700 neue Termine pro Woche: neue Bürgerservicestelle am Reileck wurde eingeweiht

Lange Wartezeiten sind für Bürgerämter in vielen deutschen Städten ein bekanntes Problem – in Halle (Saale) jedoch hatten die Verzögerungen über Monate hinweg ein Niveau erreicht, das für deutliche Unzufriedenheit sorgte. Immer wieder gab es Beschwerden über die kaum verfügbaren Termine; bis zu einem halben Jahr mussten Bürgerinnen und Bürger teilweise auf einen freien Slot warten. Besonders für Anfragen mit Fristen – etwa Ausweisverlängerungen oder Führungszeugnisse – war das für viele Hallenser eine erhebliche Belastung. Die Stadtverwaltung reagierte: Bereits in den vergangenen Monaten wurde nachjustiert, interne Abläufe wurden optimiert, zusätzliche Terminkontingente geschaffen. Das Ergebnis: Die Wartezeiten konnten erste spürbare Schritte nach unten gemacht werden. Doch klar war: Eine nachhaltige Entlastung würde nur mit strukturellen Veränderungen möglich sein. Genau das ist mit der neuen Bürgerservice-Station am Reileck geschehen.

Ein Neubau als Chance – Dienstleistung im Gravo-Druck-Areal

Am Montag wurde die neue Service-Station im Neubau des Gravo-Druck-Areals am Reileck offiziell eingeweiht – ein Projekt, das nicht nur räumlich, sondern auch konzeptionell neue Maßstäbe setzt. Um Punkt 9 Uhr wurden am Montag die ersten beiden Kunden in der neuen Service-Station begrüßt. Oberbürgermeister Vogt hieß sie persönlich willkommen und überreichte ihnen jeweils einen Blumenstrauß – ein symbolischer Auftakt für eine Einrichtung, die künftig täglich hunderte Hallenserinnen und Hallenser bedienen wird. Die Reaktionen der ersten Besucher fielen positiv aus: Die modernen Räume, die schnelle Erreichbarkeit und die freundliche Begrüßung sorgten für einen gelungenen Start in den Betrieb. Für viele Bürger bedeutet die neue Station vor allem eines: Erleichterung. Das Gravo-Druck-Areal, Eigentum der Saalesparkasse, bietet zentrale Lage, moderne Bedingungen und eine hervorragende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die Service-Station verfügt über fünf voll ausgestattete Arbeitsplätze. Insgesamt sechs Mitarbeitende sind hier im Einsatz, um Bürgeranliegen zügig zu bearbeiten. Die Räumlichkeiten wurden von Beginn an nach aktuellen Standards geplant, ein Vorteil, den Oberbürgermeister und Stadtverwaltung mehrfach betont haben. Der Bürgerservice am Reileck ist vollständig in die bestehende Infrastruktur der Stadt eingebunden. Alle Dienstleistungen, die bisher im Ratshof oder in Halle-Neustadt verfügbar waren, können nun auch hier in Anspruch genommen werden. Dazu zählen unter anderem: Beantragung von Führungszeugnissen, Verlängerung von Ausweisen sowie Anmeldung und Ummeldung. Darüber hinaus gibt es technische Neuerungen, die für viele Bürger eine große Erleichterung darstellen: Biometrische Passfotos können direkt vor Ort aufgenommen werden, und für die Aktivierung der Online-Ausweisfunktion steht ein Fingerabdruckscanner bereit. Die Digitalisierung im Bürgerservice ist hier also integraler Bestandteil und kein Zusatzangebot.Eine praktische Neuerung ist die klare Regelung der Zahlungsmöglichkeiten – am Reileck wird ausschließlich bargeldlos gezahlt. Damit folgt die Stadt einem Trend, der Verwaltungsprozesse beschleunigen und zugleich die Sicherheit erhöhen soll.

Mehr Kapazität, weniger Wartezeit – die Entlastung im Überblick

Die bisherige Terminkapazität der Bürgerservicestellen in Neustadt und im Ratshof lag bei etwa 3.500 Terminen pro Woche. Mit der Eröffnung der neuen Service-Station kommen wöchentlich rund 700 zusätzliche Termine hinzu. Diese Erhöhung um 20 Prozent hat spürbare Auswirkungen auf die gesamte Stadt. Die Situation, in der Bürger monatelang auf einen Termin warten mussten, soll damit nachhaltig entschärft werden. Erste Rückmeldungen aus der Verwaltung zeigen, dass die Verteilung der Anfragen bereits effizienter läuft. Gleichzeitig ermöglicht die zentrale Lage am Reileck eine bessere Erreichbarkeit für viele Hallenserinnen und Hallenser – nicht nur aus der Innenstadt, sondern auch aus umliegenden Stadtteilen.

