Bei Ikea in Günthersdorf wird heute gestreikt 

Die Gewerkschaft ver.di ruft am heutigen 6. April die Ikea Beschäftigten in Sachsen-Anhalt zu einem ganztägigen Streik in Magdeburg und Günthersdorf bei Halle auf. Die Beschäftigten fordern einen Zukunftstarifvertrag Ikea. Die Unternehmensleitung verweigert weiterhin die Tarifverhandlungen, deshalb macht ver.di weiter Druck.   

„IKEA Deutschland erwirtschaftet ein deutliches Umsatzplus, aber das Personal wächst nicht im gleichen Maße wie die Unternehmensumsätze. Im Gegenteil, die Arbeitsbelastung der Beschäftigten steigt weiterhin erheblich. Die Krankenquote in den Häusern ist hoch und offene Stellen werden oftmals nicht wiederbesetzt“, sagt Christine Stoffl, Gewerkschaftssekretärin für den Fachbereich Handel bei ver.di.  

Zeitgleich schreitet die Gestaltung der Digitalen Zukunft im Unternehmen weiter voran. Das hat Einfluss auf die Arbeitsprozesse und die Arbeitsplätze und setze die Beschäftigten zusätzlich unter Druck.  

Seit Mai 2021 hat ver.di zu Verhandlungen über den Tarifvertrag aufgefordert. Nach langem Hinauszögern hat die Unternehmensleitung im November 2022 in einem Schreiben an die ver.di Bundestarifkommission jegliche Verhandlungen zum „Tarifvertrag Zukunft Ikea“ abgelehnt. Aus Sicht der Gewerkschaft ver.di müssen in einem solchen Tarifvertrag unter anderem nachhaltige Maßnahmen zum Schutz von Überlastung, Gesundheitsschutz, die Sicherung einer nachhaltigen Beschäftigungsstruktur und ein Anspruch auf Qualifizierung bei der Veränderung von Arbeitsplätzen vereinbart werden.    

„Wir sind für eine zukunftsfähige Dienstleistungsstrategie, in der die Beschäftigten beteiligt sind und vor den Folgen geschützt werden. Langfristige gute und gesunde Arbeit sollte für ein modernes Unternehmen, wie Ikea, eine Selbstverständlichkeit sein. Dass Ikea seinen Beschäftigten den Schutz eines Tarifvertrages verweigert, werden wir nicht weiter hinnehmen.“, so Stoffl.   

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Keine Antworten

  1. Fage sagt:

    Weiß jemand, ob sich Ingvar Kamprad im Grabe umdrehen würde?

  2. Rosi sagt:

    Arbeitskampf!

  3. 10010110 sagt:

    Günthersdorf bei Halle

    Ne Landkarte haben die auch noch nie gesehen, wa? 🤦‍♀️

    • Kartenseher sagt:

      Bei Lützen?

    • Kartenleser sagt:

      Streng genommen befindet sich IKEA Halle/Leipzig in Leuna.

      • Leunese sagt:

        Wenn schon „gehört … zu Leuna“ oder wenigstens „auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Leuna“.

        Leuna selbst befindet sich ca. 10 km weiter westlich.

      • Lesekarten sagt:

        Streng genommen befindet sich Günthersdorf damit eben nicht BEI Leuna. Und zwar nicht nur streng genommen, sondern genau genommen.

        Bei Halle kann man schon sagen, kommt halt immer auf die Perspektive an.

        • Rentner sagt:

          luftlinie nach spion guggle örth:
          Halle————– 18 km
          Leipzig———— 9 km
          Leuna————- 11 km
          Markranstädt—– 5 km
          also sucht euch was aus 😉
          Außerdem ist mir das streiken schietegal.Mehr Kohle in der Tüte, mehr Rente am Ende, so einfach ist das 😀 😀

          • Lesekarten sagt:

            Luftlinie nach Google Earth (ohne halbherziges Wortverbiegen):

            Halle 18 km (ich komme auf 15, aber egal)
            Bitterfeld 30 km
            Berlin 140 km
            Lilongwe 7550

            Ich habe mich für Günthersdorf bei Halle entschieden (ausgesucht). Kommt halt immer auf die Perspektive an.

