Stadt Halle (Saale) startet im Januar mit der Ausgabe der Bezahlkarte für Asylbewerber

Mit der Ausgabe der Bezahlkarte („SocialCard“) für Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) startet die Stadt Halle (Saale) nach eigenen Angaben am 13. Januar 2025. Rund 1.200 Karten sollen schrittweise bis Anfang März 2025 ausgegeben werden. Zur Übergabe der guthabenbasierten Debit-Karten erhalten Leistungsberechtigte in den nächsten Wochen einen persönlichen Termin.

„Das Land hat die rechtlichen und technischen Voraussetzungen zur Einführung der Bezahlkarte nunmehr geschaffen“, sagt Katharina Brederlow, Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle (Saale). In Sachsen-Anhalt hat das Land diese Aufgabe den Landkreisen und kreisfreien Städten übertragen. 18 Mitarbeiter des Fachbereiches Soziales als zuständige Leistungsbehörde haben in den vergangenen Wochen Schulungen durchgeführt. Darüber hinaus wurden Übersetzungsgeräte angeschafft, die bei der Beratung zum Einsatz kommen können.

Die Bezahlkarte ist eine guthabenbasierte Karte mit Debitfunktion (ohne Kontobindung), die eine diskriminierungsfreie elektronische Bezahlung in Geschäften und bei Dienstleistern ermöglicht. Leistungen, die bisher in Bargeld ausgezahlt oder auf ein Konto überwiesen wurden, werden jeden Monat auf die Bezahlkarte gebucht. Mit der Bezahlkarte wird die zeit- und arbeitsaufwendige Bargeldausgabe entfallen.

Grundsätzlich sollen alle erwachsenen Leistungsberechtigten, die unter das AsylbLG fallen, eine Bezahlkarte erhalten. Das sind im Wesentlichen Personen, die sich in einem Asylverfahren befinden, abgelehnte Asylbewerber mit einer Duldung sowie ausreisepflichtige Ausländer. Die Leistungen für minderjährige Kinder und Jugendliche werden auf die Bezahlkarten der Eltern gebucht. Keine Bezahlkarte erhalten Schutzsuchende mit einem anerkannten Schutzstatus. Hierunter fallen auch Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, denen ein vorübergehender Schutz zuerkannt wurde. Sie erhalten Leistungen nach dem SGB II (Bürgergeld).

Die Höhe des Leistungsanspruchs ändert sich durch die Einführung der Bezahlkarte nicht; sie ist vom Einzelfall abhängig und bemisst sich nach den im AsylbLG festgelegten Bedarfssätzen. Der Leistungsanspruch wird künftig in der Regel monatlich automatisch auf die Bezahlkarte aufgebucht. Bargeldabhebungen sind auf das rechtlich zwingend gebotene Minimum von grundsätzlich maximal 50 Euro pro Monat je Leistungsberechtigtem beschränkt.

Die Nutzung der Bezahlkarte ist auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland beschränkt. Die Bezahlkarte ist für das Ausland gesperrt. Mit der Bezahlkarte sind keine Online-Käufe im Internet möglich. Die Bezahlkarte ist gesperrt (Negativliste) für: Anbieter von Glücksspiel, Geldtransfer, z. B. mit Western Union oder MoneyGram, Überweisungs- und Bargeldservices sowie Finanz- und Börsenprodukte (einschließlich virtueller Währungen).

Die Kosten der Einführung und der weiteren Nutzung trägt das Land Sachsen-Anhalt.

Foto Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler

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30 Antworten

  1. 10010110 sagt:

    Und amerikanische Finanzkonzerne verdienen natürlich kräftig mit.

  2. Info sagt:

    Na wenn sie schon einen persönlichen Termin haben kann man ihnen auch gleich mitteilen dass sie in naher Zukunft arbeiten müssen, sie schon einmal Deutsch lernen sollen ( geht auch ohne Kurs zu Hause für den täglichen Gebrauch) da unser Sozialsystem sie so nicht weiter unterstützen kann.

  3. Dieter sagt:

    Nur 1200 Karten? Alle anderen gehen arbeiten oder brauchen sie nicht? Na dass ist ja super.

  4. Detlef sagt:

    Die Einführung der Bezahlkarte ist ein richtiger Weg aber warum für Onlineshopping gesperrt?

  5. Hallefüralle sagt:

    Rassistisches und unfassbar diskriminierendes Instrument zur Befeuerung einer Zweiklassen Gesellschaft. Faktenbasiert und notwendig?? Nein denn es wird nur sehr wenig Geld ins Ausland überwiesen.
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nur-wenige-fluechtlinge-ueberweisen-laut-studie-geld-ins-ausland-110152524.html

    • EinerausHalle sagt:

      Es geht nicht nur um Überweisung von Geld. Es geht auch darum den Besitzern etwas schmackhaft zu machen… nämlich mehr Geld zu besitzen wenn man arbeitet…

    • Rebell sagt:

      Widersprüchliche Aussagen des DIW und der Bundesbankdaten. Dein Link ist für die Tonne!

    • Emmi sagt:

      Woher weißt du wieviel Geld ins Ausland transferiert wird? Schleuser wurden mit Bargeld auch davon bezahlt. Die Einführung ist längst überfällig. Auf keinen Fall eine Diskriminierung, weil Lohn auch auf Konten überwiesen wird. Es sind Sozialleistungen die ausgezahlt werden. Der es gibt, hat das Sagen.

    • Seher sagt:

      Wenig ist auch viel. Im übrigen ist nächstes Jahr dieser Geldsegen ,für Nichts‘ zu Ende!

    • Faktenfüralle sagt:

      7 Prozent der Flüchtlinge sind nicht „nur wenige“ und nicht „sehr selten“. Von „sehr wenig Geld“ steht da nichts.

  6. J sagt:

    Na dann werden sie ja endlich in Scharen ausreisen, wenn sie nicht mehr die Millionen Euro nach Hause schicken können, welche die ausschließlich deutschstämmigen Steuerzahler ihnen unverdient in den Hintern blasen. Endlich wieder Wohnraum für deutsche Bürger!

    • Klara sagt:

      @J:
      Großer Irrtum. Wir haben in Deutschland Zehntausende ehemals Geflüchtete, die hier Steuern zahlen und im Übrigen auch Rentenbeiträge.
      Und da, wo die meisten Geflüchteten wohnen, würdest Du gar nicht hinziehen.

  7. AktivistIn sagt:

    Da schäme ich mich für dieses ach so offene Deutschland.

  8. Ah sagt:

    Und warum eigentlich erst im Januar?

  9. Pittiplatsch sagt:

    Wie ironisch. „Visa die Freiheit nehm ich mir. ”

  10. Wann zum Glück? sagt:

    Es war nur zu dem Zeitpunkt rassistisch, als die AfD das gefordert hat. Und nun schreiben es sich die so genannten demokratischen Parteien auf die Fahne. Was für Helden 🥸🤮

  11. Wamper sagt:

    Endlich tut sich auch was in Halle. Dies ist nur der erste Schritt, von vielen, um die Zuwanderung von Wirtschaftsflüchtlingen zu minimieren. Aber warum wird wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen. Sind die Ukrainer neuerdings was besseres? Politik ist auch nur eine Hure.

  12. Einwohner sagt:

    Da werden dann sicherlich wieder linksgrüne Gruppen und der Migrationsrat dagegen auf die Straße gehen und demonstrieren – man kann nur hoffen, dass die nächsten Wochen sehr kalt, regnerisch und stürmisch wird, dann bleiben die zu Hause und genießen die Erdgas- und Erdölbefeuerte Heizungsanlage und den durch Kohle erzeugten Strom aus der Steckdose….

    • Jesus sagt:

      @Einwohner, all das bekommen sie auch aus steuerfinanzierten Mitteln 😉Bürgergeld und Co.😉 Die hier integrierten und zahlenden Flüchtlinge betrifft es nicht. Warum sollte man Ausreisepflichtigen das Leben noch schöner machen. Fehlt eigentlich noch die Möglichkeit, Bundesweiter Kontrolle über die Identität. Dafür ist D. aber nicht aufgestellt.