Für Inklusion und Chancengleichheit: Abschlusszertifikate sollen Menschen mit Behinderung Weg ins Berufsleben ebnen

Absolventinnen und Absolventen der Berufsbildungsbereiche in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) des Abschlussjahrgangs 2025 haben zu Jahresbeginn ihre Abschlusszertifikate erhalten. Die Anerkennung der Ausbildung behinderter Menschen ist ein Teilziel bei der Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderung zur gleichberechtigten Teilnahme am gesellschaftlichen,

politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben. Die Zertifikate weisen sowohl berufsspezifische als auch individuelle Leistungsziele aus, zum Beispiel in den Bereichen Tischlerei, Hauswirtschaft oder Archivierung. Damit soll es den Absolventen ermöglicht werden, auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt einzumünden.

Aus dem nördlichen und westlichen Landesteil wurden 117 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Urkunden in der Avnet-Arena in Magdeburg überreicht. Weitere 117 Teilnehmende aus dem südlichen und östlichen Landesteil erhielten ihre Zertifikate im Festsaal der Franckeschen Stiftungen in Halle. Eine Auflistung der einzelnen Werkstätten und Teilnehmeranzahlen ist im Anhang zu finden.

Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, betont: „Die Absolventinnen und Absolventen aus den Werkstätten für Menschen mit Behinderung können stolz auf ihre Leistungen sein. Hinter ihnen liegt ein anstrengender Weg, den sie nun fortsetzen können. Arbeit bedeutet für Menschen mit Behinderungen Selbstverwirklichung, Chancengerechtigkeit und die Sicherung von Lebensqualität. Arbeitgeber sind gefordert, Menschen mit Behinderungen eine echte Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu geben. Mit ihrem Engagement, ihrer Motivation und oft einzigartige Fähigkeiten sind sie eine Bereicherung für Unternehmen und ein unverzichtbarer Teil der Arbeitswelt von morgen.“

Der Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion, Markus Behrens betont: „Die Abschlusszertifikate sind ein wichtiges Signal für mehr Inklusion und echte Chancengleichheit. Sie machen sichtbar, welche Kompetenzen und Potenziale Menschen mit Behinderung erworben haben und eröffnen ihnen konkrete Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Berufliche Teilhabe darf keine Ausnahme sein, sondern muss selbstverständlicher Bestandteil unserer Arbeitswelt werden.“

Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit suchen fast 4.000 Menschen mit Schwerbehinderung in Sachsen-Anhalt eine Beschäftigung. Zugleich zeigt die Statistik, dass rund zwei Drittel der arbeitslosen Menschen mit Behinderung eine Ausbildung bzw. ein Studium abgeschlossen haben. Menschen mit Behinderung arbeiten in verschiedensten Bereichen, zumeist im verarbeitenden Gewerbe, im öffentlichen Dienst oder im Gesundheitswesen. Das zeigt: Berufliche Teilhabe ist möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Menschen mit Behinderung nicht von vorn herein benachteiligt werden.

Unterstützt werden die Verleihungen der Zertifikate außerdem von der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für Menschen mit Behinderung Sachsen-Anhalt, der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Sachsen-Anhalt, der Sozialagentur sowie von den Werkstätten und Eltern.

Hintergrund:

In den insgesamt 33 WfbM in Sachsen-Anhalt arbeiten mehr als 11.500 Menschen mit Behinderung. Diejenigen, die den Berufsbildungsbereich einer Werkstatt zwei Jahre lang durchlaufen haben, erhalten keinen gesetzlich vorgeschriebenen Bildungsnachweis für ihre Leistungen. Die verliehenen Zertifikate geben Praktikumsbetrieben und potentiellen Arbeit- und Beschäftigungsgebern unerlässliche Hinweise auf die Inhalte der Qualifizierung.

Artikel Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert