Deutscher Feuerwehrverband unterstützt Ermittlungen nach Sirenenzwischenfall in Halle (Saale)

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) nimmt den unerwarteten Sirenenalarm in Halle (Saale) sehr ernst, der am 10. Januar in der gesamten sachsen-anhaltinischen Stadt ausgelöst worden war, obwohl keine tatsächliche Gefahrenlage vorgelegen hatte. Die Stadt Halle geht derzeit von einem externen Cyber-Angriff auf das Sirenennetzwerk aus und hat die Polizei zur Klärung hinzugezogen. Bund, Land und Kommune waren demnach nicht Verursacher der Auslösung.

„Als zivilgesellschaftlicher Fachverband unterstützen wir gemeinsam mit Partnern die laufenden Ermittlungen und stehen den beteiligten Behörden beratend zur Seite“, erklärt DFV-Präsident Karl-Heinz Banse. Der DFV hat umgehend seine Experten für Cybersicherheit und kritische Infrastrukturen aktiviert. „In enger Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt und der Berufsfeuerwehr Halle begleiten und beraten wir die technischen und forensischen Untersuchungen. Gemeinsam werden Informationen ausgewertet, um die genaue Ursache des Vorfalls zu identifizieren und künftige Angriffe abzuwehren“, so Dr. Alexander Beck, DFV-Experte für Cybersicherheit.

Im Fokus stünden dabei:

  • Detailanalysen durch DFV-Sicherheitsexperten: Analyse der betroffenen Systeme und Bewertung potenzieller Sicherheitslücken.
  • Open Source Intelligence & Threat Intelligence: Offene Quellen und Bedrohungsinformationen werden systematisch ausgewertet, um Muster, mögliche Angreiferprofile und weitere Gefährdungspotenziale zu erkennen.
  • Gefahrenabwehr im Blick: Mithilfe dieser Erkenntnisse bewertet der DFV, in welchem Umfang weitere Kommunen, Landkreise oder vergleichbare Infrastrukturen betroffen sein könnten und welche Schutz- bzw. Abwehrmaßnahmen sinnvoll sind.

Das LKA führt unterdessen die strafrechtlichen Ermittlungen. „Die Kooperation zwischen den Strafverfolgungsbehörden und der Gefahrenabwehr hat höchste Priorität, um sowohl die Ursachen des Vorfalls schnell aufzuklären als auch weitere Risiken für kritische Infrastrukturen zu minimieren“, so Beck. Die bisherigen Untersuchungen hätten bestätigt, dass keine reale Gefahrenlage bestanden habe, der Alarm jedoch bei der Bevölkerung Verunsicherung ausgelöst habe. Parallel zu den technischen Untersuchungen werde auch der Umgang mit Warn- und Informationskanälen sowie die Resilienz von Leitstellen- und Sirenensystemen erneut geprüft.

Der DFV wird die Ergebnisse der Analysen fortlaufend mit den relevanten Partnern teilen und sich weiterhin aktiv in die Aufarbeitung einbringen. Ziel ist es, aus diesem Vorfall zu lernen, die Robustheit kritischer Systeme weiter zu erhöhen und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren deutschlandweit langfristig zu stärken.

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

8 Kommentare

  1. kein Warnmittel ist zuverlässig sagt:

    Ich will das hier ausdrücklich nicht populistisch schlechtreden, aber es wirkt schon seltsam, wie groß jetzt aufgefahren wird: Ermittlungen werden eingeleitet, externe Stellen hinzugezogen – das nimmt langsam Züge einer eigenen CSI-Folge aus Halle an. Dabei müssten solche Systeme doch längst über saubere Logging‑Mechanismen verfügen. Es müsste glasklar nachvollziehbar sein, wann eine Auslösung stattgefunden hat und von wem.
    Auch das dazugehörige Netzwerk, in dem diese Geräte eingebunden sind, müsste im öffentlichen Dienst permanent überwacht werden. Keine Behörde kommt ohne Proxy und Firewall aus. Jeder Klick wird protokolliert, damit bloß kein Beamter nebenbei online Lotto spielt oder einen Jobcenter‑Bescheid per E‑Mail verschickt, was ja aus DSGVO‑Sicht unzulässig ist. Und dann will man mir erklären, dass man ausgerechnet bei kritischer Infrastruktur wie Sirenen nach dem Prinzip „wird schon nichts passieren“ gearbeitet hat?
    Dass die Auslösung sogar in Querfurt stattgefunden hat, deutet doch klar darauf hin, dass hier ein grundlegendes Problem vorliegt. Warum tut man so, als wäre das alles ein großes Rätsel, statt offen zu benennen, dass diese Sirenen offenbar noch über Techniken wie POCSAG oder TETRA ansprechbar sind?
    Ich kenne leider auch die praktische Realität. Ich war einmal VDSL‑Kunde bei den Stadtwerken Merseburg und habe aus reinem Interesse den IP‑Range analysiert, um zu sehen, wo ich im Carrier‑Grade‑NAT lande. Dabei stieß ich nicht nur auf DSLAMs am Straßenrand mit Login‑Oberflächen, sondern auch auf Windkraftanlagen und Überwachungskameras von Supermärkten. Ich bin kein ausgebildeter Hacker gewesen – das war simple, frei verfügbare Standardsoftware.
    Das ist kein Hightech‑Versagen, das ist schlicht schlampig, bequem und offenbar unqualifiziert umgesetzt. Aber klar, lassen wir lieber die Polizei weiter Ermittlungsheld spielen. Ehrlich gesagt: Ich bin einfach nur müde von dieser Welt. Von dieser unfähigen Welt.

