„Einheit der Arbeiterklasse“: riesiges Wandbild in Halle-Neustadt nach Sanierung übergeben – Kostenbudget deutlich unterschritten 

Im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Halle (Saale), Egbert Geier, und des Geschäftsführers der Wüstenrot Stiftung, Prof. Philip Kurz, wurde heute Mittag das restaurierte Wandbild „Einheit der Arbeiterklasse und Gründung der DDR“ (1974) von Josep Renau am Verwaltungsgebäude „Am Stadion“ in einem feierlichen Festakt an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt übergeben. Begleitend berichteten Prof. Dr. Peter van Treeck und Dipl.-Restaurator Mirko Finzsch als Restauratoren der Bayerischen Hofglasmalerei – Gustav van Treeck (München) von der Durchführung der denkmalgerechten Instandsetzung.

Die Kosten für die Restaurierungsarbeiten sind mit 600.000 Euro erheblich niedriger ausgefallen als die ursprünglich geplanten 1 Millionen Euro. 

Der Bürgermeister der Stadt Halle (Saale) Egbert Geier betonte: „Die Kooperation der Stadt Halle (Saale) und der Wüstenrot Stiftung ist ein Glücksfall für den Erhalt dieses wichtigen kulturellen Erbes, das auch über die Grenzen der Stadt Halle (Saale) hinausstrahlt. Die Zusammenarbeit zwischen den Partnern war herausragend. Das Ergebnis ist fabelhaft und zeigt die hohe Kompetenz aller Beteiligten.“ Das Mosaik aus 11.136 Fliesen gehöre zu den prägendsten Kunstwerken im öffentlichen Raum in Halle-Neustadt und sei Teil des kulturellen Erbes. Deshalb sei die Sanierung wichtig gewesen. Auch die Kostenunterschreitung sei höchste Anerkennung wert.

Prof. Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, ergänzte: „Die Wüstenrot Stiftung und die Stadt Halle (Saale) sind glücklich und stolz, dass das beeindruckende Werk von Josep Renau restauriert und für die Zukunft bewahrt werden konnte. Denn auch unbequemes kulturelles Erbe der DDR sollte nicht einfach verschwinden, sondern zur Reflexion und Auseinandersetzung erhalten bleiben.“

Wandbilder des spanischen Künstlers Josep Renau (1907-1982) gehören zu den herausragenden Werken baubezogener Kunst in der DDR und sind in Deutschland nur in Halle (Saale) und Erfurt erhalten. Als operative Bauherrin verantwortete die Wüstenrot Stiftung im Rahmen ihres Programms „Baubezogenen Kunst in der DDR“ bereits zwischen 2016 und 2019 die denkmalgerechte Restaurierung und Wiederanbringung des Großmosaiks „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“ am Moskauer Platz in Erfurt.

In Kooperation mit der Stadt Halle (Saale) wurde von Mai bis Dezember 2022 nun die aufwändige Restaurierung des Wandbildes „Einheit der Arbeiterklasse und Gründung der DDR“ in Halle-Neustadt von der Wüstenrot Stiftung durchgeführt und maßgeblich finanziert. Das 11.136 Fliesen umfassende, 36 Meter hohe und 7,25 Meter breite Großmosaik wurde dabei durch das bereits in Erfurt tätige Restaurierungsteam denkmalgerecht instandgesetzt. Dabei wurden hohlliegende Fliesen gefestigt oder neu verlegt. Zerstörte Fliesen wurden mithilfe überlieferter Glasurrezepturen originalgetreu ergänzt.

Renau hatte sich übrigens bewusst für ein Fliesenkunstwerk und gegen ein gemaltes Wandbild entschieden. Grund dafür war die seiner Ansicht nach zu hohes Luftverschmutzung in Halle zur damaligen Zeit.

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Keine Antworten

  1. ff@kkj.mn sagt:

    600000 € 😯

    Da hätte man 600000/25000 = 24 Flüchtlinge 1 Jahr durchfüttern können. 😊

    Alternativ hätte man das Geld auch als Entwicklungshilfe an China zahlen oder EU-Sonderbeitrag verwenden können. 😊

  2. Halu sagt:

    Endlich auch mal wieder was Gutes in der Stadt. Nun noch das Gebäude, dann passt das schon. 👍🤗

  3. Stabü sagt:

    „Denn auch unbequemes kulturelles Erbe der DDR sollte nicht einfach verschwinden,“

    Eine einheitliche Arbeiterklasse ist natürlich Gift für kapitalistische Profitmaximerung.

  4. PaulusHallenser sagt:

    Für so einen Unsinn wie das Wandbild mit dem Titel „Einheit der Arbeiterklasse“ ist offenbar genug Geld vorhanden. Die 600.000 Euro bzw. 1 Million Euro hätte man besser in eine der vielen maroden Schulen stecken können.

    • Halu sagt:

      Genaus das ist das Problem in Deutschland. Keine Einheit der Arbeiterklasse. Ist ja auch das Ziel von Habeck & Co. Sonst wären die schon alle weg. Mußt mal Karl Marx lesen. 😛🤗

    • Ulbi sagt:

      Die Nixe an der Saale gefällt dir. Verstehe das.

    • Texas sagt:

      Das Geld kommt von der Wüstenrot-Stiftung und wenn die nun Mal dieses Bild restaurieren und keine Schule sanieren wollen dann ist das eben so.

    • Mensch Paulus, das erste vernünftige was ich von dir gehört habe.

    • PaulusHallenser schwurbelt mal wieder... sagt:

      „Die 600.000 Euro bzw. 1 Million Euro hätte man besser in eine der vielen maroden Schulen stecken können.“

      Was meinste denn, wie weit man mit dieser Summe bei den heutigen Baupreisen kommt, du kleiner Schlaumeier?

  5. Erna sagt:

    Du hast sie wohl nicht mehr Alle.

  6. Ge sagt:

    Der Bürgermeister tut so, als würde ihn sag interessieren. Ich lache mich Tod

  7. Peter Wachsmuth sagt:

    Es ist bemerkenswert, dass die „Bilderstürmer“ unterlegen waren. Und dass ist gut so! Kunst ist mehr als politischen Denken und Handeln in kurzen Zeitabschnitten.

  8. Ironieschalter sagt:

    Wenn ich schon höre – kulturelles Erbe.
    Die Fäuste am Riebeckplatz waren Ruck Zuck weg 😁

  9. Wir regestrieren jeden sagt:

    Schade. Wir hätten dieses Haus 89 in Brand stecken sollen. Samt Inhalt und diesem Dreck an der Fassade.
    Eine Schande, daß für so etwas heute Steuergelder verpulvert werden.
    Naja.
    Beim nächsten Mal wird ganze Arbeit geleistet und diejenigen die jetzt das große Maul haben und sich sicher fühlen sollten nicht vergessen, daß 89 auch die Kommunisten dachten, sie sind für immer und ewig unangreifbar und plötzlich ging es ganz schnell und sie waren weg vom Fenster.

  10. :D sagt:

    Mal liebe was wichtiges machen als sowas nur müll macht die Stadt noch

  11. Peter Lustig sagt:

    Das Gebäude hinter dem Fliesenmosaik fällt bald zusammen, aber Hauptsache das Kunstwerk steht.