiko können Sie nicht treffen.
            Mit Crowd-Simulation hätte man dieselben Ergebnisse mit weniger Aufwand am Computer ermitteln können. Solche Systeme sind schon einige Jahre bei der Flughafenplanung im Einsatz.

  3. Alt-Hallenser sagt:

    Diese Studie sollte schleunigst in das BUNDESKANLERAMT und zu den MEDIEN.

    • amtierender Bundeskanler sagt:

      … schrieb er in die Kommentarspalte eines MEDIUMs, das eine PRESSEMITTEILUNG anlässlich einer in 5 Minuten beginnenden PRESSEKONFERENZ veröffentlichte ….

      • Alt-Hallenser sagt:

        …und nach der Pressekonferenz kann man ja schnell nach Berlin oder Magdeburg reisen und in den jeweiligen Kanzleien diese Studie überreichen.

        • jeweiliger Kanler sagt:

          Pressekonferenz war live! Konnte man zusehen und hören. Material wurde ausgegeben. Sachsen-Anhalt und Sachsen haben kofinanziert. Die Länder wissen im Gegensatz zu dir nicht erst seit heute von dem Projekt. Der Bund auch.

          Elektromagnetische Radiowellen, Telefon, Internet – Postkutschen fahren nicht mehr. Komm mal langsam wenigstens im 20. Jahrhundert an! Wir sind schon viel weiter…

          • Alt-Hallenser sagt:

            +Elektromagnetische Radiowellen, Telefon, Internet – Postkutschen fahren nicht mehr. Komm mal langsam wenigstens im 20. Jahrhundert an! Wir sind schon viel weiter…+ Inzwischen sind wir schon im 21. Jahrhundert und
            klar sind wir viel weiter als POSTKUTSCHEN. Aber ein gemeinsames Grinsen mit Regierungsvertretern in die Linsen von Kameras von Medienvertretern sollte auch in dieser Zeit immer noch was SCHÖNES. sein, wenn man seine Studie überreicht .

  4. Oberlehrer sagt:

    Ein Großteil dieser Handlungsempfehlungen wurde in den Hygienekonzepten der Theater und Konzerthäuser längst umgesetzt.

  5. Ihre sagt:

    Die Uni Studie zu Corona ist bestimmt sehr interessant Punkt noch mehr würde mich interessieren der Zusammenhang zwischen dem Virus von Corona und von der Grippe