Autoclub ACE checkt P+R Plätze in Halle – Büschdorf und Kröllwitz bekommen eine 2, Göttinger Bogen fällt durch

Von derzeit 238.061 Einwohnern pendeln täglich 41.722 Menschen zur Arbeit nach Halle und 33.240 aus der Stadt heraus. Die Zahlen verdeutlichen den hohen Bedarf an attraktive ÖPNV-Angebote und an eine angemessenen Park-and-Ride-Infrastruktur. Denn durch die Kombination beider Faktoren ließe sich der innerstädtische Berufsverkehr weiter verringern – eine Entlastung für Pendelnde, Anwohner und Infrastruktur.

Halle sieht sich mit dieser Problematik im bundesweiten Vergleich keineswegs allein konfrontiert. Daher nimmt der ACE Auto Club Europa in diesem Jahr unter dem Motto „Kann Deutschland P+R?“ derzeit auch die P+R Plätze in Halle unter die Lupe. Burkhard Feißel und Torsten Schiedung überprüften nun die Anlagen an der S-Bahnhaltestelle Messe im Südosten sowie am Göttinger Bogen im Westen der Stadt. Bereits im Mai und Juni beurteilte der ACE die P+R Plätze Kröllwitz im Nordwesten, Büschdorf im Osten und Beesen im Süden der Händelstadt.

„Insgesamt zeigt sich bei unserem zweiten Test ein durchwachsenes Bild in Sachen Park-and-Ride“, fasst Burkhard Feißel, Vorstandsmitglied des ACE-Kreises Sachsen-Anhalt Süd, die Ergebnisse zusammen. „Zwar sind alle Plätze weitestgehend gut an Bus und Bahn angebunden, kostenfrei nutzbar und mit flächendeckender Beleuchtung ausgestattet. Allerdings finden Reisende vor Ort keine Toiletten vor. Für Pendler wäre das ein Pluspunkt. Nur Beesen verfügt außerdem über ausgewiesene barrierefreie Parkplätze. Und zusätzliche Mobilitätsangebote wie Car-Sharing oder Leihräder sucht man an beiden Parkplätzen vergeblich,“ erklärt Feißel weiter.

„Park-and-Ride-Plätze sind ein wichtiger Bestandteil im Mobilitätskonzept der Stadt. Wie aber schaffen wir es, dass zukünftig noch mehr Menschen hier bequem umsteigen können? Für Berufspendler ist wichtig, dass die Anlagen kostenfrei nutzbar, gut angebunden, sicher und barrierefrei sind. Die ACE-Untersuchung der P+R Plätze an der Messe und am Göttinger Bogen zeigt, dass die Stadt Halle noch Nachholbedarf im Ausbau, bei der Beschilderung im Straßenraum, der Installation von E-Ladesäulen und in puncto Barrierefreiheit hat“, erklärt Torsten Schiedung, Sachkundiger Einwohner und Mitglied der SPD-Fraktion in Halle, der den gestrigen ACE-Test begleitet hatte.

Laut Feißel und Schiedung verdeutlichten die positiven Beispiele an den Endhaltestellen in Kröllwitz und Büschdorf dagegen, dass es schon jetzt besser ginge. Trotzdem bedürfe es noch großer Anstrengungen, alle P+R Plätze im Stadtgebiet attraktiv, sicher und nachhaltig auszubauen. Nur mit diesem Angebot werde es laut ACE gelingen, die Verkehrsdichte in der Innenstadt zu verringern und dabei trotzdem eine gute und sichere Erreichbarkeit der unterschiedlichen Stadtteile zu gewährleisten.

 Die Bewertung des ACE-Park-and-Ride-Checks im Einzelnen:

  1. P+R Kröllwitz:                        Note 2
  2. P+R Büschdorf:                      Note 2
  3. P+R S-Bahnhof Messe:         Note 3
  4. P+R Beesen:                          Note 3
  5. P+R Göttinger Bogen:           durchgefallen

Foto: Copyright: „ACE“, v.l.n.r.: Burkhard Feißel, ACE-Kreisvorstand Sachsen Süd, Frank Müller, Busfahrer der HAVAG, und Torsten Schiedung, Sachkundiger Einwohner der Händelstadt im Gespräch über die Busanbindung des P+R Parkplatzes an der Messe in Halle.

Weitere Informationen zur ACE-Clubinitiative „Kann Deutschland P+R?“ und ACE-Pendler-Umfrage unter www.ace-clubinitiative.de

Weitere Informationen zu den Standorten der P+R Anlagen der HAVAG unter https://havag.com/kundenservice/fahrgastinformationen/park-ride-plaetze

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Keine Antworten

  1. What? sagt:

    „Und zusätzliche Mobilitätsangebote wie Car-Sharing oder Leihräder sucht man an beiden Parkplätzen vergeblich,“ erklärt Feißel weiter.“

    Leihräder ok. Aber Car-Sharing? Ich stelle dann mein Auto ab, um mit einem anderen Auto weiterzufahren.

    • Ahuuga sagt:

      Richtig. Denn Verkehr geht immer nur in eine Richtung, nie aus der Stadt raus.

      Nie.

      • What? sagt:

        P+R = Parken und Weiterfahren mit z.B. ÖPNV

        Was parkst du stadtauswärts? Deine Straßenbahn?

        Car-Sharing ist also für einen guten P+R Platz nicht nötig.

        • @Blitzbirne sagt:

          Stadtauswärts nehme ich ein Auto, wenn zu meinem Ziel kein oder nur schlecht ÖPNV fährt. Soll ja auch Fernziele oder schlecht angebundene Orte geben.

          Zum P+R fahre ich mit der Bahn/dem Bus.

          Ich wohne in der Stadt und freue mich über jedes Auto, was hier weniger fährt.

  2. Kraftradler sagt:

    Na nur gut dass Büschdorf komplett umgebaut wurde

  3. Bitte gerne...ADAC sagt:

    Der P&R Parkplatz ist aber nicht am Göttinger Bogen sonder „Am kleinen Teich“ direkt neben der Weststraße.

  4. WC frisch sagt:

    Der P&R „Am kleinen Teich“ ( im Artikel Göttinger Bogen genannt) wird gut genutzt durch viele Mitarbeiter der Stadt welche von Auswärts kommen. Da diese dann schnell mit der Bahn auf Arbeit sind können sie dann dort ordentliche Toiletten nutzen. Da braucht keiner ein WC am P&R. Noch dazu dies garantiert nicht lange sauber oder intakt wäre.