Mehr Service per Klick: Halle (Saale) baut digitales Wohngeld-Angebot deutlich aus

Die Digitalisierung der Verwaltung schreitet in Halle (Saale) weiter voran: Die Wohngeldstelle der Stadt erweitert ihr Online-Angebot und ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern ab sofort auch die digitale Beantragung des sogenannten Mietzuschusses im Rahmen von Folgeleistungen. Nachdem der Erstantrag bereits seit 2024 online gestellt werden kann, folgt damit der nächste Schritt hin zu einer modernen, effizienteren Verwaltung.

Am Donnerstag informierten sich Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Lydia Hüskens, sowie die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, vor Ort über das neue System. Beide betonten die Bedeutung digitaler Angebote für Bürgerfreundlichkeit und Verwaltungsmodernisierung.

Digitale Anträge auf dem Vormarsch

31 Prozent der Wohngeldanträge werden in Halle derzeit digital eingereicht – Tendenz steigend. „Das zeigt den Mut unserer Mitarbeiter, neue Wege zu gehen“, erklärte Sabine Ernst, Leiterin des Fachbereichs Soziales. Gleichzeitig verwies sie auf bestehende Herausforderungen: Viele Anträge seien unvollständig, was nach wie vor einen hohen Beratungsaufwand verursache.

Sind die Unterlagen jedoch vollständig, liegt die Bearbeitungszeit aktuell bei etwa vier bis sechs Wochen – ein Zeitraum, der durch interne Prozessoptimierungen bereits deutlich verkürzt werden konnte.

Verwaltung soll papierlos werden

Für Katharina Brederlow ist klar: „Wir haben bereits gute Erfahrungen aus dem Jobcenter, wo digitale Antragsverfahren seit Längerem etabliert sind.“ Die Digitalisierung sei für Kommunen unverzichtbar, um Abläufe effizienter zu gestalten. Ein zentrales Projekt ist dabei die Einführung der E-Akte. „Wir träumen von einem papierkorblosen Büro“, so Brederlow.

Auch Lydia Hüskens unterstrich die langfristige Vision: „Mir schwebt eine vollständig digitale Verwaltung vor.“ Digitalisierung sei dabei kein Selbstzweck, sondern solle den Alltag der Menschen konkret erleichtern und die Verwaltungen entlasten.

Zugang über Serviceportal – weitere Angebote geplant

Der neue Online-Dienst ist über das bundesweite Serviceportal „Gemeinsam online“ sowie über die Internetseite der Stadt Halle (Saale) erreichbar. Für die Nutzung ist eine Anmeldung per Bund-ID, E-Mail-Adresse oder Online-Ausweisfunktion erforderlich. Vollständig ausgefüllte Anträge werden direkt an die zuständige Wohngeldbehörde übermittelt.

Weitere digitale Angebote sind bereits in Planung: Noch in diesem Jahr soll ein Online-Verfahren für den Folgeantrag auf Lastenzuschuss für Eigentümer eingeführt werden. Perspektivisch sollen auch Erhöhungsanträge und Änderungsmitteilungen digital möglich sein.

Digitale Teilhabe im Fokus

Neben der technischen Infrastruktur setzt die Stadt auch auf Unterstützung vor Ort. So ist im Front Office des Fachbereichs Soziales die Einrichtung eines Online-Serviceplatzes geplant. Dort können Bürgerinnen und Bürger künftig digitale Anträge eigenständig stellen – bei Bedarf mit persönlicher Hilfe.

„Ein besonderer Fokus liegt auf der digitalen Teilhabe“, betont Katharina Brederlow. Ziel sei es, niemanden von der Entwicklung auszuschließen.

Zahlen zeigen Entwicklung beim Wohngeld

Ein Blick auf die vergangenen Jahre verdeutlicht die Dynamik beim Wohngeld in Halle:

Anträge:
2022: 8.339
2023: 14.035
2024: 10.898
2025: 11.706

Empfängerhaushalte:
2022: 3.070
2023: 5.988
2024: 4.815
2025: 4.876

Der deutliche Anstieg im Jahr 2023 ist auf die Wohngeldreform zurückzuführen, durch die mehr Menschen anspruchsberechtigt wurden. Der anschließende Rückgang erklärt sich unter anderem durch verlängerte Bewilligungszeiträume von bis zu 24 Monaten.

Auch die ausgezahlten Summen spiegeln diese Entwicklung wider:
2022: 4,65 Millionen Euro
2023: 12,0 Millionen Euro
2024: 11,74 Millionen Euro
2025: 10,98 Millionen Euro

Online-Beantragung: https://halle.de/serviceportal/dienstleistungen/leistung/wohngeld-erstmalig-oder-neu-beantragen/183735

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8 Kommentare

  1. NurNörgelnUndNichtsDahinter sagt:

    „2025: 10,98 Millionen Euro“ bei 4876 Haushalten und das Geld holt Halle sich jetzt über die Gewinnabschöpfung bei der HWG und GWG wieder zurück. Klasse und wahrscheinlich hat die Entwicklung des Onlinedienstes 20 Mio gekostet.

  2. Realist sagt:

    So bekommt man die Leute nie aus ihrer sozialen Hängematte. Anstatt die Hürden für das Abgreifen sozialer Leistungen immer weiter runter zu schrauben, sollte man strengere Regeln einführen und den Zugang erschweren.

    • Realist - Wo und wann? sagt:

      „So bekommt man die Leute nie aus ihrer sozialen Hängematte.“
      Hast Du Dich schonmal mit Wohngeld beschäftigt?
      Das merkt man, bei dem Mist den Du hier schreibst!

  3. PaulusHallenser sagt:

    Dass Frau Dr. Lydia Hüskens den Bereich Digitales in der derzeitigen Landesregierung verantwortet, macht sich für Halle und Sachsen-Anhalt absolut bezahlt. Weiter so!

  4. Halle-Leser sagt:

    „Der anschließende Rückgang erklärt sich unter anderem durch verlängerte Bewilligungszeiträume“

    Die Auszahlungssumme geht propportional zurück. Bei verlängerten Bewilligungszeiträumen braucht es nicht mal Mathe…

  5. Ik62 sagt:

    Ich habe Mitte November 2025 einen Antrag auf Lasten Zuschuss gestellt. Nach drei Monaten habe ich das erste
    Lebenszeichen von der Wohngeld Stelle erhalten. Wow. Ich wurde aufgefordert innerhalb einer Woche Unterlagen nach reichen. Man sollte Konzepte ausarbeiten, welche Unterlagen insgesamt vorgelegt werden müssen.
    Im vergangenen Jahr musste ich Sozialhilfe beantragen. Innerhalb von fünf Wochen habe ich jede Woche ein Schreiben vom Sozialamt bekommen, und Unterlagen nachgereicht werden sollten. Bürger Naehe wird auch sehr sehr klein geschrieben. Kann man z. B. seine Aussenstaende, wie Strom, Gas und Wasser nicht bezahlen dreht sich das Maharadscha. So kann man mit den Bürgern nicht umgehen.