Aufklärung, Prävention und Beratung zur sexuellen Gesundheit: Sachsen-Anhalt fördert AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd mit 255.000 Euro

Seit über 35 Jahren leistet die AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd einen unverzichtbaren Beitrag zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen, zur Beratung und Begleitung von Menschen mit HIV sowie zum Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung.

Was einst als Netzwerk zur Selbsthilfe begann, ist heute ein modernes Zentrum für sexuelle Gesundheit. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hat heute einen Förderbescheid für 2027 über 255.000 Euro an Geschäftsführer Martin Thiele übergeben. Der Verein ist zuständig für die Regionen Halle (Saale), Dessau-Roßlau sowie die Landkreise Saalekreis, Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne betont: „Aufklärungs- und Präventionsarbeit ist unentbehrlich, um der Weiterverbreitung von sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV entgegenzuwirken. Die AIDS-Hilfe leistet einen entscheidenden Beitrag in der Aufklärung und Unterstützung von Betroffenen. Dieses Engagement wird auch künftig gebraucht, damit wir zu einem gesunden Miteinander ohne Stigmatisierung kommen. Ein ganz alltägliches Leben mit HIV-Infektion ist möglich.“ Das Land Sachsen-Anhalt fördert seit vielen Jahren die Präventionsarbeit der Aidshilfevereine Sachsen-Anhalt Nord und Süd institutionell.

„Gerade vor dem Hintergrund aktueller Sparzwänge der öffentlichen Hand ist der Zuwendungsbescheid für 2027 ein wichtiges sozialpolitisches Signal für den Erhalt niedrigschwelliger Präventions- und Beratungsangebote im Bereich der sexuellen Gesundheit. AIDS-Hilfen schließen insbesondere im ländlichen Raum Versorgungslücken, die durch Kürzungen und strukturelle Defizite in der Regelversorgung weiter größer zu werden drohen, und erreichen Menschen, die von bestehenden Gesundheitsstrukturen oft nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden. Daher sind wir dankbar, dass wir durch die stabile Landesförderung auch weiterhin einen unverzichtbaren Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge und gesundheitlichen Chancengleichheit leisten können“, sagt Martin Thiele.

Die AIDS-Hilfe Süd in Halle wurde 1990 gegründet, um das öffentliche Gesundheits- und Wohlfahrtswesen bei der Bekämpfung von HIV und AIDS zu unterstützen und zu sexuell übertragbaren Krankheiten aufzuklären. Damals war das Wissen über die Krankheit noch begrenzt, die Angst war groß und leider auch die Ausgrenzung der Betroffenen. Über die Jahre hat sich der Verein dabei zu einer modernen Agentur für sexuelle Gesundheit entwickelt. Auch wenn sich die medizinischen Möglichkeiten in den letzten Jahrzehnten stark verbessert haben – HIV ist heute gut behandelbar –, bleiben viele Herausforderungen bestehen.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts lebten Ende 2024 in Sachsen-Anhalt etwa 840 Menschen mit einer HIV-Diagnose. Damit sind im Vergleich zur Schätzung für 2023 etwa 70 Menschen mit einer HIV-Diagnose hinzugekommen. Dank moderner HIV-Therapien haben betroffene Menschen heutzutage gute Chancen auf eine normale Lebenserwartung bei hoher Lebensqualität. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist ein gutes Beratungs- und Testangebot für Betroffene.

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