Evangelische Schulen in Sachsen-Anhalt setzen auf moderne Schulentwicklung

„Wir investieren an unseren evangelischen Bildungseinrichtungen nicht nur in moderne Lernumgebungen, Gebäude und Materialien, sondern vor allem in Qualitätsentwicklung und orientieren uns dabei an internationalen Maßstäben“, erklärt Marco Eberl, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland St. Johannes.

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Die Schulstiftung betreibt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 40 Bildungseinrichtungen mit rund 7.400 Schülerinnen und Schülern sowie 1.000 Mitarbeitenden im Schuljahr 2026/2027. Als größte freie Schulträgerin der Region versteht sie sich als verlässlicher Teil der Bildungslandschaft und setzt auf hohe Bildungsqualität, individuelle Förderung und starke Schulgemeinschaften.

Allein für die drei größten Bauvorhaben der Schulstiftung, die im neuen Schuljahr beginnen werden, belaufen sich die Gesamtkosten auf ca. 19 Mio. Euro, anteilig finanziert mit über sieben Millionen Euro Fördermitteln von Bund, Land und Kommune. Dazu zählen der für den Herbst geplante Neubau des Hort- und Kitagebäudes der Evangelischen Johannes-Schule Merseburg samt Freiflächen, der Anbau einer Aula für die Evangelische Sekundarschule Magdeburg sowie der Neubau einer Sporthalle für das Evangelische Gymnasium Meiningen ab dem Frühjahr 2027.

Neben Investitionen in moderne Schulgebäude stehen vor allem die Qualität von Unterricht und Schule sowie die Zukunftsfähigkeit der Bildung im Mittelpunkt. Ein intensiver Austausch der evangelischen Stiftungsschulen hierzu sowie qualitätsrelevante Erhebungen sind bereits etabliert. Themen wie Inklusion, Digitalisierung, politische Bildung sowie Kinderschutz und Kinderrechte werden unter anderem als Stiftungsprogramme gemeinsam weiterentwickelt. Künftig soll auch die Datengewinnung und -nutzung als Basis für die Schulentwicklung nach internationalem Vorbild weiter ausgebaut werden.

Im Fokus aller pädagogischen Arbeit stehen das Kind und sein Lernprozess. Besonderes Augenmerk gilt der Sicherung grundlegender Kompetenzen. Alle Schulen nehmen an zentralen Vergleichsarbeiten teil und erzielen dabei insgesamt gute, teilweise deutlich überdurchschnittliche Ergebnisse, die für die Qualitätsentwicklung genutzt werden. Durch gezielte Evaluation, die Beteiligung am bundesweiten Programm „QuaMath“ zur Qualitätssteigerung im Mathematikunterricht sowie diagnostikgestützte individuelle Lese- und Lernförderung (u. a. „Leseband“ mit „KOMPASS-Tool“) arbeitet die Stiftung daran, die Unterrichtsqualität kontinuierlich zu steigern, um hervorragende Lernergebnisse zu ermöglichen.

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Innovative Wege beschreitet die Schulstiftung derzeit mit einem KI-Pilotprojekt, an dem drei Stiftungsschulen beteiligt sind. Nach einjähriger Vorbereitungszeit werden seit März 2026 in Eisenach, Gotha und Jena intensiv Anwendungen Künstlicher Intelligenz systematisch als Lerngegenstand und Lernwerkzeug im gesamten Schulkontext erprobt.

„Wir eröffnen Experimentierräume, probieren aus und lernen auch aus Fehlern. Diese Kultur ermöglicht es uns, auf technologische und gesellschaftliche Veränderungen schnell zu reagieren“, so Marco Eberl. Von der Bildgenerierung mit KI im Kunstunterricht über das Testen datenschutzkonformer KI-Tools für das Korrekturlesen ermöglicht das Projekt einen Kompetenzaufbau bei Lehrenden und Lernenden. Darüber hinaus wird für einen reflektierten Umgang ein stiftungsweiter KI-Verhaltenskodex entwickelt. Ziel sei es, die Schulgemeinschaften nicht nur für den versierten Umgang mit KI zu befähigen, sondern sie auch in die Lage zu versetzen, digitale Entwicklungen kritisch zu bewerten und aktiv mitzugestalten.

