Dank geschlossener Mannschaftsleistung – Wildcats siegen in Neckarsulm und holen erste Auswärtspunkte

Die ersten Auswärtspunkte sind eingefahren! Die Wildcats holen in einem am Ende nervenaufreibenden Spiel zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Mit 23:24 siegt die Mannschaft um Ines Seidler erstmals in fremder Halle, obwohl es zu Beginn nicht danach aussah. Die erste Halbzeit der Begegnung zwischen der Sport-Union Neckarsulm und den Wildcats begann aus Sicht der Gäste denkbar ungünstig. Bereits nach zwei Minuten lagen die Wildcats mit 0:2 zurück. In der Anfangsphase fand das Team offensiv kaum Lösungen: Der Ball wurde nicht konsequent bis in aussichtsreiche Abschlusspositionen gespielt, stattdessen prägten unvorbereitete Würfe das Angriffsspiel. Das erste Tor der Wildcats erzielte Emma Hertha erst nach fünf Minuten.
Fehlerbehaftetes Angriffsspiel auf beiden Seiten
Defensiv präsentierten sich die Wildcats hingegen von Beginn an deutlich stabiler. Mit einer aggressiven und konzentrierten Abwehrarbeit zwangen sie Neckarsulm immer wieder zu schwierigen Würfen aus ungünstigen Positionen. Dennoch blieb das eigene Angriffsspiel fehleranfällig. Vor allem aus dem Rückraum wurden zu schnelle Abschlüsse gesucht, häufig ohne ausreichende Vorbereitung. Bereits in den ersten acht Minuten leisteten sich die Wildcats zwei technische Fehler. Auch bei Neckarsulm lief der Angriff nicht wirklich rund, sodass auf beiden Seiten Unkonzentriertheiten das Spiel prägten.
Die Abwehr der Sport-Union Neckarsulm attackierte den Rückraum der Wildcats sehr früh und intensiv. Dadurch kam es immer wieder zu Unterbrechungen des Spielflusses. Gelang den Wildcats dennoch ein Abschluss, scheiterten sie häufig an Torhüterin Ivancok, die nach 17 Minuten bereits eine Quote von rund 60 Prozent aufwies. Zusätzlich profitierte Neckarsulm von mehreren Siebenmeterentscheidungen: Nach 14 Minuten hatten die Gastgeberinnen bereits drei Strafwürfe zugesprochen bekommen, die Antje Döll souverän verwandelte.
Wildcats holen sich Selbstvertrauen aus starker Defensive
Auf Seiten der Wildcats häuften sich im weiteren Verlauf die technischen Fehler – ein Problem, das sich bereits durch die bisherige Saison zieht. Dennoch blieb das Team im Spiel, da die Abwehr zunehmend kompakter stand. Torhüterin Marijana Ilic avancierte mit wichtigen Paraden zu einem entscheidenden Faktor und hielt die Wildcats im Spiel. Dadurch gelang es den Gästen, den Rückstand auf zwei Tore zu verkürzen (10:8). Viktoria Marksteiner sorgte wenig später per Tempogegenstoß für das 10:9. Getragen von der stabilen Defensive schöpften die Wildcats zunehmend Selbstvertrauen. Kurz vor der Halbzeitpause gelang Fabienne Büch der Ausgleich zum 10:10. Bemerkenswert dabei: Neckarsulm blieb über einen Zeitraum von zehn Minuten ohne eigenen Treffer – ein deutliches Zeichen für die leidenschaftliche Abwehrarbeit der Wildcats in enger Zusammenarbeit mit ihrer Torhüterin.
Offener Schlagabtausch und viele Fehler
Die zweite Halbzeit begann mit einem Siebenmeter für die Gastgeberinnen. Antje Döll übernahm erneut die Verantwortung und verwandelte sicher, womit die Sport-Union wieder mit einem Tor in Führung ging. Die Antwort der Wildcats ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Viktoria Marksteiner sorgte postwendend für den Ausgleich. In den Anfangsminuten der zweiten Hälfte entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Halle vor allem durch ein gutes Umschaltspiel überzeugte. Auch in Hälfte zwei blieben technische Fehler auf beiden Seiten ein prägendes Element der Partie. Weder Neckarsulm noch die Wildcats fanden über längere Phasen zu einem wirklich kontrollierten Angriffsspiel. Dennoch gelang es den Gästen aus Halle zunehmend, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Nach 40 Minuten gingen sie erstmals in Führung: Fabienne Büch traf zum 15:16 und brachte die Gäste erstmals in dieser Partie nach vorne.
Ilic als Rückhalt, Marksteiner übernimmt Verantwortung
In dieser Phase scheiterte Neckarsulm immer wieder an Torhüterin Marijana Ilic, die mit wichtigen Paraden ein ums andere Mal den Ausgleich verhinderte. Gleichzeitig übernahm Viktoria Marksteiner immer mehr Verantwortung im Angriffsspiel der Wildcats und führte ihr Team mit hoher Präsenz und Entschlossenheit. Die Abwehr der Wildcats blieb weiterhin aggressiv und aufmerksam, sodass immer wieder Bälle der Gastgeberinnen erobert werden konnten. Ein solcher Ballgewinn führte durch Lea Gruber per Konter zur 18:19-Führung. In der 49. Minute bauten die Wildcats ihren Vorsprung weiter aus: Erneut Lea Gruber sowie wenig später Maksi Pallas sorgten für eine Zwei- beziehungsweise Drei-Tore-Führung. Die Wildcats unterbrachen den Angriff der Sport-Union immer wieder frühzeitig, sorgten für einen hohen Puls bei der Sport-Union und spielten sich zunehmend in einen Rausch. In der 51. Minute betrug der Vorsprung erstmals vier Tore.
Nervenaufreibende Schlussphase
Neckarsulm reagierte mit einer offensiveren Abwehrvariante und erzielte damit zunächst den gewünschten Effekt. Die aggressive Deckung zwang die Wildcats zu Fehlern, und die Sport-Union kämpfte sich Tor um Tor heran. In der 59. Minute war der Rückstand auf nur noch ein Tor geschrumpft, die Partie stand kurz vor dem Kippen. Doch in der entscheidenden Phase blieben die Wildcats ruhig, spielten ihre Angriffe konzentriert zu Ende und ließen sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Am Ende stand der erste Auswärtssieg der Saison für die Wildcats fest. Zwei enorm wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, eingefahren dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, großem Kampfgeist und hoher Mentalität über die gesamte zweite Halbzeit hinweg.
Statistik:
Marksteiner 6/7, Gruber 5/7, Reuthal 4/7, Molenaar 2/3, Pallas 2/3, Östlund 2/4, Büch 2/5, Hertha 1/3, Petika, Strauchmann, Polakova, Ilic (38 %), Szott
Links zum Spiel:
Re-Live<https://sporteurope.tv/sport-union-neckarsulm-frauen/hbf-neckarsulmer-su-vs-sv-union-halle-neustadt>








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