    • Hinweis sagt:

      Eine CSI-Folge geht netto etwa 40 Minuten.

    • Frager sagt:

      Es ist erstaunlich wie man so ganz ohne weiter Informationen so einen Mist erzählen kann. Du hast Null Hintergrundinformationen aber weißt natürlich genau was passiert ist. Du hast absolut keine Selbstzweifel dass das von die ausgedachte Szenario wahr sein kann. Es kann gar nicht anders sein.Es muss jemand von den viel zu hoch bezahlten Beamten versagt haben. Die kommt nicht in den Sinn, dass alles gut abgesichert gewesen sein kann, jemand trotzdem dahin gelangt ist, wo er nicht hingelangen sollte. Es gibt genügend Kriminelle, die über entsprechendes Wissen verfügen. Nach deiner Logik hat auch eine Tankstelle versagt, wenn sie überfallen wird. Eine gesunde Portion Kritik am eigenen Denken, täte dir gut.

      • Halle-Leser sagt:

        „Die kommt nicht in den Sinn, dass alles gut abgesichert gewesen sein kann, jemand trotzdem dahin gelangt ist, wo er nicht hingelangen sollte.“

        Wenn Du das nicht selbst merkst, ist Dir nicht mer zu helfen.
        Du hast von dem was Du erzählst noch weniger Ahnung als das Warnmittel.

    • 01000100 sagt:

      Danke für den langen und in der Sache zutreffenden Kommentar. Laß Dir nicht von „fanatischen Berufs- und Hobbytrollen“ wie Frager (Kommentar v. 07:06 Uhr) den Spaß am Kommentieren, am Meinung äußern verderben. Leute seines Schlages sind nicht so schau und weise wie sie tun.
      Leider ist es in Sachen IT-Sicherheit (und auch an vielen anderen Stellen) exakt so, wie Du es beobachtet und beschrieben hast! IT-Sicherheit kostet eine Stange Geld (Fachleute und Produkte gibt es nicht für lau!) und sie wirft, solange es keine Vorkommnisse wie diese gibt, keinen kurzfristigen Gewinn ab. Und, immer dann, wenn so etwas passiert, finden die Verantwortlichen einen Sündenbock, denn schuld sind immer die anderen!!!
      Letztlich hat tatsächlich „jemand [und nicht nur einer!!!] von den viel zu hoch bezahlten Beamten versagt“, anderenfalls hätte sich der Vorfall möglicherweise zwar auch ereignet, aber die öffentliche Reaktion wäre entschieden professioneller. Wie dem auch sei, das alte Sprichwort sagt: Die Hunde der „viel zu hoch bezahlten Beamten“ bellen, doch die Karawane zieht weiter.
      Setz dich in eine sichere erste Reihe und genieß‘ das Schauspiel!

      • Frager sagt:

        Dass du jetzt deinen Kommentar abgeben musstest, war klar. Zu deinen Hochzeiten hat man Sirenen noch mit der Hand bedient. Du hast absolut keinen Plan von IT und wie komplex so eine Sache heute ist. Es hilft reichlich wenig immer nur „Schuldige“ zu suchen. Dein Denken ist eben so einfach, wie das vom Originalschreiber. Ihr könnte sicher eure Meinung äußern, sie muss aber keinesfalls richtig sein. Und wen dann Gegenwind kommt, kann das ja nur Blödsinn sein. Ohne Einblicke in das System, habt ihr 0, in Worten Null, Ahnung.
        Da könnt ihr über Schuld und IT Sicherheit faseln wie ihr wollt. Wenn ihr alles besser wisst, wieso macht ihr dann nicht mal? Geht hin, bietet eure Dienste an und machts besser! Dumm vorm Rechner sitzen und anderen die Schuld zuschieben, kann jeder. Ich wette ihr wisst nicht mal den Hersteller der Sirenen hier in Halle.

        • 01000100 sagt:

          Getroffene Hunde bellen.
          Doch sei gewarnt: Deine Argu bewegt sich auf sehr dünnem Eis!

          • Frager sagt:

            Na Alter Mann, hast keine Argumente mehr? Dann droh mir ruhig weiter. Du hast einfach keine Ahnung wie es heute läuft, das sieht man an jeder deiner Kommentare. Deine aktive Zeit ist abgelaufen. Schon länger. Akzeptier das endlich.