​Anhaltender Zweckoptimismus fehlt: Handwerkskammer Halle meldet stagnierende Stimmung und fehlende Impulse für spürbaren Aufschwung

Im 2. Quartal 2026 ist die aktuelle Konjunkturentwicklung von einer anhaltend gedrückten Stimmung geprägt. Lediglich die baunahen Handwerke zeigen eine leichte Belebung.

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Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle und Maler- und Lackierermeisterin Ellen Müller-Bergmann aus Halle, stellten aktuelle Konjunkturzahlen und die Stimmung des regionalen Handwerks vor.

Der Index der Geschäftslage ist um vier Indexpunkte gegenüber dem Vorquartal auf plus 20 gesunken. Hier zeigt sich eine stagnierende, zurückhaltende Stimmung, eine rasche Besserung der Lage wird nicht erwartet.

Diese Entwicklung hat verschiedene Ursachen: Die weiterhin schwächelnde Industriekonjunktur beeinträchtigt die Handwerke für gewerblichen Bedarf, die Konsumstimmung ist schlecht, und angesichts weltweiter Krisen zeigen die Unternehmen wenig Optimismus. Hinzu kommt: Die staatlichen Ausgabenprogramme, darunter das Sondervermögen, zeigen bislang aus Sicht des Handwerks nur geringe Wirkung. „Trotz struktureller Wirtschaftsprobleme fehlt ein wirkendes Konzept zur deutlichen Verbesserung der Wirtschaftslage, damit der Optimismus zurückkehrt“, sagt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle.

Zu den Konjunkturzahlen:

Der Geschäftslageindex im 2. Quartal des Jahres sank von
plus 24 im Vorquartal auf plus 20. Das sind auch 4 Punkte weniger als vor einem Jahr. Für die Monate April bis Juni ist das eher ungewöhnlich.

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Der Index der Geschäftserwartungen für das kommende Quartal liegt bei minus 9, wobei der Wert außer im Ausbauhandwerk in allen Gewerkegruppen noch darunter liegt. Lediglich 5 Prozent der Betriebe erwarten eine bessere, 21 Prozent jedoch eine schlechtere Konjunkturentwicklung. Vor einem Jahr lag der Index bei minus 3. Ein Anzeichen für einen spürbaren Aufschwung ist nicht abzusehen.

Die Zahl der Beschäftigten (57.000) war im 2. Quartal 2026 stabil. Zum Vorjahr ist die Zahl um 1.000 Personen gesunken. Dass die Zahl der Beschäftigten stabil blieb, liegt vor allem am leichten Zuwachs neuer Betriebe: Er konnte den kleinen Rückgang in bestehenden Betrieben ausgleichen.

Nach dem deutlichen Rückgang zu Jahresbeginn haben sich die Umsätze im Handwerk im zweiten Quartal erholt: Zwischen April und Juni legten sie um 17 Prozent zu. 45 Prozent der Betriebe berichteten von steigenden, 25 Prozent von sinkenden Umsätzen. Zwischen den Gewerkegruppen gab es dabei erhebliche Unterschiede.

Die Auftragsreichweiten sanken durchschnittlich um 0,6 auf 7,7 Wochen (Vorjahr 6,3). Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe lag bei 78 Prozent (Vorquartal: 78 Prozent, Vorjahr: 81,7 Prozent).

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle ist zuletzt leicht gestiegen. Zum 30. Juni waren 12.821 Betriebe eingetragen – 46 mehr als drei Monate zuvor, aber 69 weniger als vor einem Jahr. Damit verliert der Rückgang an Dynamik. Gleichzeitig setzt sich der Strukturwandel im Handwerk fort: Größere, meist zulassungspflichtige Betriebe werden weniger, während die Zahl kleinerer zulassungsfreier und handwerksähnlicher Betriebe wächst. Besonders deutlich zeigt sich das bei den zulassungspflichtigen Handwerken: Ihre Zahl sank innerhalb eines Jahres um 247 Betriebe. Das Tempo des Rückgangs blieb damit über die vergangenen Jahre weitgehend stabil. Dagegen legten die zulassungsfreien Handwerke binnen zwölf Monaten um 159 Betriebe zu – mit zuletzt zunehmender Dynamik. Die Zahl der handwerksähnlichen Betriebe stieg im gleichen Zeitraum um 19.

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Das Gewerk mit den meisten Betrieben im Kammerbezirk sind die Friseure (963 Betriebe, +7 Betriebe in den letzten 12 Monaten). Dem folgen die Kosmetiker (926, +53), Fliesen-, Platten- und Mosaikleger (855, -71), Kfz-Techniker (857, -14), Elektrotechniker (788, -5), Installateure und Heizungsbauer (702, -23), Maurer und Betonbauer (680, -36) und Gebäudereiniger (674, +75). Der Landkreis mit den meisten Handwerksbetrieben ist der Saalekreis (2.268 Betriebe), gefolgt vom Burgenlandkreis (2.222), dem Kreis Anhalt-Bitterfeld (1.845) und dem Stadtkreis Halle (1.803).

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