Offen für alle, ermöglicht die Stiftungsfamilie modernes Lernen in Gemeinschaft mit reformpädagogischen Ansätzen und motivierten Lehrkräften. Die starke Vision und der Anspruch, Teil der Lösung in aktuellen Bildungsfragen zu sein, machen die evangelischen Schulen in Mitteldeutschland für Eltern und Mitarbeitende gleichermaßen interessant. Weiterhin übersteigen die Anmeldezahlen an vielen Stiftungsschulen die Aufnahmekapazitäten deutlich, beispielsweise an der Evangelischen Grundschule Bad Langensalza oder der Christlichen Sekundarschule Gnadau. Wie auch im staatlichen Bereich ist der Lehrkräftemangel an den Grundschulen deutlich zurückgegangen, während er an weiterführenden Schulen weiterhin spürbar ist. Unterrichtsausfälle können dank engagierter Mitarbeitender weiterhin auf niedrigem Niveau gehalten werden.

Nicht nur die professionelle Weiterentwicklung der Schulen, sondern auch der Mitarbeitenden bleibt ein Schwerpunkt. Der Kongress Evangelischer Grundschulen in Mitteldeutschland (KEGS) im Oktober mit rund 400 Teilnehmenden in Suhl titelt in diesem Jahr „Lesen, Schreiben, Rechnen, Zukunft. Starke Grundlagen durch sichtbares Lernen und wirksame Unterrichtsentwicklung.“ Als Keynote-Referentinnen und -Referenten konnte die Stiftung Verena Friederike Hasel, Prof. Elsbeth Stern und Prof. Klaus Zierer gewinnen. In Workshops werden weitere Impulse darunter auch Best Practices aus den eigenen Reihen geteilt. Darüber hinaus werden neue Angebote für Lehrerfortbildung in Form von Fachtagen, Supervision und Führungskräfteentwicklung mit Mentoring ausgebaut. Führungskräfte ebenso wie Seiteneinsteigende durchlaufen ein eigenes Entwicklungsprogramm der Schulstiftung. Auf allen Ebenen ist motiviertes und qualifiziertes Personal Schlüssel zum Erfolg der evangelischen Schulen.

Ein wesentliches Element evangelischer Schulen bleibt die Demokratiebildung. Die Stiftung möchte Kinder und Jugendliche dazu befähigen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, Vielfalt wertzuschätzen und demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten. Gerade angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen und der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht sie die Demokratiebildung als wichtigen Bildungsauftrag. Auch die für März 2027 geplante Führungskräfteklausur wird sich diesem Schwerpunkt widmen.

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Mit Investitionen in Bildungsqualität, Schulentwicklung und Zukunftskompetenzen startet die Stiftungsfamilie mit spannenden Projekten und Zuversicht in das neue Schuljahr. Die gemeinsame Aufgabe spiegelt sich auch in der Überschrift des Schulchortreffens der weiterführenden Stiftungsschulen am 2. Oktober 2026 in Halle (Saale) wider. Nicht nur für die etwa 250 teilnehmenden Kinder und Jugendlichen gilt die biblische Aufforderung: „Mache dich auf und werde Licht!“ (Jesaja 60,1).

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Eine Antwort

  1. Jonas Kurt sagt:

    „in den letzten Jahren wuchs die Zahl der Grundschulen und Integrierten Gesamtschulen in evangelischer Trägerschaft deutlich“
    Immer mehr nichtchristliche Eltern wählen evangelische Schulen. Warum wohl ?
    Ich könnte wetten auch die Grünen schicken ihre Kinder dorthin.

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