“rosaROT”: Ausstellung im Ratshof thematisiert häusliche Gewalt . 2.682 Vorfälle in Halle im vorigen Jahr

Häusliche Gewalt werde oft verharmlost, durch die rosarote Brille gesehen, sagt Daniela Suchantke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Halle (Saale). Aus diesem Grund wurde am Dienstag im Ratshof eine Ausstellung mit dem Titel „rosaROT“ eröffnet, die sich dem Themenfeld häusliche Gewalt widmet. Die Ausstellung zeigt auf 18 großformatigen Bannern Hintergründe häuslicher Gewalt und Handlungsmöglichkeiten, die zur Deeskalation in Konfliktsituationen und zur Prävention von Gewalt beitragen können.

Häusliche Gewalt sei “ein trauriger Bestandteil unserer Gesellschaft”, so Suchantke. Deshalb sei es wichtig, “dass alle von uns aufmerksam sind.” Häusliche Gewalt schlägt sich dabei nicht nur sexuell nieder. Stalking, psychischer Druck, finanzielle Zwänge: “häusliche Gewalt ist vielschichtig.”

Im vergangenen Jahr gab es bundesweit mehr als eine Viertelmillion Fälle, ein Anstieg um 6,5%. “Das traurige Ende sind 155 Femizide.” In Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der Vorkommnisse von 7.122 auf 7.928. In Halle (Saale) gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik 2.682 Fälle, das sind etwa 100 mehr. “Und das ist nur das Hellfeld”, betonte Suchantke. Denn viele Opfer melden sich aus Scham oder Abhängigkeit nicht. Und auch wenn diese Taten im privaten Raum geschehen, seien sie keine Privatangelegenheit. “Die Opfer brauchen Unterstützung und Beratung.”

Die Kampagne „rosaROT“ ist eine Initiative des Netzwerkes Brandenburger Frauenhäuser. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Stadt Halle (Saale) mit der Landeskoordinierungsstelle zivilgesellschaftlicher Akteure zur Umsetzung der Istanbul-Konvention.

Die Ausstellung ist bis zum 15. November 2024 zu den allgemeinen Öffnungszeiten im Ratshof zu sehen.

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Keine Antworten

  1. Arbeiterstandpunkt sagt:

    Sehr gut!
    Solange die Kleinfamilie als Wirtschaftseinheit der kapitalistischen Gesellschaftsordnung dient, wird häusliche Gewalt nie ganz verschwinden. Wirkliche Befreiung der Frau wird erst im Sozialismus ein gesellschaftliches Ziel.

    • wow sagt:

      du glaubst den schwachsinn wirklich, oder?

      • Arbeiterstandpunkt sagt:

        Vielen Dank für deinen Beitrag wuff

        • Beitrag sagt:

          Haben sie schon mal die Frauen gefragt, ob die das wollen? Irgendwie wollen die meisten doch geheiratet werden. Zumindest legen das die vielen Hochzeitsbilder nahe. Da sehen die meist ganz zufrieden aus. Zumindest eine Weile noch danach. Manche probieren das sogar öfter.

        • na aber sagt:

          gern doch

    • Beitrag sagt:

      Der ist gut, echt. Großfamilien und oder freie Liebe ( Klartext: jeder mit jeder ohne Verpflichtungen) sind die Lösung. Ernsthaft: gab’s alles schon in zig Versionen und Versuchen. Ist immer irgendwie, irgendwann gescheitert. Selbst die kläglichen Überbleibsel der Kommune 1 sind keine Empfehlung. Aber nun, jetzt, ihr, ihr werdet es schaffen, ganz sicher. Die neue Avantgarde.

      • Arbeiterstandpunkt sagt:

        Habe ich nicht geschrieben.
        Habe nur ausdrücken wollen, dass die bürgerliche Familienordnung dem Funktionieren des Kapitalismus (die Wiederherstellung der Arbeitskraft besonders) dient.
        Eine Avantgarde löst das Problem nicht, das kann nur ein echter Sozialismus in dem Menschen nicht mehr in Abhängigkeitsverhältnissen Beziehungen eingehen

        • Beitrag sagt:

          Welche Form des Zusammenlebens präferieren Sie? Familie, keine Familie, noch was anderes?

          • Arbeiterstandpunkt sagt:

            Es gibt solche Familien…und solche…Familie kann man sich nicht aussuchen, aber unter welchen Umständen und mit welchem Anspruch man eine gründet schon

        • Wörmlitzer sagt:

          Nimm bitte demnächst einen anderen Namen, zur Verbreitung von so ein Schwachsinn. Ein Arbeiter hat andere Probleme als die oben erwähnten. Und ein Frage an dich, was ist in den so fürchterlich wenn sich Paare in traditionellen Lebensweisen wohl fühlen?

          • Arbeiterstandpunkt sagt:

            Die arbeitende Bevölkerung und gerade die Arbeiterklasse hat viele „Probleme“. Die kriselnde bürgerliche Familienordnung (hohe Scheidungsraten, Alkoholismus und Gewalt in der Beziehung, ungewollte Familienlosigkeit, …) gehört dazu

        • 10010110 sagt:

          Ich halte deinen Standpunkt zur sozialistischen Familienplanung sehr utopisch, ja, nie erreichbar. Wenn man es genau nehmen würde, müsste jeder Person nach standardisierten objektiven Kriterien ein Partner zugewiesen werden. Das übertrifft die dystopischsten Zukunftsphantasien. So lange sexuelles Verlangen, Leidenschaft und Gefühle den Menschen innewohnen, wird es keine abhängigkeitslosen Beziehungen geben. Eine partnerschaftliche Beziehung ist inhärent ein Abhängigkeitsverhältnis, sonst wäre es keine Beziehung.

  2. Halle-Leser sagt:

    Häusliche Gewalt gegen Männer gibt es nicht?
    Sexuallisierte Gewalt gegen Männer schon gar nicht?

    • siehe belegte Statistiken sagt:

      Du hast bestimmt ganz doll gelitten oder leidest immer noch, aber du bist ein absoluter Ausnahmefall.

    • Kleine Hilfe sagt:

      Hättest du mal den Artikel gelesen, würdest du gesehen haben, dass es um häusliche Gewalt im Allgemeinen ohne Geschlechtsbezug geht. Der einzige Geschlechterbezug sind die Zahl der Femizide.

    • Arbeiterstandpunkt sagt:

      In etwa 10% der Fälle sind Frauen Täterinnen, die Dunkelziffer ist auf beiden Seiten hoch