Bittere Niederlage in Oldenburg überschattet von schweren Verletzungen: Wildcats unterliegen beim VfL Oldenburg mit 34:29

Vor 1.917 Zuschauern entwickelte sich zwischen dem VfL Oldenburg und dem SV UNION Halle-Neustadt eine intensive Begegnung der 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen, die sportlich wie emotional einiges bereithielt. Am Ende mussten sich die Wildcats mit 34:29 geschlagen geben – ein Ergebnis, das vor allem durch die Ereignisse in der zweiten Halbzeit geprägt wurde. Die personellen Voraussetzungen waren bereits vor dem Anwurf angespannt. Viktoria Marksteiner fehlte aufgrund einer Augenverletzung, Torhüterin Marijana Ilić stand weiterhin nicht zur Verfügung. So begann Ela Szott zwischen den Pfosten, unterstützt von Juniorteam-Torhüterin Luise Kriesel im Kader. Der Start in die Partie verlief auf beiden Seiten nervös. Bereits in den Anfangsminuten blieben sowohl Oldenburg als auch Halle vom Siebenmeterpunkt ohne Erfolg, ehe Lotta Röpcke in der 3. Minute den ersten Treffer der Partie für die Gastgeberinnen erzielte. Emma Hertha glich kurz darauf aus und leitete eine Phase ein, in der die Wildcats zunehmend Sicherheit gewannen.

Defensive der Wildcats arbeitete gut

Gestützt auf eine kompakte Abwehrarbeit und mehrere starke Paraden von Ela Szott übernahm Halle früh die Kontrolle. Madeleine Östlund traf doppelt, Lilli Röpcke und Cara Reuthal setzten weitere Akzente, sodass sich die Wildcats bis zur 23. Minute auf 9:13 absetzen konnten. Besonders auffällig war dabei die Ruhe im Angriffsspiel und die Bereitschaft, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Oldenburg reagierte mit einer Auszeit – und stellte sich anschließend deutlich aggressiver ein.In der Folge kippte die Partie. Oldenburg erhöhte den Druck, nutzte technische Fehler der Wildcats konsequent aus und startete einen Lauf, der den Vorsprung der Gäste schmelzen ließ. Während Halle in dieser Phase im Abschluss die nötige Konsequenz vermissen ließ, drehte der Favorit die Begegnung bis zur Pause. Mit einer knappen 16:15-Führung für Oldenburg ging es in die Kabinen.

Wildcats kämpften aber gerieten immer mehr unter Druck

Nach dem Seitenwechsel fanden die Wildcats nicht mehr in der gleichen defensiven Stabilität zurück wie in der ersten Halbzeit. Oldenburg nutzte die entstehenden Räume, während Halle weiter kämpfte, aber häufiger in Rückstand geriet. Ein schwerer Moment folgte in der 40. Minute: Rückraumspielerin Tena Petika erzielte zunächst ihr zweites Tor zum 23:21, verletzte sich jedoch kurz darauf und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Trotz dieses Rückschlags bewiesen die Wildcats Moral. Die junge litauische Nationalspielerin Gerda Kairyte übernahm Verantwortung und verkürzte in der 43. Minute auf 25:23. Wenig später hielt Torhüterin Ela Szott mit einer starken Doppelparade ihr Team erneut im Spiel. Doch nur wenige Minuten danach ereignete sich die prägende Szene des Abends: Beim Sprint in Richtung Tor verletzte sich Szott so schwer am Knie, dass sie auf der Trage aus der Halle gebracht werden musste. Für die letzten gut zehn Minuten übernahm Juniorteam-Torhüterin Luise Kriesel die Verantwortung zwischen den Pfosten.

Oldenburg nutzte die Chance

Die erzwungene Umstellung sorgte für eine spürbare Unruhephase bei den Wildcats, die Oldenburg nun konsequent ausnutzte. Mit zunehmender Spielzeit setzte sich der Favorit weiter ab und entschied die Partie letztlich verdient für sich. Halle kämpfte bis zum Schlusspfiff, kam durch Lucy Strauchmann noch zu zwei späten Treffern, musste sich am Ende jedoch mit 34:29 geschlagen geben. Nach dem Abpfiff erfolgte die Rückreise nach Halle (Saale) anderst als geplant. Der Mannschaftsbus der Wildcats musste einen Umweg einlegen, da Torhüterin Ela Szott und Rückraumspielerin Tena Petika zur weiteren medizinischen Abklärung in das evangelische Krankenhaus Oldenburg gebracht wurden. Petika musste die Klinik mit einem Gips am Arm verlassen. Bei Ela Szott ist die genaue Diagnose nach ihrer Knieverletzung noch offen, weitere Untersuchungen sind für Montag in der Sportklinik Halle vorgesehen. Ein Ausfall ist aber auch hier mit hoher Wahrscheinlichkeit zu befürchten.

Erfolgreichste Torschützinnen auf Seiten der Wildcats waren Cara Reuthal mit sechs Treffern, Madeleine Östlund mit fünf Toren sowie Emma Hertha und Lilli Röpcke mit jeweils vier Treffern. Für Oldenburg überzeugten insbesondere Toni-Luisa Reinemann (7 Tore), Marie Steffen (5 Tore) und Lisa Borutta (5 Tore). In der Tabelle der Handball Bundesliga Frauen bleibt die Situation für den SV UNION Halle-Neustadt angespannt. Der Blick richtet sich nun bereits auf das kommende Heimspiel am Mittwoch gegen Borussia Dortmund. Angesichts der aktuellen personellen Lage wird es vor allem auf Zusammenhalt, Flexibilität und Unterstützung von den Rängen ankommen, um die nächste Herausforderung gemeinsam zu meistern.

Statistik und Link zum Spiel

Szott, Kriesel, – Reuthal 6/2, Östlund 5, Hertha 4, Röpcke 4, Gruber 3, Petika 2, Strauchmann 2, Polakova 1, Kairyte 1, Molenaar 1, Büch, Kieffer, Pallas

Zuschauer: 1.917

Schiedsrichter: Marvin Cesnik / Jonas Konrad

Siebenmeter:

Oldenburg: 0/2
Halle: 2/4

Zeitstrafen:

Oldenburg: 2
Halle: 5

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