Unterrichtsversorgung in Sachsen-Anhalt sinkt weiter – bei Sekundarschulen auf nur noch 87 Prozent, Anstieg bei Grundschulen
Der Bildungsausschuss des Landtages ist heute von Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel über aktuelle Entwicklungen an den öffentlichen Schulen des Landes informiert worden.
Trotz des Wegfalls der Vorgriffsstunde zu Beginn des Schuljahres hat sich die Unterrichtsversorgung an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen (ABS) nahezu auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert. Maßgeblich hierfür ist die außergewöhnlich hohe Bereitschaft der Lehrkräfte, freiwillige Zusatzstunden zu leisten sowie individuelle Teilzeitanpassungen vorzunehmen. Dieses beeindruckende Engagement hat entscheidend dazu beigetragen, die Auswirkungen des Wegfalls der Vorgriffsstunde weitgehend zu kompensieren und den Unterricht verlässlich abzusichern. Die Instrumente ermöglichen zudem eine zielgenauere Verteilung des Arbeitsvermögens an den Schulen.
Am Stichtag wurde im System der öffentlichen ABS eine Unterrichtsversorgung (UVS) von 93,7 Prozent erreicht (Vorjahr: 94,0 Prozent). Angesichts der veränderten Ausgangslage stellt dies nach Ansicht des Bildungsministeriums ein klares Signal der Stabilität dar und unterstreicht die Leistungsfähigkeit des Systems auch unter erschwerten Bedingungen.
Bildungsminister Jan Riedel würdigt diesen Einsatz ausdrücklich:
„Dass wir die Unterrichtsversorgung trotz des Wegfalls der Vorgriffsstunde nahezu auf Vorjahresniveau halten konnten, haben wir vor allem unseren Lehrkräften zu verdanken. Deren Engagement verdient höchsten Respekt. Die Lehrkräfte leisten Tag für Tag einen entscheidenden Beitrag zur Stärke unseres Schulsystems.“
Besonders positiv ist die Entwicklung an den Grundschulen hervorzuheben: Hier ist die UVS mit 97,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (95,7 Prozent) sogar deutlich gestiegen. Auch an den Gymnasien zeigt sich eine stabile Situation mit einer Unterrichtsversorgung von 98 Prozent (Vorjahr: 98,8%).
Weiterhin herausfordernd bleiben die Rahmenbedingungen an den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen sowie an den Förderschulen. Dennoch konnten auch hier stabilisierende Effekte erzielt werden. Die erreichten UVS-Werte liegen bei 87,0 Prozent an den Sekundarschulen (Vorjahr: 87,5%), 90,7 Prozent an den Gemeinschaftsschulen (Vorjahr: 92,2%) und 89,3 Prozent an den Förderschulen (Vorjahr: 91,1%). Dies macht deutlich, dass der Unterstützungsbedarf hier weiterhin hoch ist, zugleich aber wichtige Fortschritte erzielt wurden.
Auch an den Berufsschulen (BbS) zeigt sich bei der Unterrichtsversorgung eine positive Tendenz. Die UVS steigt leicht von 92,7 Prozent im Vorjahr auf 93,0 Prozent im laufenden Schuljahr. Die Wirkung der freiwilligen Zusatzstunden und individuellen Teilzeiterhöhungen ist hier analog zu den ABS spürbar: Ohne diese Maßnahmen läge die UVS nur bei 90,1 Prozent.
Ein zentrales positives Signal zeigt sich beim Blick auf den Grundbedarf: Landesweit ist dieser mit 102,3 Prozent des zur Verfügung stehenden Arbeitsvermögens der Lehrkräfte gedeckt. Damit reicht das vorhandene Arbeitsvermögen grundsätzlich aus, um den Unterricht nach den geltenden Stundentafeln abzudecken.
