Eichen statt Pappeln: Naturschutzbund begrüßt Pläne der Stadtverwaltung für die Rabeninsel

Um eine Fällung hunderter Hybridpappeln auf der Rabeninsel in Halle hat sich ein Streit entwickelt. Geplant ist die Pflanzung von Eichen, damit sich in dem Naturschutzgebiet der Auenwald weiterentwickeln kann. 

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder AHA protestiert dagegen. Die Pappeln seien inzwischen Teil des Auwalds geworden. Vom Naturschutzbund NABU kommt hingegen Zustimmung. Dort fordert man endlich die Umsetzung der schon vor Jahren beschlossenen Maßnahmen, damit endlich der standorttypische Eichenwald entsteht. 

Bislang ist eine Umsetzung aber am Geld gescheitert. Das steht nun zur Verfügung. Denn für den Ausbau des Gimritzer Damms und der Heideallee sind Ausgleichsmaßmahmen nötig. Und der Waldumbau soll hierüber bezahlt werden. Die Stadt selbst sieht die Maßnahme auch Naturschutz und der Sicherung des Waldes. 

„Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass einerseits eine multiple Verpflichtungslage zum aktiven Erhalt dieses gefährdeten Waldtyps besteht und andererseits alle naturschutzfachlichen und planerischen Grundlagen bereits vor vielen Jahren erarbeitet wurden, fordert der NABU Halle/Saalkreis, dieses Vorhaben jetzt endlich konsequent – und im Zweifel auch gegen fachfremde Widerstände – umzusetzen.“ Die geplante Eichen-Pflanzung und die dafür nötige Fällung von Pappeln auf der Rabeninsel sei sowohl im jüngst gegründeten Waldbeirat als auch im Naturschutzbeirat der Stadt Halle sowie vor den anerkannten Naturschutzverbänden beraten und mehrheitlich befürwortet wurde. 

Der NABU erklärt, ihm sei „völlig bewusst, dass Baumfällungen von der Öffentlichkeit und auch von den Medien immer kritisch begleitet und kontrovers diskutiert werden.“ Doch das Vorhaben sei dringend nötig. Die Rabeninsel liege im europarechtlich geschützten FFH-Gebiet „Saale-, Elster-, Luppe-Aue zwischen Merseburg und Halle“, hier sind Hartholzauwälder ein zentrales Schutz- und Erhaltungsziel dieses Gebietes aufgeführt, welche durch die naturfremden und von Menschenhand vor 80 Jahren auf der Rabeninsel gepflanzten Hybridpappeln zerstört werden. Deshalb bestehe sowohl aus nationalrechtlicher als auch EU-rechtlicher Perspektive „eine Verpflichtung zum aktiven Erhalt des Hartholzauwaldbestandes als FFH-Lebensraumtyp“, so der NABU. Im FFH-

Managementplan aus dem Jahr 2011 sei 

Eichenverjüngung auf dem Nordteil der Rabeninsel festgelegt worden. 

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

2 Kommentare

  1. Medea sagt:

    Und diese Fachleute wussten auch, dass diese Pappeln nach etwa 60 bis 70 Jahren brüchig werden und nach 80 Jahren abgeholzt werden. Die hatten Fachwissen, viele andere hier nicht.

  2. M.Ney sagt:

    Die wußten , daß die brüchig werden, selbstverständlich! Das Holz sollte den Kanonenöfen zum beheizen dienen, falls die Grünen alle Energiequellen abgeschafft haben. Verstehste Medea?