Friedensgesellschaft in Halle führt im Monat bis zu 30 Beratungsgespräche zur Kriegsdienstverweigerung

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) verzeichnet in Halle wieder deutlich mehr Beratungsanfragen zur Kriegsdienstverweigerung. Während es in den vergangenen Jahren – auch infolge der ausgesetzten Wehrpflicht – vergleichsweise ruhig war, führt die Organisation derzeit nach eigenen Angaben bis zu 30 Gespräche pro Monat mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Wir sprechen aktuell mit bis zu 30 besorgten Jugendlichen im Monat, sagte Ralf Buchterkirchen, Vorsitzender der Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen in Halle, gegenüber dubisthalle.de. Hintergrund sei die politische Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie neue Modelle eines verpflichtenden Dienstes.

Grundrecht rückt wieder in den Fokus

Die Kriegsdienstverweigerung ist in Deutschland ein verfassungsrechtlich geschütztes Recht. Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes legt fest, dass niemand gegen sein Gewissen zum Dienst an der Waffe gezwungen werden darf. Wer sich aus Gewissensgründen gegen militärischen Dienst entscheidet, hat das Recht, diesen zu verweigern.

Mit der schrittweisen Einführung neuer Wehrdienstmodelle und der Diskussion über mögliche sicherheitspolitische Szenarien rückt dieses Grundrecht nach Einschätzung der Friedensorganisation wieder stärker in den Mittelpunkt. Gleichzeitig sei der Beratungsbedarf hoch, betont die DFG-VK.

Viele wissen nicht genau, wie ein Antrag gestellt werden muss oder welche Begründungen notwendig sind, weiß man bei der DFG. Problematisch sei etwa, wenn Anträge mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt oder ausschließlich politisch begründet würden. Solche Formulierungen könnten die Erfolgsaussichten eines Antrags auf Kriegsdienstverweigerung mindern.

Beratung für Schüler, Reservisten und Soldaten

Die Beratung der DFG-VK Halle richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen. Dazu zählen Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende, die erstmals eine Einladung zur Musterung erhalten. Unterstützung gibt es aber auch für Menschen, die vorsorglich den Dienst an der Waffe ablehnen möchten oder sich grundsätzlich über das Verfahren informieren wollen.

Darüber hinaus richtet sich das Angebot ausdrücklich auch an Reservistinnen und Reservisten sowie aktive Soldatinnen und Soldaten, die sich entschließen, einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen.

Freiwilligendienste als Alternative

Neben der rechtlichen Beratung informiert die Friedensgesellschaft auch über Möglichkeiten internationaler Freiwilligendienste. Diese könnten eine selbstbestimmte Form gesellschaftlichen Engagements darstellen und für viele junge Menschen eine Alternative zu verpflichtenden Diensten sein.

Angesichts der aktuellen politischen Diskussion rechnet die Organisation damit, dass die Nachfrage nach Beratung weiter steigen könnte.

Neben der Unterstützung per E-Mail (Kontakt: kdv-san@dfg-vk.de) gibt es auch einen Anlaufpunkt für die Vor-Ort-Beratung. Jeden 3. Montag im Monat von 15:00 – 17:00 Uhr werden DFG-VK Halle und Friedenskreis Halle für persönliche Gespräche und Hilfe rund um das Thema Kriegsdienstverweigerung und Freiwilligendienste zur Verfügung stehen. Beratungsort ist das Büro des Friedenskreises Halle in der Kleinen Ulrichstraße 3 in Halle. Interessierte können direkt vorbeikommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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5 Kommentare

  1. Rarum sagt:

    Wehrdienst ist nicht gleich Kriegsdienst.
    Ich musste in den 80ziger Jahren 18 Monate Wehrdienst leisten, das wollte ich damals auch nicht. Aber heute bin ich froh, dass ich schon mal eine Waffe in der Hand hatte, um im Verteidigungsfall vielleicht meine Enkelinnen, meine Tochter, meine Frau schützen könnte.
    Was in Deutschland total bescheuert ist, dass wir ehemaligen NVA Angehörigen nicht zum Reservistenkontingent der Bundeswehr zählen.

    • $$$ sagt:

      Mit den modernen Laserwaffen kennst du dich gar nicht aus. Auch den Schwertkampf beherrschst du nicht. An der Frontlinien wüdest du gar nicht kämpfen, wenn dich vorher eier Drohen erwischt, Glaubst du wirklich, du kannst Krieg?

    • Carsharer sagt:

      Die Bewertung jemand der vor 40 Jahren mit einer damals schon veralteten Waffe gedient hat, in einer heutigen Bundeswehr nützlich oder nicht ist, spielte bei der Entscheidung sicherlich eine Rolle.

  2. Bürger der arbeitet und gedient hat sagt:

    Wer finanziert diesen Quark?
    Die leben doch nicht von Luft und Liebe!
    Für mich sieht die Person auf dem Foto wohlgenäht aus, er hat bestimmt auch das Leben bis jetzt genossen und alles mitgenommen was ihm der Staat so bietet, wahrscheinlich auch ein Studium( was er hat abgebrochen- auf Grund seiner Findungsphase)
    Und genau diese linken NGO, s machen Deutschland inzwischen zur Witzfigur auf der Welt!

    • Carsharer sagt:

      Bildung&Qualifikation ermöglichen vieles. ZB eine schöne 35 oder 40h Woche in der Industrie mit Homeoffice und 80-100k Jahresgehalt. Da kann man danach noch eine Menge Zeit und private Gelder in ein Hobby stecken.

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