OB Vogt will Internationalen Hansetag nach Halle (Saale) holen – nächste Woche ist er in Visby dabei

Die alte Hansestadt Halle will in Zukunft eine zentrale Rolle im Hansebund spielen: Nächste Woche reist Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt in die schwedische Stadt Visby, wo der 45. Internationale Hansetag stattfindet. Sein Ziel: Halle als Austragungsort des Hansetages in den Jahren 2033 oder 2034 ins Gespräch zu bringen.

„Wir haben als Stadt viel zu bieten – historisch, kulturell und als modernes Zentrum Mitteldeutschlands“, sagte Vogt am Samstag beim Hansefest am Saaleufer. Dort wurde er symbolträchtig vom Halleschen Hanseverein mit einer eigens angefertigten Amtskette ausgestattet. Beim Hansetag in Visby will er diese tragen – als sichtbares Zeichen der Verbundenheit zur Hanse und als Repräsentant Halles.

Der Internationale Hansetag, ein jährliches Treffen der Mitgliedsstädte des modernen Hansebundes, ist nicht nur kulturelles Highlight, sondern auch Plattform für Austausch und internationale Zusammenarbeit. Obwohl die Veranstaltungstermine bereits bis 2038 vergeben sind, eröffnet sich nun eine unerwartete Chance: Die für Russland vorgesehenen Hansetage – konkret 2033 und 2034 – stehen wegen des anhaltenden Angriffskriegs gegen die Ukraine zur Disposition. Der Hansebund hat angekündigt, die beiden Jahre neu zu vergeben. Das will sich Halle zunutze machen.

Hanse in Halle – ein historisches Erbe

Die Stadt Halle war bereits im Mittelalter Teil des Handelsnetzwerkes der Hanse. Der Salzhandel, insbesondere mit dem berühmten Halleschen Salz aus den Salinen an der Saale, machte die Stadt zu einem bedeutenden Umschlagplatz. Über die Saale und Elbe waren Verbindungen zu den großen Hansestädten wie Lübeck, Hamburg oder Magdeburg möglich. Halle profitierte wirtschaftlich stark vom Hansehandel – auch wenn es keine Vollmitgliedschaft wie bei den Städten an der Nord- und Ostsee gab.

Seit 2004 ist Halle offizielles Mitglied im neu gegründeten „Städtebund Die Hanse“, einem Netzwerk aus über 190 Städten in 16 Ländern, das an die gemeinsamen Werte der historischen Hanse anknüpft: Freiheit, Zusammenarbeit und friedlicher Handel.

Visby als Bühne der Hoffnung

Die schwedische Stadt Visby auf der Insel Gotland ist nicht zufällig Gastgeberin: Mit ihrer gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt gilt sie als einer der historisch bedeutsamsten Orte der Hansezeit. Für Halle ist die Teilnahme am diesjährigen Hansetag deshalb nicht nur symbolisch wichtig, sondern strategisch: Oberbürgermeister Vogt wird dort mit vielen Amtskollegen aus Europa zusammentreffen und für Halle als Gastgeberstadt werben.

Der Hanseverein Halle begleitet diesen diplomatischen Vorstoß mit großer Unterstützung. „Wir sehen das als große Chance, Halle international noch sichtbarer zu machen“, erklärt ein Sprecher des Vereins. Die Hoffnung ist groß, dass sich der moderne Städtebund von der Idee überzeugen lässt – nicht zuletzt angesichts der politischen Lage in Osteuropa.

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23 Antworten

  1. 🙄 sagt:

    Wer erinnert sich noch an den Hansetag in Salzwedel und den darauf folgenden Aufschwung und die internationalen Sichtbarkeit?

    • Blödquatscher entlarven sagt:

      Die Leute in Salzwedel. Deshalb haben sie sich im Anschluss erneut darum beworben, den Zuschlag erhalten und freuen sich auch auf das nächste Mal.

  2. Wolli sagt:

    Stadtmarketing mit Hanse e.V. müssten in Visby mit einem Infostand und Präsenten präsent sein. Der OB sollte auf jeden Fall ein Mitglied des Hanse e.V. mitnehmen.

  3. 10010110 sagt:

    Wieder mal sinnlose Symbolpolitik. 🙄 Der soll sich mal um wichtige Sachen kümmern statt nur in der Weltgeschichte rumzugurken.

  4. Jan sagt:

    Herr Vogt hat doch vorher angekündigt, dass er seine Aufgabe in der Präsentation der Stadt sieht. Dem bleibt er treu. Um die wichtigen Dinge müssen sich halt andere kümmern.

    • Luft nach oben sagt:

      Wen’s geregelt ist, ist das auch o.k. so. Halle hat beim Ansehen viel Luft nach oben. Und Ansehen ist wichtig für Investments, Tourismus etc. Halle kann man auch nicht mit Salzwedel vergleichen, die investitionsrelevanten Unterschiede aufzuzeigen spare ich mir hier. Verkehrsmäßig liegt Halle sehr gut, zudem Top Wissenschaft etc. Schlecht sind Image ( Radikale Wähler rechts und links), Stadtrat ( entscheidet oft wirtschaftsfeindlich), Steuersätze und Bildung ( keine internationale Schule), sowie Defizite bei hoch- und höchstwertigen Wohnungen.

      • Physiker sagt:

        Eine Regelung sollte aber vielleicht kein Vakuum sein.

      • Thomas sagt:

        @Luft nach oben: In der ökonomischen Theorie spielt Ansehen keine große Rolle hinsichtlich investiver Tätigkeiten von Unternehmen. Da sind Dinge wie Infrastruktur, Rechtssicherheit, Arbeitskräfte, Kaufkraft, etc. schon bedeutend wichtiger.
        Wo sehen Sie denn in Halle ein Problem mit radikalen Wählern links? Und welche Entscheidung des Stadtrates erachten Sie als explizit wirtschaftsfeindlich? Und mit Blick auf unternehmerisch relevante Steuern wie die Gewerbesteuer rangiert Halle für eine Stadt im absoluten Durchschnitt (Hebesatz von 450,0; https://www.gewerbesteuer.de/gewerbesteuerhebesatz/sachsen-anhalt). Und auf dem Weinberg Campus haben sich unlängst bedeutende außeruniversitäre Forschungsinstitute angesiedelt.

  5. Lichterfee sagt:

    Das Foto ist schon mal oberpeinlich.

  6. Verzerrer sagt:

    Wieviel wird denn per Saale gehandelt?

  7. Headroom sagt:

    Was sagt die KI dazu?

  8. Visby ist toll! sagt:

    Visby ist toll und ich denke unser OB wird Halle schon würdig vertreten in Gotland und ganz viel Erkenntnisse für unsere Stadt mitbringen.