            Übrigens ist mir das streiken nicht egal, denn: Mehr Kohle in der Tüte, mehr Rente am Ende. So einfach ist das.

  4. PaulusHallenser sagt:

    „Dass Ikea seinen Beschäftigten den Schutz eines Tarifvertrages verweigert, werden wir nicht weiter hinnehmen.“

    Also ich bin bis jetzt auch ohne den „Schutz“ eines Tarifvertrages durch mein Berufsleben gekommen. Jeder normal denkende Mensch kann seinen Lohn selbst aushandeln. Dafür braucht es keine Gewerkschaft, die Arbeitnehmer entmündigt. Ich hoffe, die IKEA-Führung lässt auf keinen Handel mit Verdi ein.

    • Anton H. sagt:

      Thema verfehlt , 6, setzen. Du hast doch garnicht verstanden um welche Thematik es da geht. Hauptsache erstmal seinen Senf dazugeben. Und nochwas, deinen Lohn konntest du wahrscheinlich immer verhandeln weil du deine ganzes „Arbeitsleben“ beim Privatkrauter gekleecht hast. Bei solchen grossen Arbeitgebern verhandelst du gar nichts! Da biste eingruppiert und Punkt. Da bist du froh, wenn die Gewerkschaft ein paar Prozente raushandelt.

      • PaulusHallenser sagt:

        Mein AG ist eine internationale Partnerschaftsgesellschaft. Dort ist es grundsätzlich üblich, dass man Gehalt, Bonuszahlungen und sonstige Vergütungsbestandteile selbst verhandelt. Mit der Unternehmensgröße hat das erst einmal gar nichts zu tun.

        Gewerkschaften sind die Totengräber der deutschen Wirtschaft.

        • 😂 sagt:

          Ein kleiner Angestellter träumt vom großen Geld.

        • 10010110 sagt:

          Gewerkschaften sind die Totengräber der deutschen Wirtschaft.

          Seit mindestens 100 Jahren schon. 🙄

        • bin gespannt sagt:

          Ach Paulus wären wir doch nur alle so wie du, dann würde Deutschland und seine Arbeitskräfte im internationalen Business auf Platz Eins stehen.

          Nur würde dann niemand sauber machen, ne Bockwurst verkaufen, an der Tankstelle abkassieren oder bei Netto an der Kasse sitzen.

          Darum muss es auch Menschen geben die nicht so gut bezahlt werden wie du, einfach austauschbar sind und dadurch nur über eine Gewerkschaft Druck auf ihren Arbeitgeber ausüben können.

        • Pressesprecher sagt:

          Schön, daß wir dir dann wenigstens den Urlaub, die bezahlte Freistellung im Krankheitsfall, 8StundenTag, Pausen etc. erkämpft haben.
          Hätteste nämlich ohne Gewerkschaft vor 100+ Jahren auch noch nicht bekommen…
          Übrigens gibt es Gewerkschaften nicht nur in Deutschland; ursprung ist in Großbritannien. Sind die dort auch Totoengräber der deutschen Wirtschaft, wie die gewerkschaften in Frankreich, Italien, Spanien, etc? Mach dich einfach mal schlau…Sogar im Mutterland der Anarchie(?) USA gibt es Unions—

          • Lesekarten sagt:

            Ja, schlau machen wäre angebracht. Die USA mögen alles mögliche sein, aber „Mutterland der Anarchie“? Du hast das Fragezeichen wahrscheinlich gewählt, weil Du gar nicht weißt, was Anarchie, nämlich Abwesenheit von Herrschaft, bedeutet. Es gab sogar während des Bürgerkrieges nie Anarchie in den USA, im Gegenteil, es wurde sogar ein neuer Staat gegründet (die CSA, landläufig als die Konföderierten bezeichnet). Eine Staatsgründung ist das genaue Gegenteil von Anarchie, eben auch schon bei Gründung der USA.

            Ansonsten gehe ich mit der Bedeutung der Gewerkschaften völlig mit.