„Eure Gewalt bricht uns nicht“: Bündnis demonstriert am Steintor gegen Folter und Repression

Unter dem Motto „Eure Gewalt bricht uns nicht – unsere Körper, unser Kampf“ ruft die Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) für Mittwoch, den 19. August 2026 um 18:00 Uhr, zu einer Demonstration am Steintor in Halle (Saale) auf. Die Kundgebung soll auf schwere Vorwürfe gegen türkische Sicherheitsbehörden aufmerksam machen und ein klares Zeichen internationaler Solidarität mit Betroffenen von staatlicher Repression und sexualisierter Gewalt setzen.

Werbung

Anlass des Protests sind die Schilderungen einer deutschen Aktivistin, die nach einer Delegationsreise in der Türkei festgenommen, misshandelt und nach eigenen Angaben während ihrer Einzelhaft von einem türkischen Beamten vergewaltigt wurde.

Hintergrund der Delegationsreise

Gemeinsam mit weiteren 15 Personen – darunter 13 Frauen – war die Aktivistin im Januar 2026 auf Einladung der DEM-Partei nach Nordkurdistan (Bakur) gereist. Ziel der Delegation war es, sich vor dem Hintergrund der politischen und militärischen Entwicklungen in Nord- und Ostsyrien vor Ort über die Situation kurdischer Gemeinden, demokratischer Initiativen und politischer Organisationen zu informieren. Im Rahmen des Programms besuchte die Gruppe zivilgesellschaftliche Stellen und Parteien in Diyarbakır (Amed), Nusaybin (Nisêbîn) und Mardin (Mêrdîn).

Am fünften Tag der Reise wurde die Gruppe auf dem Weg zu einer geplanten Pressekonferenz in Mêrdîn von Einheiten der türkischen Militärpolizei und der Abschiebebehörde festgesetzt. Im Anschluss wurden die Delegationsteilnehmer über eine lokale Polizeiwache in ein Abschiebezentrum am internationalen Flughafen in Istanbul überstellt.

Werbung

Schwere Vorwürfe über Misshandlungen in Haft

Die Betroffenen berichten von systematischer körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt während der Inhaftierung.

„Wir durften weder die Augen schließen, noch schlafen oder uns anlehnen oder sitzen. Sie traten und schlugen auf uns ein, teilweise bis zur Bewusstlosigkeit. Wir wurden beleidigt und bespuckt, geflochtene Haare wurden im Schritt der Polizisten gerieben oder ausgerissen“, berichtet Paula Maier, Teilnehmerin der Delegation und FKO-Mitglied. „In der Zeit auf der Einzelzelle wurde ich von einem türkischen Beamten vergewaltigt.“

Darüber hinaus seien die Festgenommenen gezwungen worden, Videos von misshandelten Kämpferinnen sowie Bildmaterial der eigenen Reise anzuschauen, begleitet von Drohungen, die Betroffenen würden nie wieder aus der Haft entlassen.

Forderung nach Öffentlichkeit und Solidarität

Werbung

Die FKO bewertet die Vorfälle als gezielten Angriff auf politische Aktivistinnen sowie auf die demokratischen und frauenpolitischen Errungenschaften der Region. Paula Maier ordnet die Ereignisse politisch ein:

„Was im Januar in Rojava passiert ist, war der Versuch, die Errungenschaften der Revolution zu zerstören und die kurdische Befreiungsbewegung zu vernichten. Ich teile diese Erfahrung mit vielen weiteren Frauen. Es ist nicht nur meine Geschichte. Der Kampf gegen sexualisierte Gewalt ist eine Geschichte, die uns als Frauen alle vereint. Es liegt an uns allen, diese Erfahrungen in eine Geschichte des Widerstandes zu entwickeln.“

Die FKO fordert, die Berichte der Betroffenen ernst zu nehmen, die Anschuldigungen gegen die türkischen Behörden öffentlich zu machen und die Angriffe scharf zu verurteilen. Die Organisation betont: „Unsere Antwort auf Repression ist Solidarität und Öffentlichkeit.“

Artikel Teilen:
Werbung

7 Kommentare

  1. schöne neue blaue Welt sagt:

    Was ist los?
    Jeder sollte wissen wo der Hammer hängt und wer das Hausrecht hat!

  2. Frankie sagt:

    Demonstriert bei Erdogan und geht einen nicht auf den Pinsel.

  3. 🫪 sagt:

    Und was hat Halle damit zu tun? Warum findet dieser Protest nicht vor der türkischen Botschaft statt?

  4. sagt:

    Nö, interessiert niemanden.

  5. A.W. sagt:

    Offensichtlich sind sie doch gebrochen, sonst würden sie in Ankara und nicht in Halle demonstrieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert