Bislang 5,7km Fahrradstraße in Halle (Saale) – die Elsterstraße kommt demnächst dazu

Wer in der Saalestadt fest in die Pedale tritt, kennt das markante quadratische Schild: Ein blaues Kreissymbol mit weißem Rad auf weißem Grund, darunter der Schriftzug „Fahrradstraße“. Doch während Metropolen wie Kopenhagen ganze Stadtviertel umkrempeln, gleicht das Netz in Halle (Saale) eher einem Flickenteppich aus kurzen Sprints und malerischen Uferwegen.

Fahrradstraßen gelten als modernes Instrument der Verkehrsplanung. Man darf sie nicht mit dem klassischen Radweg (rundes, blaues Schild) verwechseln. In einer Fahrradstraße gehört die gesamte Fahrbahn den Radlern. Hier haben sie Vorrang, dürfen explizit nebeneinander fahren und das Tempo vorgeben – Autos sind meist nur durch Zusatzzeichen als „Anlieger“ geduldet und müssen sich unterordnen.

Kurze Wege, große Lücken

Aktuell bietet Halle eine überschaubare Anzahl an ausgewiesenen Abschnitten. Während einige Strecken vor allem der Naherholung dienen, fehlen im dichten Stadtkern oft noch die durchgängigen Verbindungen.

Die gute Nachricht für alle Zweirad-Fans: Das Netz wächst – wenn auch in kleinen Schritten. Für die Elsterstraße im Süden der Stadt liegt bereits eine verkehrsrechtliche Anordnung vor. Auf einer Länge von rund 500 Metern soll hier demnächst das quadratische Vorrang-Schild aufgestellt werden. Es ist ein wichtiges Signal für die Anbindung der südlichen Stadtteile, auch wenn Kritiker oft bemängeln, dass viele Abschnitte (wie die Mauerstraße oder der Distelweg) mit nur wenigen hundert Metern Länge eher „Stückwerk“ bleiben.

Hier ein Überblick über das aktuelle Netz:

Straße / AbschnittUngefähre LängeCharakteristik
Franzosensteinweg2.200 mDer „Marathon“ unter Halles Fahrradstraßen.
Riveufer & Fährstraße1.300 mIdyllisch an der Saale, stark frequentiert.
Elsterstraße~ 500 mNeu: Die Anordnung steht, die Umsetzung folgt.
Uferstraße500 mWichtige Verbindung direkt am Wasser.
Wilde Saale / Peißnitz400 mGrünes Herzstück für Pendler und Freizeit.
Mansfelder Straße300 mKurzes Stück zwischen Rennbahnkreuz und Sandanger.
Franckestraße (Nord)300 mAnliegerstraße im Schatten der Hochstraße.
Distelweg & Mauerstraßeje 200-300 mKurze Impulse im Stadtverkehr.
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12 Kommentare

  1. 10010110 sagt:

    Fahrradstraßen sind ein Witz, wenn da standardmäßig Autos erlaubt werden. Am Riveufer ist das am besten zu sehen: Fahrradstraße, aber „Anlieger“ frei, und es ist bei schönem Wetter alles von vorn bis hinten zugeparkt. Dann kann man das auch gleich sein lassen. Es gibt absolut keinen Grund, warum man ins Naherholungsgebiet mit dem Auto reinfahren muss. 😡

    • Hallenser sagt:

      Wann warst du zuletzt am Riveufer?

    • Saaleteufel sagt:

      Ich bewege mich sehr oft am Riveufer und zwar zu Fuß oder auf dem Rad.
      Mich haben die Autos noch nie gestört.
      Du musst ganz schön frustriert sein.

    • Anwohner sagt:

      Wenn Fahrradfahrer endlich eine Steuer für die Straßen bezahlen, dürfen sie sich auch aufregen!

      • Sehr dünne, "Anwohner" sagt:

        Fahrradfahrer zahlen viele Steuern. Sie bezahlen sogar Steuern für Straßen, selbst wenn sie kein Auto besitzen. Viele Fahrradfahrer, ich würde sogar sagen, die Mehrheit, besitzen sogar noch ein Auto. Einige sogar mehr als eins.

        Und nun? Sehr dünne, dein Einwurf.

        • Peter sagt:

          „Fahrradfahrer zahlen viele Steuern. Sie bezahlen sogar Steuern für Straßen[…]“

          Da hat man sie leider verarscht, es gibt in Deutschland keine „Straßensteuer“. Es wird sogar noch besser, man kann sich einfach ein Fahrrad kaufen, drauf setzen und fahren (und Fahrradinfrastruktur nutzen) und zahlt weiterhin die gleichen Steuern wie ein Fußgänger.

          • Damachstenix sagt:

            Die Steuern, die nur Autofahrer zahlen, reichen nicht mal ansatzweise für den Erhalt, geschweige denn den Neubau von Kfz-Infrastruktur.

            Also zahlen Fahrradfahrer und Fußgänger auch Steuern, die für Straßen ausgegeben werden. Jede Menge sogar.

      • J sagt:

        Ach troll dich. Radfahrer und Fußgänger zahlen genug Steuern, um Straßen und Autoverkehr zu subventionieren. Wenn es danach ginge, dann dürften Autos gar keine Straßen mehr benutzen.

      • Kevin S. sagt:

        Meinst du ernsthaft, das die paar Euro KFZ Steuer dir Sonderrechte verleihen sollten?
        Super, ich habe 2 Autos und einiges mehr. Also bin ich trotz Fahrrad mit Sonderrechten Ausgestattet.
        Und nun?

      • Zahlemann und Söhne sagt:

        Die bisschen Steuern, die die Autofahrer bezahlen reichen nicht aus, die Straßen zu erhalten, geschweige denn Brücken.
        Das müssen die normalen Steuerzahler…

  2. Laufrad sagt:

    Man fährt ins Naherholungsgebiet mit dem Auto rein, weil es nicht empfindlich geahndet wird!