Demonstration „Gegen Knäste“ vor dem Roten Ochsen

Am Freitagnachmittag gab es vor der Justizvollzugsanstalt „Roter Ochse“ in Halle (Saale) eine Kundgebung gegen Gefängnisse. Rund 60 Personen haben sich beteiligt. Man sei gegen Gefängnisse, weil diese Menschen wegsperren, „aus der Gesellschaft, aus der Wahrnehmung, aus der Stadt“, hieß im Aufruf verschiedener Antifa-Gruppen.

Teilnehmer riefen unter anderem „No Justice, No Peace, No Prison, No Police“, „1, 2, 3 lasst die Gefangenen frei“, „Kein Knast, kein Staat, kein Patriarchat“, „Macht die Tore auf“ und „Freiheit den Gefangenen“. Auch Rauchbomben, Bengalos und Raketen wurden gezündet. Knäste würden Armut bestrafen. So seien bis zu 40 Prozent der Insassen mit Ersatzfreiheitsstrafen belegt, beispielsweise wegen Schwarzfahren. Man wolle die Gesellschaft radikal verändern, statt einzelne Menschen wegzusperren. Statt Geld und Profiten solle die Gesellschaft auf Freiheit und Solidarität beruhen.

Im Aufruf hieß es weiter:

Wir sind gegen Knäste, weil sie nicht geschaffen wurden, um unsere Gesellschaft gerechter zu machen. Wir sind gegen Knäste, weil sie geschaffen wurden, um Machtverhältnisse zu stützen und Privilegien zu schützen.

Menschen, die von Armut betroffen sind, landen viel häufiger in Knästen, als andere: Es wird geschätzt*, dass 30–40 Prozent aller Inhaftierungen in Deutschland auf Ersatzfreiheitsstrafen zurückgehen. Eine Ersatzfreiheitsstrafe bekommt, wer eine Geldstrafe nicht zahlen kann. Zum Beispiel wenn Menschen ohne Ticket fahren und die Strafe nicht bezahlen können. Sie werden eingesperrt, wenn sie sich Wohnraum oder weggeschmissenes Essen nehmen.

Wir sind gegen Knäste, weil sie Armut bestrafen – und aus noch vielen anderen Gründen:

Wir sind gegen Knäste, weil wir in einer Welt leben wollen, wo wir die Regeln wirklich gemeinsam entscheiden.

Wir sind gegen Knäste, weil wir Gerechtigkeit niemals in Gesetzbüchern finden werden.

Wir sind gegen Knäste, weil Menschen, die ohne Pässe leben, und BIPoC häufiger kontrolliert, verfolgt und bestraft werden. Wir sind gegen Knäste, weil Menschen dort rassistischer Gewalt und Tötung ausgeliefert sind.

Wir sind gegen Knäste, weil queere, trans* und gender non-konforme Menschen im Gefängnis noch mehr Isolation, Schikanen und Gewalt erfahren.

Wir sind gegen Knäste, weil die Verbrechen, die dort bestraft werden, aus unserer Gesellschaft heraus entstehen. Aus Strukturen und Verhältnissen, in denen wir leben und die wir als Gesellschaft hervorbringen. Es bringt nichts, diese hinter Mauern verborgen zu halten.

Wir sind gegen Knäste, weil wir diese Gesellschaft radikal verändern wollen, statt einzelne Menschen wegzusperren.

Wir sind gegen Knäste, weil sie Menschen zwingen, sich zu beklauen, sich zu misstrauen oder ihr Leben früher zu beenden.

Wir sind gegen Knäste, weil sie uns viel zu viele Tage, Monate oder Jahre, oder viel zu viele Freund_innen, Unbekannte und Genoss_innen weggenommen haben.

Wir sind gegen Knäste, weil eine Gesellschaft, die nur funktioniert, wenn Menschen eingesperrt und entmündigt werden, keine befreite Gesellschaft sein kann.

Wir sind gegen Knäste und für eine Gesellschaft, die nicht auf Geld und Profiten, sondern auf Freiheit und Solidarität basiert.

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38 Antworten

  1. Querschieber sagt:

    Was für Vollpfosten…

  2. Querschieber sagt:

    Und als erstes sollte Stefan Balliet freigelassen werden, liebe Antifa?

  3. Antifa Halle 🏳️‍🌈 sagt:

    Es wird immer schwerer, zwischen realen Forderungen und Satire zu unterscheiden. 🤔

  4. Jim Knopf sagt:

    Hasi lässt grüßen.

  5. Kalfaktor sagt:

    Schade, dass unsere Justiz so langsam ist. Hier war die Chance diesen kleinen Haufen sofort und komplett aus dem Verkehr zu ziehen.
    Und das ohne großen Aufwand.
    Tor auf, die fünf Meter reinschieben und Tor wieder zu.
    Anschließend gleich auf Iso – Station. Das Geflenne nach Mutti hätte man noch im Paulusvirtel gehört.

  6. Maria45 sagt:

    Für diesen Protest habe ich volles Verständnis, die Protestierenden sind doch ehemalige oder künftige Knackis.

  7. Heuchler kann man leicht erkennen sagt:

    Jetzt zeigt sich, wer wirklich für Freiheit und gegen staatlichen Zwang einsteht.