Stimmen zur Eröffnung – Bedeutung für Stadt und Bürger

Zur offiziellen Eröffnung waren Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und der Saalesparkasse anwesend. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt bezeichnete die neue Einrichtung als “ganz wichtige Einrichtung für die Bürgerinnen und Bürger”, denn, so betonte er, “denn sie messen die Service-Qualität einer Stadtverwaltung auch an den Wartezeiten beim Bürgerservice.” Mit der Eröffnung setze die Stadt ein sichtbares Zeichen für Modernisierung und Bürgernähe. Auch Jürgen Fox, Vorstandsvorsitzender der Saalesparkasse, hob die Bedeutung des Standorts hervor. “Wir hoffen, dass es auch für die Bürgerinnen und Bürger hier angenehm ist,” erklärte er und verwies auf die gute Erschließung des Areals durch den ÖPNV. Dass er aus eigener Erfahrung spreche, da er die Dienstleistungen selbst bereits genutzt habe, unterstrich zusätzlich die Relevanz und Alltagstauglichkeit des Angebots. Den engagierten Mitarbeitenden zollte er besonderen Respekt. Bürgermeister Egbert Geier gab zusätzlich Einblick in die langfristige Planung der Stadt. Für den Süden Halles werde weiterhin ein geeigneter Standort gesucht. Momentan sei jedoch keine passende Fläche verfügbar. Der Standortvorteil am Reileck sei unter anderem dadurch entstanden, dass der Neubau eine moderne Planung von Beginn an ermöglicht habe – etwas, das im Süden Halles mit deutlich mehr Aufwand verbunden wäre.

Ein Blick hinter die Kulissen – Arbeitsabläufe und Servicegedanke

Die sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Reileck bilden ein kleines, aber breit aufgestelltes Team. Die fünf Arbeitsplätze wurden so eingerichtet, dass parallele Bearbeitungen möglich sind, ohne dass es zu räumlichen Engpässen kommt. Die Abläufe wurden optimiert, um die Bearbeitungsdauer pro Anliegen kurz zu halten. Ein wichtiger Punkt: die klare Strukturierung der Terminvergabe. Die Online-Buchung funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei den anderen beiden Standorten. Durch die neuen Kapazitäten sollen spontane Terminanfragen, wie sie in der Vergangenheit oft unmöglich waren, wieder realistischer werden. Auch der Wartebereich wurde mit Blick auf Kundenfreundlichkeit gestaltet: helle Räume, transparente Abläufe und kurze Wege zwischen Fotoautomat, Scanner und Serviceplatz. Das Konzept setzt auf Übersichtlichkeit – ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu vielen älteren Verwaltungsstandorten.

Termin-Beantragung: https://halle.de/serviceportal/online-terminvergabe

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47 Antworten

  1. Halle hat wohl keine Schulden? sagt:

    Wieviel Mehrkosten entstehen? Darüber wird 0,0 berichtet. Wie kann man da noch lächelnd in die Kamera schein, wenn man an den Schuldenstand der Stadt denkt?

    • Shein sagt:

      Du bist nicht aus Halle.

    • theduke sagt:

      Vielleicht sollte man auch an das eigentlich Problem ran gehen! Bevor es die Online-Reservierung gab, ging man zum Bürgerbüro, musste zwar lange warten, bekam aber sein Anliegen erledigt.
      Jetzt kann JEDER online einen Termin machen. A) Ob er den wahrnimmt oder nicht, hat keine Folgen. B) Dann dauert ein solcher Termin nicht immer die Zeit, die dafür verschlagt wurde. D.h. grundsätzlich gibt es Lücken in den Online-Termin, die bisher aber nicht ausgenutzt werden. Hinzukommt: Theoretisch könnte man täglich beim Bürgerbüro einen Termin buchen, diese damit blockieren, aber nie hingehen. Das ganze Buchungssystem hat also noch „Optimierungsbedarf“.

