Wildcats zeigen starke Offensivkraft und Moral – Thüringer HC setzt sich in Halle durch
In der Alsco Handball Bundesliga Frauen musste sich der SV UNION Halle-Neustadt dem Thüringer HC am Mittwochabend mit 36:43 (15:24) geschlagen geben. Vor 980 Zuschauerinnen und Zuschauern in der SWH.arena, präsentiert von den Stadtwerken Halle, erlebten die Fans ein temporeiches Spiel mit vielen Toren. Die Wildcats entschieden die zweite Halbzeit für sich, zahlten jedoch für eine schwache Phase vor der Pause einen hohen Preis.
Thüringer HC startet druckvoll, Wildcats finden Lösungen
Der Thüringer HC erwischte den besseren Start in die Partie. Natsuki Aizawa eröffnete früh den Torreigen, Rikke Hoffbeck Petersen und Jana Scheib sorgten mit konsequenten Abschlüssen für eine frühe Führung der Gäste. Die Wildcats ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Emma Hertha und Lynn Molenaar hielten Halle im Spiel. Im Angriff der Gastgeberinnen wurde schnell deutlich, worauf das Spiel der Wildcats an diesem Abend beruhte. Mit viel Tempo, schnellen Kreuzungen und einem starken Rückraum übernahm Cara Reuthal zunehmend Verantwortung. Die Rückraumspielerin brachte Struktur und Zielstrebigkeit ins Offensivspiel. In der 15. Minute belohnte sich Halle für den Aufwand, als Reuthal mit ihrem Treffer zum 9:9 ausglich.
Comeback bei den Gästen und Wendepunkt vor der Pause
Beim Thüringer HC feierte Johanna Reichert nach Verletzungspause ihr Comeback. Auch wenn sie zunächst einen Siebenmeter vergab, stabilisierte sie das Spiel der Gäste spürbar. In der Folge verloren die Wildcats defensiv an Zugriff. Abstimmungsprobleme im Innenblock und fehlende Unterstützung für die Torhüterinnen nutzte der Thüringer HC konsequent aus. Zeitstrafen gegen Lynn Molenaar und Viktoria Marksteiner erschwerten die Situation zusätzlich. Der THC erhöhte mit hohem Tempo über die erste und zweite Welle den Druck. Reichert, Farago und Hoffbeck Petersen sorgten für einen deutlichen Lauf der Gäste. Zur Pause hatte sich der Thüringer HC auf 24:15 abgesetzt. Trainerin Ines Seidler ordnete diese Phase später klar ein. Aus ihrer Sicht hätten in dieser Partie viele Faktoren zusammenpassen müssen, um gegen einen Gegner dieser Qualität zu punkten. Entscheidend sei jedoch gewesen, dass die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit das Spiel aus Hallenser Sicht kippen ließen.
Wildcats kommen mit Mut, Tempo und Überzeugung zurück
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Wildcats deutlich verbessert. Der Angriff blieb weiterhin von Schnelligkeit und hohem Tempo geprägt. Cara Reuthal setzte immer wieder Akzente aus dem Rückraum, suchte den Durchbruch oder fand Lösungen im Eins-gegen-eins. Auch Lilli Röpcke, Madeleine Östlund und Lynn Molenaar brachten sich erfolgreich in die Torschützenliste ein. Halle gewann die zweite Halbzeit und zeigte Moral. Immer wieder verkürzten die Wildcats den Rückstand, ohne den Thüringer HC jedoch ernsthaft unter Druck setzen zu können. Die Defensive blieb der entscheidende Knackpunkt. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüterinnen funktionierte nicht stabil genug. Beide Torhüterinnen kamen gemeinsam lediglich auf eine Quote von rund fünf Prozent gehaltener Bälle. Genau dort setzte auch die Analyse der Trainerin an. Ines Seidler machte deutlich, dass trotz der starken Offensivleistung weiterhin intensive Arbeit in der Abwehr notwendig sei. Die hohe Anzahl an Gegentoren sei auf diesem Niveau schlicht zu viel, um enge Spiele erfolgreich zu gestalten.
Offener Schlagabtausch und Kempa als Schlusspunkt
In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nathalie Hendrikse, Luca Farago und Natsuki Aizawa hielten den Vorsprung für den Thüringer HC konstant. Johanna Reichert übernahm Verantwortung vom Siebenmeterpunkt und zeigte sich nach ihrem Comeback treffsicher. Die Wildcats spielten bis zur letzten Minute mutig nach vorn. Madeleine Östlund, Tena Petika und Lea Gruber sorgten für weitere Treffer. Den Schlusspunkt setzte schließlich Cara Reuthal. Nach perfektem Zusammenspiel mit Lea Gruber verwandelte sie per Kempa-Tor zum 36:43-Endstand. Aus Sicht der Wildcats war es ein symbolischer Abschluss für eine engagierte zweite Halbzeit.
Zahlen, Daten und Ausblick
Erfolgreichste Werferin der Wildcats war Cara Reuthal mit 13 Toren. Lynn Molenar erzielte 6 Treffer, Madeleine Östlund kam auf 4 Tore. Beim Thüringer HC überzeugten Johanna Reichert mit 7 Toren sowie Natsuki Aizawa und Rikke Hoffbeck Petersen mit jeweils 6 Treffern. In der Tabelle bleibt der Thüringer HC in der Spitzengruppe der Liga. Die Wildcats müssen weiterhin um wichtige Punkte kämpfen. Die Leistung im Angriff und die gewonnene zweite Halbzeit geben jedoch Zuversicht. Am kommenden Spieltag gilt es, die gezeigte Offensivqualität mit mehr defensiver Stabilität zu verbinden, um sich wieder zu belohnen.
Statistik und Links zum Spiel
Aufstellung: Szott, Illic, – Reuthal 13/1, Molenaar 6, Östlund 4, Hertha 3, Röpcke 3, Kieffer 2, Marksteiner 2, Gruber 1, Polakova 1, Petika 1, Pallas, Kairyte, Büch,
Zuschauer: 980
Schiedsrichter: Leon Bärmann / Nico Bärmann
Siebenmeter:
Halle: 1/1
Thüringer HC: 2/4
Zeitstrafen:
Halle:4
Thüringer HC:4
Foto: Michael Vogel









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