Brot auf dem Prüfstand: Brotsommelier testet Backwaren im Stadtcenter Rolltreppe

Der Duft von frischem Brot lag am Freitag in der Luft im Stadtcenter Rolltreppe. Zwischen Einkaufspublikum und neugierigen Blicken prüfte Brotsommelier Maik Wegner öffentlich die Qualität regionaler Backwaren. Sieben Handwerksbäckereien aus der Region stellten sich dem Urteil des Experten.

Wegner, der aus dem Sauerland stammt, ist seit mittlerweile acht Jahren als Prüfer für das Deutsche Brotinstitut tätig. Drei bis viermal pro Woche ist er im Einsatz, um Brote und Brötchen aus handwerklichen Betrieben zu bewerten. Am Freitag führte ihn seine Arbeit nach Halle (Saale). Unter den teilnehmenden Betrieben waren unter anderem die Bäckerei Kirn aus Halle (Saale) und die Bäckerei Schäl aus Teutschenthal.

Auf den Tischen lagen dabei nicht nur klassische Sorten. Die Bäcker präsentierten neben bekannten Broten wie Kartoffelbrot, Sonnenblumenbrot oder Steinofenkruste auch kreativere Varianten. So gab es unter anderem ein Emmer-Urkorn-Brot, ein auffälliges Rote-Beete-Brot sowie ein Brot, das von feinen Knoblauchfäden durchzogen war.

Was ein wirklich gutes Brot ausmacht, lasse sich jedoch nicht auf eine einzelne Eigenschaft reduzieren, erklärt Wegner. „Viele verschiedene Faktoren fließen ein.“ Insgesamt können die Backwaren bis zu 80 Punkte erreichen. Wichtig sei vor allem ein „handwerklich gleichmäßiges Bild“. Auch Geschmack und Geruch spielen eine entscheidende Rolle. Selbst das typische Knacken der Kruste beim Anschneiden werde bewertet.

Für viele Bäcker gehört die Teilnahme längst zur Routine. Bäckermeister Stefan Kirn lässt seine Produkte bereits seit zehn Jahren regelmäßig prüfen. „Es gibt immer Hinweise, was man möglicherweise noch verbessern kann“, sagt er. Genau dieser fachliche Austausch sei für viele Handwerksbetriebe ein wichtiger Anreiz, sich den Prüfungen zu stellen.

Für die Besucher im Einkaufszentrum bot die Aktion nicht nur einen Einblick in die Qualitätskontrolle des Bäckerhandwerks – sondern auch eine Gelegenheit, die Vielfalt regionaler Brotkultur kennenzulernen. Weggeschmissen wurde übrigens nichts. Die Bahnhofsmission freute sich über Brote und Brötchen.

Die Ergebnisse sind morgen unter https://www.brotinstitut.de/ abrufbar,

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Eine Antwort

  1. ! sagt:

    „Vielfalt regionaler Brotkultur“ – sehr lustig. Bei der nächsten Veranstaltung dieser Art wird dann das regionale einfach auf einen Hundertkilometer Umkreis ausgeweitet, dann sind eventuell noch Teilnehmer da. Wir haben hier in einer 240.000 Einwohnerstadt noch genau wieviele Handwerksbäcker?

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