Bilanz der IHK Halle-Dessau: 3750 neue Azubis – duale Ausbildung bleibt Rückgrat der Fachkräftesicherung

Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) blickt auf das Ausbildungsjahr 2025 zurück: 3.750 junge Menschen haben in der Region eine duale Ausbildung begonnen. Damit bleibt der Ausbildungsmarkt insgesamt stabil – auch wenn die Zahl der neuen Verträge leicht unter der des Vorjahres liegt. Für die Fachkräftesicherung in den Unternehmen ist die duale Ausbildung weiterhin zentral. Gleichzeitig verändert sich die Berufswahl vieler junger Menschen: Kaufmännische Ausbildungen bleiben beliebt, während in einigen technischen Berufen weniger Jugendliche starten.

Besonders gefragt waren 2025 Berufe wie Anlagenmechaniker oder Elektroniker für Betriebstechnik. Weniger häufig entschieden sich junge Leute für den Beruf des Mechatronikers, des Chemielaboranten oder der Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Im kaufmännischen Bereich legten unter anderem die Ausbildungen in der Lagerlogistik, bei Bank- und Industriekaufleuten sowie in der Restaurant- und Veranstaltungsgastronomie zu. Rückgänge gab es hingegen bei Kaufleuten für Büromanagement und im Groß- und Außenhandel.

„Die Zahlen 2025 belegen: Unser Ausbildungssystem ist stabil – auch wenn wir in einigen Berufen Rückgänge sehen. Jetzt geht es darum, noch mehr junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern und Betriebe bei der Suche nach passenden Bewerberinnen und Bewerbern zu unterstützen. Dafür setzen wir zum Beispiel auf Ausbildungsbotschafter, Praktika-Angebote und regionale Ausbildungsmessen“, sagt Dr. Simone Danek, IHK-Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung.

Viele Jugendliche entscheiden sich für dieselben Berufe – IHK macht Alternativen sichtbar

Rund 30 Prozent aller neuen Ausbildungsverträge entfallen auf nur fünf Berufe. Besonders gefragt bleiben Tätigkeiten im Handel und im Büro, aber auch Logistik- und Technikberufe spielen weiterhin eine große Rolle. Weil viele andere spannende Ausbildungswege dabei aus dem Blick geraten, macht die IHK diese stärker sichtbar – zum Beispiel über die bundesweite Azubi-Kampagne „Jetzt #könnenlernen“, die auf unterhaltsame Weise zeigt, wie vielfältig die berufliche Ausbildung ist.

Zahl neuer Ausbildungsbetriebe leicht rückläufig

187 Unternehmen haben 2025 erstmals ausgebildet. Die Zahl der neu gewonnenen Ausbildungsbetriebe ging damit zwar leicht zurück. Insgesamt bleibt das Engagement aber hoch und schafft eine solide Basis, um Nachwuchs in der Region auszubilden. „Die Zahlen zeigen klar: Unsere Betriebe investieren in die Zukunft – selbst in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Diese Bereitschaft müssen wir nutzen und noch stärker vermitteln, welche Chancen die duale Ausbildung jungen Menschen bietet“, so Danek. Auch hierbei hilft die bundesweite Azubi-Kampagne.

Mehr Ausbildungsverhältnisse wurden vorzeitig beendet – IHK baut Unterstützung aus

1.187 Ausbildungsverhältnisse wurden 2025 vorzeitig gelöst – mit rund 14 Prozent ein neuer Höchststand. Auffällig ist: Etwa 60 Prozent der Abbrüche passieren im ersten Ausbildungsjahr, davon viele bereits in der Probezeit. Gerade dieser frühe Zeitraum entscheidet oft darüber, ob Jugendliche im Betrieb Fuß fassen. „Hier braucht es klare Erwartungen, verlässliche Ansprechpartner und schnelle Unterstützung“, betont Dr. Danek.

Was die IHK konkret dagegen tut:
• persönliche Beratung bei Konflikten zwischen Betrieb und Auszubildenden
• Vermittlung zu passenden Unterstützungsangeboten, z. B. Coaching und Stützunterricht
• das Instrument „Ausbildungsbegleitung“ zur Stabilisierung gefährdeter Ausbildungsverhältnisse
• zusätzliche Gespräche zwischen IHK, Betrieb und Azubi zur Klärung von Erwartungen
• Unterstützung beim Wechsel in einen anderen Ausbildungsplatz, wenn nötig

Damit hilft die IHK, Ausbildungsabbrüche zu verhindern und Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

TOP 5 neu abgeschlossener Ausbildungsverträge 2025
(Bezirk IHK Halle-Dessau, Stand 31.12.2025)
1. Verkäufer/-in
2. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
3. Kaufmann/-frau für Büromanagement
4. Mechatroniker/-in
5. Industriemechaniker/-in

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