Prozessauftakt in Halle: Junger Mann soll mit Drogennetzwerk über 150.000 Euro verdient haben
Ab heute muss sich ein junger Mann vor dem Landgericht Halle verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 23-Jährigen vor, über anderthalb Jahre hinweg einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln betrieben zu haben. Auch Anstiftung zum Diebstahl steht auf der Anklageliste.
Laut Anklage soll der im Februar 2003 geborene Angeklagte zwischen März 2024 und September 2025 einen großangelegten Drogenhandel in Halle organisiert haben. Das Sortiment war breit gefächert: Von Kokain und Amphetaminen bis hin zu Cannabis soll der junge Mann diverse Rauschmittel im Kilogrammbereich gewinnbringend veräußert haben.
Ein System aus „Depothaltern“ und „Läufern“
Um das Risiko einer Entdeckung zu minimieren, soll der Angeklagte nicht allein agiert haben. Die Ermittler werfen ihm vor, ein Netzwerk aus Gehilfen genutzt zu haben. Sogenannte „Läufer“ und „Depothalter“ übernahmen demnach die Lagerung und den direkten Verkauf an Zwischenhändler und Konsumenten. Bei Durchsuchungen konnten Beamte bereits erhebliche Mengen verschiedenster Drogen sicherstellen.
Der finanzielle Umfang des Geschäftsmodells ist beachtlich: Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte durch die Verkäufe insgesamt rund 158.400 Euro erlangt hat, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Schuldentilgung durch Taschendiebstahl?
Neben dem Drogenhandel muss sich die Strafkammer mit einem Vorfall aus dem Oktober 2024 befassen. Der Angeklagte soll Unbekannte dazu angestiftet haben, vier hochwertige Lederhandtaschen der Marke MCM aus einem Leipziger Kaufhaus zu stehlen. Der Plan dahinter: Die Diebe sollten mit der Beute – Gesamtwert 3.260 Euro – ihre bestehenden Drogen-Schulden bei ihm begleichen.
Der Angeklagte hat sich im bisherigen Ermittlungsverfahren nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, droht ihm eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr.
Was die Großen können können auch die Kleinen .