      • :: sagt:

        Nein. Die Anzahl der Buchungstermine ist begrenzt. Ich weiß es nicht mehr genau, ob es 3 oder 5 waren. Ich wollte irgendwann voriges Jahr für die ganze Familie einen Termin buchen, das ging nicht.

      • J sagt:

        Dir ist bewusst, dass die Leute dort auch noch andere Dinge tun können, als nur am Schalter zu sitzen? Sollten tatsächlich mal größere Lücken auftreten, so gibt es genug zu tun. Woher hast du also solche Weisheiten, dass die Lücken nicht ausgenutzt werden?

        Seit der Online-Reservierung geht das alles viel besser als vorher. Ich kam in der Regel sogar einige Minuten vor meinem Termin dran. Und da man eh erst eine Viertelstunde vorher sich einbuchen kann, ist die Wartezeit angenehm kurz.

  2. Was soll das? sagt:

    Man kann klar und deutlich – durch den nicht verklebten Spalt auf der Fensterscheibe – auf die Monitore sehen und lesen, was dort abgebildet ist. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung und sollte umgehend abgestellt werden.

  3. On + On sagt:

    Völlig überflüssig. Einfach mal die Struktur im Einwohnermeldeamt weiter optimieren. Dass das geht, zeigt die Verbesserung nach dem allöffentlichen Anschiss im Frühjar/Sommer 2025, als sich herausstellte, dass Halle den schlechtsten Bürgerservice in Deutschland hat.

  4. Bürgerservice sagt:

    Super Sache!

    Unabhängig davon: Ich vermisse die Burger vom Burgerservice am Reileck.

  5. Ur-Hallenser sagt:

    Wozu die Scheiben? Ist dort noch Corona?

  6. Facepalm sagt:

    Ewiges Gemecker! Die Wartezeiten waren unterirdisch, jetzt wird über die Problemlösung geseiert. Der Standort ist gut gewählt für den einen Heini aus dem paulusviertel, der ständig seinen Ausweis verliert und über die überbeschäftigung mosert. Kanner sich gleich mal eines besseren belehren lassen. In Magdeburg sind übrigens 4 Standorte.

  7. Liberaler sagt:

    „Lange Wartezeiten sind für Bürgerämter in vielen deutschen Städten ein bekanntes Problem“

    Kostengünstiger wäre es gewesen, separate Öffnungszeiten für Berufstätige anzubieten, damit diese ihre Angelegenheiten zügig erledigen können.

    Für die übrigen Bürger sind lange Wartezeiten schlicht belanglos.

    Hierfür braucht man auch keine teuren, mit Steuergeldern gepamperten Festangestellten, sondern kann Auftragsspitzen flexibel und kostengünstig mit Leiharbeitnehmern abarbeiten.

    • rund um die Uhr sagt:

      Du bist erfolgreicher Unternehmensberater. Merkt man sofort.

      Ach übrigens:

      Die Arbeitslosenquote in Halle (Saale) lag im Oktober 2025 bei 7,7 %

    • PaulusHallenser sagt:

      Liberaler,

      vollste Zustimmung!

    • J sagt:

      Denken ist nicht so deine Stärke, oder?

      Die allermeisten Leute, die dort hinwollen, SIND Berufstätige. Das ganze also zu trennen wäre nicht nur unsinnig, sondern würde auch noch viel Geld kosten.

      Und die Leiharbeiter lernst du dann wochenlang an, damit sie nach einer Woche wieder verschwinden? Wieder rausgeworfenes Geld?

      Du und deinesgleichen würden in der Privatwirtschaft sowas von untergehen. Nichts von der Welt verstehen, aber mit Papas Geld Golf spielen gehen.

    • Super, lieber Freund! Diese Karikatur auf die f.d.p-Trottel hättest Du selbst beim Faktenmagazin „Titanic“ einreichen können und es wäre gedruckt worden. Es gibt da eine Rubrik dafür, ich geb Dir bei unserem nächsten Treffen mal die Email-Adresse.

      Aber unserem Ziel, die überflüssige Pünktchenpartei endgültig in den wohlverdienten Abgrund zu stoßen, sind wir schon sehr nah.

