Hallescher Kunstverein eröffnet erste Ausstellung 2026 mit Druckgrafiken von Susanne Damm-Ruczynski
Mit einer Ausstellung der halleschen Künstlerin Susanne Damm-Ruczynski hat der Hallescher Kunstverein am Mittwoch seine erste Ausstellung des Jahres 2026 eröffnet. Unter dem Titel „LEIPZIGER SCHULE | HALLE BILDER“ werden Druckgrafiken der 2022 verstorbenen Künstlerin präsentiert. Die Schau ist bis 2. April 2026 in der Kleinen Galerie des Halleschen Kunstvereins in der Großen Klausstraße 18 zu sehen. Die Ausstellung wurde am Mittwoch eröffnet.
Erinnerung an eine hallesche Künstlerin
Mit der Präsentation erinnert der Kunstverein an das vielseitige Schaffen von Susanne Damm-Ruczynski. Die Künstlerin wurde 1955 in Erfurt geboren und studierte von 1974 bis 1980 an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ihr Werk steht in der Tradition der Leipziger Schule, geprägt von Künstlern wie Bernhard Heisig, Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer, Arno Rink oder Sighard Gille Zander.
Damm-Ruczynski verstand sich jedoch nicht allein als bildende Künstlerin, sondern auch als kreative Verbündete von Schriftstellern und Dichtern. Ihre Arbeiten greifen literarische Stoffe auf und setzen sich intellektuell mit ihnen auseinander. Dabei entstehen eigenständige Bildreflexionen voller Anspielungen, Symbolik und bewusst gesetzter Verschlüsselungen.
Literarische Vorlagen als Inspirationsquelle
Besonders eindrucksvoll sind ihre grafischen Arbeiten zu Heinrich Manns Roman Professor Unrat sowie zu Erich Kästners Werk Fabian – Die Geschichte eines Moralisten. In ihnen offenbart sich ein individueller Blick auf die literarischen Vorlagen. Mit wachem Geist analysiert die Künstlerin deren Inhalte und übersetzt sie mit großer Fantasie in filigrane grafische Kompositionen, die dem Betrachter immer neue Deutungsebenen eröffnen.
Auch ihre sogenannten „Halle-Bilder“ folgen diesem Ansatz: Sie verbinden präzise Beobachtung mit symbolischer Verdichtung und laden dazu ein, die dargestellten Szenen wie Texte zu lesen.
Seit 1980 arbeitete Susanne Damm-Ruczynski freischaffend in Leipzig und Halle (Saale). Neben ihrer Tätigkeit als Malerin, Grafikerin und Illustratorin war sie auch als Gerichtszeichnerin tätig – ein ungewöhnliches Feld, das ebenfalls ihre präzise Beobachtungsgabe widerspiegelt.
Foto: Marlene I, 1981, Radierung/Aquatina, 53,5×38,5 cm
Plakat: Lutz Grumbach










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