Bildungsminister Jan Riedel betont hierzu: „Die Zahlen zeigen, dass wir das vorhandene Arbeitsvermögen insgesamt wirksamer einsetzen können. Unser Ziel ist es, dieses Potenzial weiterhin so zielgenau wie möglich dorthin zu bringen, wo es am dringendsten gebraucht wird.“
Ermutigend sind zudem die Fortschritte bei der Harmonisierung der Unterrichtsversorgung zwischen den Schulen. Der Ausgleich zwischen sehr gut versorgten und stärker belasteten Schulen ist weiter vorangekommen. So ist die Zahl der Schulen mit einer UVS unter 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Schulen mit einer sehr hohen UVS reduziert, was darauf hinweist, dass Ressourcen zunehmend bedarfsgerechter verteilt werden. Die wachsende Zahl der Schulen im Mittelfeld zeigt, dass diese Ausgleichsbemühungen Wirkung entfalten.
Besonders deutlich wird das Engagement beim Blick auf die Gesamtlage: Ohne die freiwilligen Zusatzstunden und Teilzeitanpassungen der Lehrkräfte hätte die Unterrichtsversorgung im System der ABS lediglich 91,5 Prozent erreicht. Dass stattdessen ein deutlich höheres Niveau gesichert werden konnte, ist ein eindrucksvoller Beleg für hohes Verantwortungsbewusstsein, Professionalität und Einsatzbereitschaft der Lehrkräfte.
„Ohne die zusätzliche Bereitschaft unserer Lehrkräfte wäre dies nicht möglich gewesen“, so Minister Jan Riedel abschließend. „Sie tragen entscheidend dazu bei, dass Unterricht auch unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich stattfinden kann.“
Die erreichten Ergebnisse zeigen: Trotz anspruchsvoller Ausgangslage ist es gelungen, die Unterrichtsversorgung insgesamt stabil zu halten und zugleich strukturelle Verbesserungen bei der Verteilung der Ressourcen zu erzielen.








Ab 103% spricht man von einer ausreichenden Unterrichtsversorgung!
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„Unterrichtsversorgung in Sachsen-Anhalt sinkt weiter“
Und Jan Riedel fabuliert etwas von stabiler Unterrichtsversorgung. Das ist schon fast Kunst.
Wenn man nur die Überschriften ernst nimmt, dann mag das so erscheinen, ja.
Dumme Kinder später Erwachsene lassen sich doch besser „lenken“.
Letzte Generation
Aber niemand hat eine Vorstellung, wohin „gelenkt“ wird.
Was sagt denn der Herr Riedel zu den Vorwürfen, dass die Statistiken von vorne bis manipuliert sind? Unterrichtsausfall wird großflächig zu sogenannten Distanzunterricht um deklariert. In Wirklichkeit bleiben die Schüler zu Hause und der Unterricht fällt tagelang aus. Zusätzlich wird von völlig unqualifizierten Quereinsteigern unterrichtet, was man auch nicht alles vollwertigen Unterricht ausweisen dürfte. In Wahrheit wird die Quote unter 50% liegen.
Pssst … das darf man doch nicht sagen. Und es gibt vom Ministerium sicherlich wieder schwerklingende Sätze wie „… unser qualifiziertes hochengagiertes Personal.“ oder „… durch moderne digitale Strukturen ist es uns möglich…“ oder „… unser multiprofessionelles Team dämpft die Ausfallzeiten…“.
Mal ernsthaft: Ich denke auch, dass es punktuell wirklich den 50% entgegengeht und das es Zeit wird diese Statistik unabhängig und frei von Interessen zu erheben, um endlich das wahre Ausmaß des Mangels sichtarb werden zu lassen.
An welche Schule gehen eure Kinder? Meine Kinder haben selten Ausfall, also unter 50 Prozent kommen die nicht.
Ohne die pädagogischen Mitarbeiter, die viele Stunden im Unterricht vertreten oder Stunden übernehmen, wäre das aber auch nicht möglich.