      • naja sagt:

        Bitte spring hinterher und nimm deine gesamte Charge mit….ihr seid so nützlich wie ne dritte Socke oder ein Kropf.

    • @Liberaler sagt:

      Du hast doch 13:43 genügend Zeit zum Daddeln.

  8. A.W. sagt:

    Die Wartezeiten waren durchaus noch akzeptabel. Im übrigen wäre eine Lösung wohl eher im Bereich Digitalisierung zu suchen gewesen.

  9. Lachnummer sagt:

    „Doch klar war: Eine nachhaltige Entlastung würde nur mit strukturellen Veränderungen möglich sein“ – Richtig, und diese strukturelle Veränderung nennt sich Digitalisierung, so dass man die meisten seiner Anliegen komplett online erledigen kann. Haben andere Städte längst geschafft. Aber das hochnotpeinliche Halle redet sich ein, dass stattdessen diese lächerliche Mini-Zweigstelle (6 Arbeitsplätze!!!) zu mit Sicherheit völlig überteuerter Miete (die Wohnungen in diesem Neubau sind nicht grundlos bis heute nicht einmal zur Hälfte vermietet) der ganz große Wurf ist. Und die lächerlichen alten Herren von der Stadt sind wieder geschlossen angetreten und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter.

  10. Luchsauge sagt:

    Ankermieter für das schöne und teure Projekt Gravo- Druck- Areal? Angaben zur Mietfläche und zum Mietzins wurden nicht genannt. Das in anderen städtischen Liegenschaften dieses Serviceproblem nicht zu optimieren sei wurde pauschal und schlagwortartig verneint. Warum wohl?? Der städtische Haushalt ist ja aktuell nicht angespannt. Positiv: Unsere Paulaner müssen zur Bearbeitung ihrer Anliegen nicht mehr in unsere autounfreundliche Innenstadt und erst recht nicht nach Ha-Neu.

    • J sagt:

      Na dann viel Spaß beim Parkplatzsuchen am Reileck oder generell im Paulusviertel. Bring ein wenig Zeit mit, es wird etwas dauern. Aber du bist ja eh nicht aus der Gegend. Wie sollst du dich da auskennen.

  11. Franz2 sagt:

    Man merkt wieder der klassische Hallenser: Zu wenig Termine und die Bediensteten wollen sich etwa nicht 14h am Tag abschuften … aber wenn jetzt Strukturen entstehen, wird wieder gemeckert ? Es ist fast so, als würde man fordern, paar Haltestellen wegzustreichen. Natürlich ist für Einige die Lage nicht ok, weil es nicht direkt gegenüber vom Haus ist. Jeder, der das Ding nur 100m die Straße rauf hätte, würde hier jetzt nicht so ein Terz machen. Wenn es so ist und die Bürger blockieren selber mutwillig Termine, weil sie 3 Slots sperren, dann ist das Problem mal wieder bürgergemacht und wenn ein Termin etwas früher fertig ist, dann kann der Mitarbeiter sogar mal aufs Klo oder sich was zu Trinken genehmigen – oder ist das mittlerweile in der kranken Anspruchshaltung nichtmehr erlaubt ?

    • barocker Hallenser sagt:

      Die Bediensteten müssen auch nicht 14 h am Tag schuften, sondern könnten sich einen Arbeitsplatz mit zwei 7-h-Schichten teilen. Das hätte genau null Euro zusätzliche Miete gekostet.

  12. Parkplätze? sagt:

    Hat man denn bei dem neuen, optimierten Standort auch an Parkplätze gedacht oder ignoriert man das wieder aus ideologischen Gründen?

    • jetzt wirds wild sagt:

      Parkplätze für wen?

      • so weit kommt es noch! sagt:

        Hätte ja sein können, dass man bei einer neu geplanten Service Stelle auch mal an Parkplätze gedacht hat. Aber wohl zu viel vorausgesetzt in Halle. Alle haben befehlsmäßig die HAVAG zu nutzen. Wäre ja nicht schöner, dem Bürger entgegenzukommen. Halle wie man es kennt.

    • Fred sagt:

      ÖPNV-Kurzzeitparkplätze gibt es quasi vor der Tür. Wie schnell dort die Belegung wechselt, kann jeder selbst mal anschauen…

  13. W. Molotow sagt:

    Hallenser unter sich – ja, so kennt man sie…