​Nach Prominenten-Austritten im BSW: Kreisverband Halle schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gerät das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in schwere Fahrwasser. Eine Welle von Parteiaustritten erschüttert den Landesverband auf. Gleich 21 Mitglieder – darunter prominente Führungspersönlichkeiten – kehrten der jungen Partei im Protest den Rücken. Unter den Ausgetretenen befindet sich auch die frühere stellvertretende BSW-Landesvorsitzende Sylvia Winkelmann-Witkowsky, die bis zuletzt als Co-Vorsitzende des Kreisverbands Halle-Saalekreis agierte, sowie die Kreisvorsitzenden Katja Wendland (Burgenlandkreis) und Harald Koch (Mansfeld-Südharz).

In einem gemeinsamen Austrittsschreiben erheben die Ex-Funktionäre schwere Vorwürfe gegen die Landesspitze. Neben Kritik an einem angeblich „autoritären Führungsstil“, Intransparenz und Überwachungsstrukturen wiegt ein Vorwurf besonders schwer: eine zunehmende inhaltliche und rhetorische Annäherung an die AfD im laufenden Wahlkampf. Man wolle den eigenen politischen Überzeugungen treu bleiben und verwahre sich gegen ein Aufweichen der Abgrenzung nach rechts, erklärten die Ausgetretenen.

Basis betont Unabhängigkeit und Friedenskurs

Doch während die Rücktritte die Landespartei mitten im Endspurt des Wahlkampfs belasten, regt sich an der Basis Entschlossenheit. Bei einem emotionalen Treffen von über 20 Mitgliedern und Unterstützern des BSW-Kreisverbandes Halle/Saalekreis wurde am Montag der Schulterschluss geübt. Mit großer Mehrheit verabschiedeten die Anwesenden eine gemeinsame Resolution unter dem Titel „Die Aufrechten bleiben – für eine erfolgreiche Entwicklung des BSW in Halle und dem Saalekreis“.

Darin treten die verbliebenen Parteimitglieder den Spekulationen über eine Kooperation oder inhaltliche Verflechtung mit der AfD entschieden entgegen. Es wird definitiv keine Unterstützung der AfD von uns geben, heißt es aus dem Kreisverband klipp und klar.

​Aus der Erklärung der Mitglieder und Unterstützer des BSW Halle / Saalekreis:
​„Der Aufbau einer neuen Partei ist ein schwieriger Prozess. Er wird von Menschen gemacht, die je nach Alter und Lebensweg sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Die damit verbundenen Erwartungen lassen sich nicht mit einem Knopfdruck erfüllen. Anstrengende Diskussionen, freudige Erlebnisse aber auch harter Streit gehören dazu. Oft wird Sachliches und Persönliches vermischt. Viele erleben in dieser Phase ein Wechselbad der Gefühle. Wie eben im richtigen Leben können nicht alle Probleme für alle zufriedenstellend gelöst werden. Für eine Ehe ist dann die Scheidung der letzte Schritt, in einer Partei der Austritt.
​Dazu haben die über 20 anwesenden Mitglieder und Unterstützer des BSW in Halle und dem Saalekreis am Montag in einem sehr emotionalen Austausch mit großer Mehrheit festgestellt – wir bleiben! Wir sind stäker geworden und haben eine Vision.
​Wir sind angetreten für eine klare Friedenspolitik, für Sicherheit und Abrüstung. Wir wollen eine Gesellschaft, die sich nicht weiter polarisiert. Die Zuspitzung der inneren und äußeren Konflikte geht immer zu Lasten der Masse des Volkes. Sie führt, wenn sie nicht gestoppt wird, in die Katastrophe.“

Realismus im Wahlkampfendspurt

In ihrer Stellungnahme stellen sich die verbliebenen BSW-Unterstützer auch den politischen Realitäten im Land: Das BSW werde in Sachsen-Anhalt voraussichtlich nicht die Regierung stellen und auch nicht daran beteiligt sein. Dennoch wolle man maßgeblich dazu beitragen, dass im Land künftig eine Politik gemacht wird, die den Menschen und dem Frieden dient.
​Mit der klaren Absage an eine AfD-Unterstützung versuchen die verbliebenen Aktiven in Halle und dem Saalekreis, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Kernanliegen der Partei – Friedenspolitik, Deeskalation und soziale Gerechtigkeit – wieder in den Fokus zu rücken.

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50 Kommentare

  1. huch! sagt:

    Auf dem Weg zur Macht gestolpert.

  2. Wahlbert sagt:

    Das bestimmen andere Leute.

  3. Detlef sagt:

    „​Nach Prominenten-Austritten im BSW“

    Ich sehe da keine Prominente.

  4. Tino sagt:

    Anscheinend haben viele Menschen noch immer nicht verstanden, was Demokratie eigentlich bedeutet. Demokratie heißt nicht, dass immer die eigene Meinung gewinnt. Sie bedeutet, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, miteinander zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

    Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass sich manche Bürger emotional auf Kindergartenniveau bewegen. Statt sachlich zu argumentieren, wird beleidigt, ausgegrenzt und aufeinander gezeigt.

