Alarmierend: 15,3 Prozent aller Schulabgänger in Halle (Saale) haben keinen Abschluss – 356 Kinder und Jugendliche gehen regelmäßig nicht zur Schule

Halle (Saale) steht vor einem wachsenden Bildungsproblem: Immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss. Laut dem aktuellen „Faktencheck Bildung“ der Stadtverwaltung lag der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss zuletzt bei 15,3 Prozent – der höchste Wert seit zehn Jahren. Insgesamt 354 Jugendliche waren davon betroffen.

Auch wenn man Förderschüler aus der Statistik herausrechnet, bleibt die Quote weiterhin besorgniserregend hoch: 8,7 Prozent der Schulabgänger verlassen die Schule ohne Abschluss.

Halle lange Zeit Negativspitzenreiter

In den vergangenen Jahren lag Halle bei diesem Wert regelmäßig an der Spitze der Städte in Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr hat die Saalestadt diese traurige Spitzenposition allerdings abgegeben. Trotz des eigenen Anstiegs waren die Entwicklungen in Magdeburg und Dessau-Roßlau noch drastischer, sodass dort inzwischen höhere Quoten registriert wurden.

Zahl der Schulverweigerer stark gestiegen

Ein weiteres großes Problem bleibt die wachsende Zahl der sogenannten Schulverweigerer – Kinder und Jugendliche, die regelmäßig oder sogar dauerhaft dem Unterricht fernbleiben. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der neu registrierten Fälle mehr als verdreifacht: von 110 auf 356.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend an den Sekundarschulen. Dort stieg die Zahl der Fälle im vergangenen Schuljahr sprunghaft von 68 auf 132. Während der Trend insgesamt nach oben zeigt, gibt es bei den Gymnasien eine leichte Entspannung. Nach einem Höchststand im Schuljahr 2023/24 mit 11 Fällen sank die Zahl der Schulverweigerer im vergangenen Schuljahr wieder auf 3 Fälle.

Schulabgängerinnen und -abgänger (nach Schulabschlüssen)

Abschlussart / Kategorie20202021202220232024Tendenz
Anzahl der Schulabgänger insgesamt2.0401.9472.0492.1602.316
Hochschulreife768705744774783
Fachhochschulreife60785478105
Erweiterter Realschulabschluss312267270270240
Realschulabschluss459480489423564
Qualif. Hauptschul- & Hauptschulabschluss213216237291273
Ohne mindestens Hauptschulabschluss231201258324354
Anteil ohne Hauptschulabschluss (in %)
inklusive Förderschulen (FöS)11,310,312,615,015,3
exklusive Förderschulen5,54,15,49,28,7

Schulverweigerung:

SchulformSJ 2020/21¹SJ 2021/22¹SJ 2022/23SJ 2023/24SJ 2024/25Tendenz
Anzahl Fälle insgesamt110187210264356
Grundschulen3434415071
Sekundarschulen23473068132
Gesamtschulen1021283240
Gemeinschaftsschulen2043616469
Gymnasien013113
Förderschulen2341473941

Hinweis: > ¹ Hier ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der Pandemie Covid-19 besondere Bedingungen (z. B. Homeschooling) vorlagen.

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12 Kommentare

  1. Klingone sagt:

    Diese Leistungsverweigerer sofort zum 3 jährigen Wehrdienst einziehen. Dort wird der Abschluss nachgeholt, Disziplin und Ordnung eingetrichtert und die Wehrfähigkeit gestärkt.

  2. Mario sagt:

    Und die Antwort der Stadtverwaltung?
    Kürzungen im Unterstützungssystem von Kindern und Jugendlichen.
    Damit lässt sich dieses Problem sicher in den nächsten Jahren beseitigen.
    Und dann will es wieder keiner gewesen sein.

  3. Cem sagt:

    Diese Zahlen sollten vor allem der Lehrerschaft zu denken geben.

  4. Student sagt:

    Tja mit nem vorzeitlichen Konzept holt man heute niemand mehr ab und modernisieren geht nicht, weil den deutschen Lehrer ändert man nicht und der weiß von Beruf aus alles besser…

    • Julien sagt:

      Die Lehrer sind zum Teil versetzungsgefährdet. Deshalb sollten auch sie jedes Jahr ein Zeignis bekommen. Ebenso sollte man ihre Fehltage je Fach im Zeugnis vermerken. Zudem sollte man viel häufiger hospitieren und ggf. Fôrderpläne für betroffene Lehrer erstellen.

  5. Detlef sagt:

    Die versuchen sich dann als Infaulencer und Bürgergeld.

  6. M. Wolf sagt:

    Nicht so schlimm. Diese Kinder könnten später Goldsucher, Autohändler oder Geschäftleute werden.

  7. Dino sagt:

    Anmerkung Klassenlehrerin geht in Elternzeit, hinterlässt Schüler, die in Mathe kaum besser als Note 3 und 4 haben. Vertretungslehrer bringt den Stoff so rüber, dass die Schüler Spass am Unterricht haben und das Beste der Notendurchschnitt hat sich verbessert. Danke an diese Lehrkräfte.

  8. Pit sagt:

    Unterstützungsystem, alte Lehrpläne, Lehrerschuld usw.
    Wo bleiben die Elternhäuser? Hier beginnt die Erziehung, nicht erst beim Wehrdienst. Aber Systeme die Leistungen von Kindern fordern werden abgeschafft. Die armen Kleinen, betreut von Helikoptereltern und dann soll die Schule alles retten. Wenn die Eltern den Kindern das Smartphone in die Hand drücken um Ruhe zu haben, selbst mit dem Smartphone in der Hand den Kinderwagen schieben, statt sich mit dem Kind zu beschäftigen….usw.- Warum wundert man sich dann über die Ergebnisse? Erziehung fängt im Elternhaus an. Dort liegen die Ursachen und Ansätze zur Veränderung.

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