  8. Franz2 sagt:

    Ich komm vor Lachen nichtmehr in den Schlaf 😂 Menschen, die für sich selber in Anspruch nehmen, sich an keine Regeln zu halten, wollen irgendwas gemeinsam entscheiden ? Nach deren Logik müssten wir den Tankstellenmörder auch freilassen. Ist das Satire oder haben sich die Wohlstandsverwahrlosten schon frühs die Kante gegeben ? Ich glaube bei sowas nicht an Satire😉

    • jesse sagt:

      „frühs“

    • Anton sagt:

      @ Franz. Das wird immer schlimmer mit den Antifa. Ich glaube die sind nur am kiffen, was meinst du?

    • xxx sagt:

      „Menschen, die für sich selber in Anspruch nehmen, sich an keine Regeln zu halten, wollen irgendwas gemeinsam entscheiden ?“

      Warum nicht?

    • BR sagt:

      @Franz2
      Stell dir vor, diese Wohlstandsverwahrlosten hocken dann am Montag wieder irgendwo in der Stadt, auf der Strasse, um die Spaziergänger aufzuhalten. Dabei wieder irgendwelche Schriftzüge „Querdenker töten“, „Bullen stressen“…

      „Menschen, die für sich selber in Anspruch nehmen, sich an keine Regeln zu halten, wollen irgendwas gemeinsam entscheiden ?“

      Für mich unterste Schublade!!

  9. HR sagt:

    Die da drinne brummen haben es verdient.

    • BR sagt:

      @HR
      Recht hast du. Allerdings gehört dieser verkommen Haufen, der dort demonstriert hat, ebenfalls weggesperrt!!!

  10. 10010110 sagt:

    Ich hab Knast!

    • tomkoch sagt:

      Haste nich gelesen? Nich Knast sondern Knäste.

      Schön, das hier diesen singulären Gruppen ein Podium gegeben wird. 😂

    • \-_-/ sagt:

      Wie wäre es mit dem Quark, den du hier täglich absonderst? Der müsste dir doch reichen, oder?

  11. Franz sagt:

    Haben die noch einen ,gleich mit rein das Pack.

  12. Zu_Hause_in_Halle sagt:

    … welch ein Kontext, habe den Werbebanner der HWG. 😉

  13. Robert sagt:

    Haben die Mitglieder der Antifa in ihrer Wohngemeinschaften noch Zimmer frei ? Dann können die Knackis dort Unterkunft finden. Selbstverständlich ist Kost und Logia frei und wird von den guten Antifa finanziert.

  14. Tobi sagt:

    Psychotisch…weil die keine Drogen mehr ran kriegen

  15. Lotte sagt:

    Tobi ist so schlau wie er schön ist.

  16. Fred Schüttein sagt:

    Das sind alles Harvard Absolventen. Raketenforscher und Atomphysiker.😆😆😆

  17. 123 sagt:

    Ab in die Klapse.

    • BR sagt:

      @123
      Kein guter Vorschlag. Das kann man den Menschen dort nicht zumuten. Bei denen besteht oftmals noch ne Heilungschance, wobei bei den Antifanten Hopfen und Malz verloren ist. Am besten, irgendwo, ganz weit weg ne Insel spendieren und dieses Klientel dort abkippen!

  18. Erna sagt:

    Es sitzt keiner umsonst dort drin.

  19. BR sagt:

    @123
    Kein guter Vorschlag. Das kann man den Menschen dort nicht zumuten. Bei denen besteht oftmals noch ne Heilungschance, wobei bei den Antifanten Hopfen und Malz verloren ist. Am besten, irgendwo, ganz weit weg ne Insel spendieren und dieses Klientel dort abkippen!

  20. BR sagt:

    „Knäste“, was für ein Unwort?? Was bedeutet das???, soll das die neue Mehrzahl für Knast sein???
    Wird das demnächst das neue Deutsch?? Passiert ja seit einiger Zeit so viel Vergewaltigung der Deutschen Sprache.
    Vielleicht wollen die Antifanten hierzu mal berichten, soweit die dazu in der Lage sind??

    • 10010110 sagt:

      Na eigentlich müsste es ja Knäst*innen heißen, wenn sie konsequent wären, denn der Knast ist ja kapitalistisches Patriarchat, das überwunden werden muss. 😛 Sprache formt ja schließlich das Denken.

  21. Falko sagt:

    Schön, dass mal jemand auf die Problematik aufmerksam macht. Danke!

  22. So sagt:

    Statt Knäste Bubaks eröffnen, ja ich verstehe die Demonstranten, dad wäre die Lösung oder wenigstens Arbeitslager

  23. Erna sagt:

    Mei liwwer!!!!
    Da hat man keine Worte mehr.
    Demo gegen Knäste.
    Wie tief soll es noch gehen.
    Diese Leute sitzen nicht umsonst da drin. Wieviel Ideotie kann man eigentlich aushalten?
    Das ist jetzt das Ende der Fahnenstange.
    Für diese 60 Demonstranten wäääre bestimmt noch Platz in irgendeinem Flur im Knast.
    Meinungsfreiheit hin und her.