Bahnhofsvorplatz soll nach Genscher benannt werden

Hauptbahnhof

Wer künftig zum halleschen Hauptbahnhof fährt, könnte den „Hans-Dietrich-Genscher-Platz“ anfahren. Zumindest schlägt Oberbürgermeister Bernd Wiegand nun dem Stadtrat die Umbenennung in einer Dringlichkeitsvorlage vor.

„Dieser Vorschlag ist das Ergebnis einer Umfrage der Mitteldeutschen Zeitung unter ihren Leserinnen und Lesern, bei der sich knapp die Hälfte der Beteiligten für die Umbenennung des Bahnhofsplatzes ausgesprochen hat“, so Wiegand in seiner Vorlage. Er hebt die „außerordentlichen Verdienste“ Genschers hervor. o heißt es zur Begründung weiter: „Hans-Dietrich Genscher war ein großer Hallenser, Ehrenbürger und Botschafter unserer Stadt. Als langjähriger Außenminister der Bundesrepublik Deutschland erwarb er sich um das Gelingen der deutschen Wiedervereinigung und um die Schaffung einer Friedensordnung in Europa außerordentliche Verdienste. Zugleich blieb Hans-Dietrich Genscher immer ein Förderer seiner Heimatstadt Halle (Saale), die er vor und vor allem nach 1989 oft besuchte, auch in Begleitung prominenter Gäste. Stets betonte er dabei die innovative Kraft der halleschen Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft. Das hat Halle (Saale) international bekannter gemacht.“ Etwa 300.000 Euro werde die Umbenennung kosten, so die Stadt.

Die MZ trommelt bereits seit Wochen bezüglich einer Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Genscher. Älteren Hallensern kommt da ein Vorfall nach der Wende ins Gedächtnis, über das „Der Spiegel“ 1991 berichtet. Dort heißt es zum Verkauf der einstigen SED-Zeitung „Freiheit“ an den Unternehmer Du Mont, Genscher habe so Einfluss genutzt, „einen DDR-Pressebetrieb in seiner Heimatstadt Halle einem ihm politisch genehmen West-Verleger zuschieben.“

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