Demo gegen Bürgergeld-Reform in Halle-Neustadt hatte kaum Teilnehmer: Aufmarsch abgesagt
Gegen die vom Bundestag beschlossene Reform des Bürgergeldes hat es am Donnerstag in Halle (Saale) nur einen sehr kleinen Protest gegeben. Die Nachwuchsorganisation der Linken, „Linksjugend solid“, hatte zu einer Demonstration aufgerufen. Weil jedoch lediglich acht Erwachsene sowie drei kleine Kinder erschienen, wurde der ursprünglich geplante Aufmarsch kurzfristig abgesagt.
Statt eines Demonstrationszuges zum Jobcenter in der Neustädter Passage fand lediglich eine kurze Kundgebung am Rennbahnkreuz statt. Dort hielten mehrere Teilnehmer Redebeiträge, in denen sie die Reform der Sozialleistung scharf kritisierten.
Eine Rednerin warf der Bundesregierung vor, Menschen mit geringem Einkommen weiter unter Druck zu setzen. „Menschen, die ohnehin wenig haben, sollen mit der Gesetzesänderung zusätzlich drangsaliert werden“, sagte sie. Aus ihrer Sicht werde erneut das Narrativ verbreitet, Bürgergeld sei unfair gegenüber Erwerbstätigen und Leistungsbezieher seien schlichtweg faul.
Dabei sei das Bürgergeld ursprünglich mit dem Ziel eingeführt worden, Hilfe statt Misstrauen zu organisieren. Tatsächlich seien die Regelsätze seit der Einführung aber nur minimal gestiegen, argumentierte sie. Bürgergeld-Empfänger hätten daher heute kaum mehr Geld zur Verfügung als zu Zeiten von Hartz IV. Gleichzeitig nehme eine gesellschaftliche Kampagne gegen Erwerbslose zu. „In Talkshows, Zeitungen und sozialen Medien wird so getan, als könnte man sich mit Bürgergeld ein luxuriöses Lotterleben machen.“
Das eigentliche Problem sei nicht eine zu hohe Grundsicherung, sondern teilweise zu niedrige Löhne. Kritisiert wurde auch der sogenannte Vermittlungsvorrang. Dieser sehe vor, dass Arbeitslose möglichst schnell in eine Beschäftigung vermittelt werden sollen, auch ohne vorherige Qualifizierung. „Wer nicht spurt, soll härter sanktioniert werden“, sagte die Rednerin. Nach der Reform sind Kürzungen von Leistungen um bis zu 30 Prozent möglich.

Ein weiterer Redner betonte, grundsätzlich könne jeder Mensch auf Bürgergeld angewiesen sein – etwa durch Krankheit oder andere Schicksalsschläge. Mit Blick auf den Arbeitsmarkt warnte er zudem vor möglichen Jobverlusten durch Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig seien die im Regelsatz vorgesehenen Beträge sehr niedrig. Für Lebensmittel seien rechnerisch etwa 7,50 Euro pro Tag vorgesehen. „Das ist ein Döner“, sagte er. Für Hygieneartikel seien lediglich rund zwölf Euro pro Monat eingeplant.
Der Aktivist Lukas Wanke erklärte, das Bürgergeld beziehungsweise die Grundsicherung habe auch eine abschreckende Wirkung auf Beschäftigte. Viele Menschen hätten Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Diese Unsicherheit werde von Arbeitgebern ausgenutzt. „Neoliberale Demagogen“ wollten Arbeitslosigkeit bewusst möglichst unangenehm machen, kritisierte er. Eine Grundsicherung, von der man tatsächlich leben könne, sei ein Menschenrecht. Durch die beschlossene Reform werde dieses Prinzip weiter ausgehöhlt. Dagegen müsse man politisch und juristisch vorgehen.
Der Bundestag hatte am Donnerstag nach monatelangen Debatten die Umgestaltung des Bürgergeldes zu einer neuen Grundsicherung beschlossen. Ziel der Reform ist es nach Angaben der Regierungskoalition aus Union und SPD, den Druck zur Aufnahme von Arbeit zu erhöhen. Vorgesehen sind strengere Mitwirkungspflichten und härtere Sanktionen.
In namentlicher Abstimmung stimmten 321 Abgeordnete für das Gesetz, 268 votierten dagegen, zwei enthielten sich. Die Reform soll im Juli in Kraft treten. Betroffen sind nach Angaben der Bundesregierung rund 5,5 Millionen Menschen, die derzeit Bürgergeld beziehen. Die Oppositionsparteien lehnen die Reform ab.










Nunja, die Abschaffung des Bürgergelds wird von einer großen Mehrheit der Bevölkerung getragen. Gut so.
Leistungsloser Wohlstand für Alle . Funktioniert ganz bestimmt, liebe Linksjugend gaaanz sicher. Man muß es doch nur von den Reichen ( z.B. Reichinnek) nehmen – ist doch sooo einfach, wenn man nicht nur dumm sondern völlig verblödet ist und weder von Wirtschaft noch menschlicher Psychologie etwas versteht. Wer will schon etwas leisten im Sozialismus, wenn es nichts bringt. Die Reichen gehen Euch dann schneller aus als die Wahlperiode dauert.
