39 Baumfällungen in Halle (Saale) genehmigt – 60 Neupflanzungen gefordert
In den vergangenen Wochen hat die Stadtverwaltung von Halle (Saale) eine Reihe von Baumfällungen im Stadtgebiet genehmigt. Diese stützen sich dabei vor allem auf die Verkehrssicherheit, den Zustand der Gehölze oder anstehende Bauprojekte. Während einige Entnahmen aufgrund von Pilzbefall oder Altersschwäche unumgänglich sind, sorgen insbesondere größere Vorhaben für Diskussionsstoff. Insgesamt sind 39 Bäume betroffen. Angeordnet sind 60 Neupflanzungen.
Ein Schwerpunkt der Maßnahmen liegt im Bereich des Gießerdreiecks in der Turmstraße, welches das derzeit umfangreichste Einzelprojekt darstellt. Hier wurde die Fällung von insgesamt zwölf Bäumen – einer Linde und elf Feldahornen – genehmigt. Grund für diesen massiven Eingriff ist eine bauordnungsrechtlich zulässige Planung des Armaturenwerks, die den Erhalt der Gehölze nicht zulässt. Als Ausgleich für diesen Verlust sieht der Bescheid die Pflanzung von 16 Ersatzbäumen vor, um das ökologische Gleichgewicht im Quartier langfristig wiederherzustellen.
Ebenfalls von großer Tragweite ist die Entscheidung für die Liebenauerstraße, wo vier stattliche Kastanien demnächst aus dem Stadtbild verschwinden werden. Hier gaben jedoch keine Baupläne den Ausschlag, sondern der besorgniserregende Zustand der Bäume. Untersuchungen mit dem Resistographen sowie Klopfproben bestätigten eine fortgeschrittene Fäule im Stamm- und Stammfußbereich. Da selbst starke Rückschnitte die Vitalität der Kastanien nicht mehr retten könnten, blieb nur die Genehmigung zur Fällung, die mit der Auflage verbunden ist, acht neue Bäume als Ersatz zu pflanzen.
Ein drittes Großprojekt betrifft den Jadeweg, an dem drei Weiden weichen müssen. In diesem Fall überschneiden sich gesundheitliche Mängel der Bäume mit städtebaulichen Zielen: Die Weiden weisen nicht nur Schäden an der Basis auf, sondern stehen zudem genau im Bereich einer geplanten neuen Spielplattform. Um den Verlust dieser drei großen Exemplare zu kompensieren, wurde die vergleichsweise hohe Zahl von sieben Ersatzpflanzungen festgesetzt.
Doch auch abseits dieser Schwerpunkte sind zahlreiche weitere Straßenzüge betroffen. In der Fährstraße müssen insgesamt fünf Ahorne weichen, da diese zu nah an einer Schul-Stützmauer stehen und bereits Rindenschäden aufweisen. In der Vereinsstraße führen eine Kiefer und eine Zypresse zu Schäden am Mauerwerk eines Hauses und müssen entnommen werden, während am Berta-von-Suttner-Platz drei Weiden einer geplanten Wohnbebauung im Weg stehen. In der Seebener Straße wurden zwei abgestorbene Eschen zur Fällung freigegeben, und im Lupinenweg sowie in der Emil-Fischer-Straße und der Geseniusstraße zwingt massiver Pilzbefall an Birken die Verwaltung zum Handeln.Weitere Eingriffe betreffen den Rockendorfer Weg, wo eine Blaufichte im Zuge einer Gartenumgestaltung weichen muss, sowie den Ernst-Barlach-Ring und die Goldbergstraße, an denen Spitzahorne aufgrund von Stammrissen und fehlender Standsicherheit eine Gefahr darstellen. In der Reilstraße gefährdet eine Esche durch massiven Wurzelvortrieb eine Grenzmauer, und im Fingerhutweg hat eine Kiefer bereits zu Absenkungen und Rissen im Inneren eines Gebäudes geführt. Trotz der teils drastischen Maßnahmen sieht die Stadt in den meisten Fällen Ersatzpflanzungen vor, um das Stadtgrün für die Zukunft zu sichern.










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