    Wie schön könnte unser Land sein, wenn wir alle trotz unterschiedlicher Ansichten an einem Strang ziehen würden. Doch dafür braucht es vor allem eines: den Mut, über den eigenen politischen Tellerrand hinauszuschauen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

    Deutschland war bereits 2006 ein Vorreiter bei der Solartechnik. Hätte man die Entwicklung und den Ausbau damals konsequenter vorangetrieben, könnten wir heute möglicherweise deutlich weiter sein, wenn es um eine ökologische und unabhängige Stromversorgung geht.

    Auch die zunehmende Hitze in unseren Städten ist kein völlig neues Problem. Mit mehr Bäumen, Grünflächen und durchdachter Stadtplanung hätte man vielerorts schon längst gegensteuern können. Bäume spenden Schatten, verbessern das Stadtklima und machen unsere Städte lebenswerter.

    Stattdessen wird teilweise viel Geld für Maßnahmen ausgegeben, deren Nutzen zumindest fragwürdig erscheint. In Halle-Neustadt wurden beispielsweise für viel Geld sogenannte „Schattenspender“ aufgestellt Metallkonstruktionen, die kaum Schatten bieten.

    Kurz gesagt: Diese Dinger sind ungefähr so effektiv wie ein Kondom mit Loch. 😄

    Vielleicht sollten wir weniger Energie darauf verwenden, uns gegenseitig die Schuld zuzuschieben, und stattdessen mehr darüber nachdenken, welche Lösungen unser Land tatsächlich voranbringen.

    • Franz2 sagt:

      Allein, dass Länder aufgrund der Hitze ihre AKWs runterfahren müssen, während die pralle Sonne auf die Solarpanele knallt, zeigt doch, dass der Weg – wenn auch steinig und nicht perfekt – richtig ist.

  5. Robert sagt:

    Ach Sahra . Bring doch mal mehr Ordnung in dein Laden rein .

  6. Schnellzug sagt:

    Es sollte doch nun jedem klar sein, wer nicht AfD wählt, der wählt für die nächsten 5 Jahre den totalen linksgrünen Untergang für Sachsen-Anhalt.

  7. Pittilatsch sagt:

    Ich frage mich wie sie Nord stream aufdrehen wollen. 🤔 Wird es dann eine große Gas Blase auf der Ostsee geben?

  8. BESORGTER Hallenser sagt:

    Die einen kommen, die anderen gehen wer will schon wieder den Wähler Angst 😱 machen BSW zu wählen. Die 5%dürfen wie bei der letzten Bundestagswahl auf keinen Fall erreicht werden.Die ausgetretenen haben sich wohl vor der zukünftigen Verantwortung schon jetzt drücken wollen!

  9. fragjanur sagt:

    „über 20 Mitgliedern und Unterstützern des BSW-Kreisverbandes Halle/Saalekreis“
    Wie viele Mitglieder hat der Kreisverband denn? Womöglich unter 20?

  10. Hans-Karl sagt:

    Muss man jetzt davon ausgehen, dass das BSW dann lieber mit der CDU zusammenarbeiten wird? Wie in Thüringen. Der größte Fehler des BSW!

  11. Miraculix sagt:

    Sehr schad. Das BSW wäre eine gute Alternative zur AfD gewesen. Mit dieser Ansage jedoch, auf keinen Fall zusammen arbeiten zu wollen, besteht diese Option leider nicht mehr. Da die Brandmaurer für mich nicht in Frage kommen, bleibt nur noch die AfD oder nicht zu wählen…
    Sehr schade. Ich hätte dem BSW den Einzug ins Parlament gegönnt.

  12. SchöneNeueWelt sagt:

    Ist das diese Demokratie, die verteidigt werden muss? Beide der man nicht mit einer Partei, die laut Umfragen über 40% der Stimmen hat, zusammenarbeiten darf? Was hat das noch mit Wählerwillen zu tun?

  13. Rentner sagt:

    Hat wohl nicht geklappt mit einem Posten, der was einbringt, also Bundestag oder Landtag oder vielleicht stellvertretender Minister (immer m, w, d)
    Und nur Beitragszahler??? Weg, vielleicht gibt’s mal ne neue Party.

  14. Tomate sagt:

    Wer in Halle die AFD wählt wird die Stadt weiter auf das Abstellgleis befördern. Der Parfümverkäufer und seine Clique aus der Altmark wird die Konzentration aller Mittel auf Magdeburg weiter forcieren. Der Kandidat aus Halle ist eine Luftpumpe der nicht viel auf dem Kasten hat und sich nicht durchsetzen kann. Das wäre für unsere schöne Stadt eine weitere Verschlechterung der Bedingungen.

  15. Rentner sagt:

    Wagenknecht kann reden. Das fehlt vielen aus der DDR, weil kaum gefragt. Man sollte arbeiten, Ergebnisse erzielen, geplappert haben andere.

    Was die sonst noch kann???

  16. Rentner sagt:

    Wagenknecht KANN REDEN
    Was kann die denn sonst?
    Kochen, Krankenpflege,..

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