Die anderen Bürgergeldempfänger haben ausgeschlafen ,einkaufen oder Auto waschen !Leute sucht euch einen Job und hört auf zu jammern .
Menschen, die ohnehin wenig haben, sollen mit der Gesetzesänderung zusätzlich drangsaliert werden“, sagte sie. Aus ihrer Sicht werde erneut das Narrativ verbreitet, Bürgergeld sei unfair gegenüber Erwerbstätigen und Leistungsbezieher seien schlichtweg faul.“
Soziale Hilfe muss sich ein Staat auch leisten können. Wenn überall gekürzt wird, dann auch da. Faul sind nicht alle. Aber ein großteil hat sich mit Bürgergeld eingerichtet. Dazu kommen noch Leistungen für Miete, Heizung usw.
Wer arbeitet, auch mit Mindestlohn, hat am Ende weniger in der Tasche.
Dann sollten die Löhne steigen, oder weniger Geld ins Ausland transferiert werden siehe Ukraine. Oder wie währe es wenn unsere Politiker mal was abgeben die gehen mit über 13.000 Euro Monatlich nach Hause und erhöhen wieder ihre diäten um 500euro 👏 das findet ihr gut ja und über Menschen herziehen die so schon nichts haben ihr seit so 🤮 und ihr wundert euch das euer Land an die Wand fährt nicht nur wirtschaftlich sondern auch Menschlich.
Ich nehme an, du warst einer der 8 Teilnehmer an der Demo. Dann: Respekt, und volle Unterstützung. Falls nicht, stellen sich die folgenden Fragen: Warum warst du nicht dabei, wenn du die Entwicklung problematisch siehst?
Und warum waren so viele andere nicht dabei, wenn es allgemein als problematisch angesehen wird?
Das ist Schlicht falsch, was du hier behauptest.
Dann muss er mehr arbeiten, dass die Tasche voller wird !
Die Auslaufmodelle der Geschichte bringen ihr letztes Aufgebot zusammen. Danke für das Bild, ein Highlight der Realsatire.
Selbst zum demonstrieren bekommen die Hartzer den Arsch nicht hoch. Oder scheut man generell die Öffentlichkeit wegen Erkennungsgefahr.
Immer das gleiche: mehr Rechte einfordern aber nie nur einen Finger krumm machen. Irgendwie eklig.
Ahhh…weil Bürgergeldempfänger alle faul sind? Reg dich doch mal über die Steuerhinterziehung in diesem Land auf.
Zum Steuern hinterziehen muss man zunächst deren Zahlungspflicht erarbeitet und erwirtschaftet haben. Jetzt finde den Unterschied.
Ich bekomme seit Jahren kein Job.Die Miete wird nur teilweise bezahlt. Angeblich Wohnung zu groß für eine Person. Lächerliche 65 Quadratmeter .
Man wird nur ausgegrenzt.
@Sybille , jammern auf hohem Niveau.👍 65 Quadratmeter, das hat manche Familie nicht. Warum warst du dann nicht bei der Demo ?
Das ist hoffentlich ein Troll-Beitrag. Ansonsten könnte man echt schlechte Laune bekommen als jemand, der in einer 35qm-Wohnung im Südpark, selbst bezahlt und zu zweit drin gewohnt hat, weil nicht mehr drin war.
Wer kommt eigentlich für die Kosten ( Polizeieinsatz) auf, die durch die abgesagte Demo entstehen ? Der Steuerzshler? Das Recht auf Demonstrationen ist im Grundgesetz verankert. Aber für die immer höheren Kosten und die permanente Bindung der Polizeikräfte sollten die Demonstrierenden selber aufkommen. Und zwar im Voraus. Da fände so manche sinnlose Demo nicht mehr statt.
„Das eigentliche Problem sei nicht eine zu hohe Grundsicherung, sondern teilweise zu niedrige Löhne.“
Der Mindestlohn ist schon eine gute Sache und verhindert niedrige Löhne.
Rechenbeispiel: 8 Stunden ×13,90Euro×21Tage=2.335,2 Euro Brutto im Monat.
2.335,2Euro ÷100%×70% = 1.634,64 Euro Netto.
Mit 1.634,64 Euro kann man schon was anfangen, zu zweit wird es sogar noch günstiger.
Jeder sollte sich verinnerlichen, dass die Unterstützung vom Staat, eine Hilfe ist, nichts anderes.
Der Staat hilft seinen Bürgern zu überleben, wenn diese es aus eigener Kraft nicht können.
Wer Luxus möchte, sollte arbeiten gehen.
Für Essen, Trinken, Strom, Übernachtung, Hygiene, Kleidung und Bildung ist gesorgt.
Luxusgüter wie Tabakwaren, Alkohol, Auto usw. ist das Geld nicht gedacht.