Grüne Fassaden statt graue Wände


In Halle sollen die Fassaden bald aufblühen. Vor zwei Jahren hatte der Stadtrat auf Antrag der Fraktion „Mitbürger – Neues Forum“ beschlossen, dass die Stadt Fassadenbegrünungsprojekte initiieren und fördern soll. Die entsprechende Satzung legt die Stadt nun vor. Mit einer Förderung von bis zu 300 Euro können Hausbesitzer rechnen, wenn sie ihre Fassade zum Beispiel durch Rankpflanzen begrünen.

Mit einem übergroßen Andrang rechnet die Stadt aber offensichtlich zunächst nicht. 1.000 Euro will die Stadt für Flyer ausgegeben sowie 3.000 Euro für die Schaffung des Anreizsystems, seine Fassade zu begrünen.

Für die Stadtverwaltung liegen die Vorteile auf der Hand. So komme es zu einer Verbesserung des Mikroklimas über Temperatur-und Feuchtigkeitsregulierung, durch Beschattung, Wasserrückhalt sowie Verdunstung. Die Luft verbessere sich, im Sommer diene die Fassade als Wärmeschutz und damit als Energiesparer sowie im Sommer vor Überhitzung durch Schutz der Fassade durch direkte Sonneneinstrahlung. Hinzu kommen Windschutz, Lärmschutz sowie Schutz vor illegalen Graffiti.

Doch Hausbesitzer dürfen die Fassaden auch gar nicht einfach so begrünen. Si brauchen im Vorfeld eine Genehmigung durch den Denkmalschutz. Noch komplizierter wird es, wenn das Haus direkt an den öffentlichen Fußweg angrenzt. In dem Fall ist auch eine Genehmigung durch den Fachbereich Tiefbau nötig, damit an der Stelle der Fußweg aufgebrochen werden darf, um hier Pflanzungen vorzunehmen.

„Begrünte Gebäudefassaden tragen zur Abkühlung während heißer Sommertage bei, dienen der Luftreinheit und reduzieren Lärm. Die Richtlinie ist daher ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir erwarten eigentlich ambitioniertere Ziele und Maßnahmen von der Stadt“ so Wolfgang Aldag, Stadtrat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Doch der Partei gehen die Pläne der Verwaltung nicht weit genug. Die Stadt solle nicht nur den Kauf der Pflanzen finanziell fördern, sondern auch den Einsatz von entsprechenden Rankhilfensystemen und Pflanzgefäßen., fordern die Grünen in einem Änderungsantrag zur Richtlinie. „Hier muss in der Förderrichtlinie nachgebessert werden. Darüber hinaus gilt es, zeitnah weitere Begrünungsmaßnahmen in den Blick zu nehmen und Anreizsysteme dafür zu entwickeln. Dazu gehören aus unserer Sicht Dach- und Mauerbegrünungen sowie die finanzielle Unterstützung beim Rückbau von versiegelten Flächen mit anschließender Begrünung, z.B. in Innen- und Hinterhöfen. Sicher ist dann auch der bisher vorgesehene städtische Haushaltsansatz in Höhe von insgesamt lediglich 3.000 Euro zu erhöhen.“