Hallescher Stadtrat gespalten: Streit um Bücherspende des „Vereins Deutsche Sprache“ wegen „Rechtspopulismus“
Was als formale Annahme einer Sachspende für Grundschulen begann, mündete am Mittwoch im Stadtrat von Halle in eine hochemotionale Grundsatzdebatte über politische Brandmauern, Bildungsschutzräume und die Frage: Wie viel „Absender“ verträgt ein Kinderbuch? Im Kern ging es um Erstlesebücher im Wert von rund 11.000 Euro, die der Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) den halleschen Grundschulen zur Verfügung stellen möchte. Doch hinter den bunten Covern der Bücher verbirgt sich ein politischer Konflikt, der das Plenum tief spaltete. Am Ende gab es 28 Ja-Stimmen, 16 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen.
Die Fraktion Volt / MitBürger hatte eine Einzelabstimmung über diese spezifische Spende beantragt und übte scharfe Kritik am VDS. Sarah Labusga (MitBürger) ordnete Teile der Vereinsforderungen als „rechtspopulistisch“ ein. Sie verwies dabei auf die vehemente Ablehnung von Anglizismen und gendersensibler Sprache. Schwerer wog jedoch der Vorwurf der personellen Verflechtung: Ein ehemaliges Vorstandsmitglied habe am viel diskutierten Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam Ende 2023 teilgenommen. „Wir müssen genau hinschauen, nicht nur was den Kindern vorgelegt wird, sondern von wem“, warnte Labusga. Ihre Fraktionskollegin Maria Gringer ergänzte, dass Grundschulen „Schutzräume“ seien, die vor ideologischer Einflussnahme bewahrt werden müssten. Eine Spende sei niemals unpolitisch, da der Absender durch die Stadt legitimiert werde.
Auf der Gegenseite stießen diese Bedenken auf Unverständnis. Christoph Bergner (CDU) warf den Kritikerinnen vor, den gesamten Verein aufgrund von Einzelvorgängen zu „verunglimpfen“. Er mahnte ein breiteres Verständnis von Pluralität an. Noch deutlicher wurde Tim Kehrwieder (FDP). Er warf der Fraktion MitBürger vor, eine „Kontaktschuld“ konstruieren zu wollen. „Es ist eine Spende von Kinderbüchern. Fahren Sie mal ein Stück runter“, entgegnete er. Er verwies darauf, dass dem Verein auch prominente Persönlichkeiten wie Waldemar Hartmann oder Dieter Hallervorden angehörten, die man kaum als rechtsextrem bezeichnen könne.
Unterstützung erhielt die kritische Seite von Dörte Jacobi (Die PARTEI). Sie betonte, dass der VDS auch in der Fachwelt, etwa durch das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, massiv kritisiert werde. Die Relevanz des Vereins für die Sprachwissenschaft sei höchst umstritten. „Wie unsere Kinder gebildet werden, legt den Grundstein für die Gesellschaft. Deswegen sind es eben nicht nur Kinderbücher“, so Jacobi.
Damit werden die Erstlesebücher des VDS auch künftig in den Regalen der halleschen Grundschulen stehen. Die Debatte darüber, wo Sponsoring endet und politische Einflussnahme beginnt, dürfte die Stadtpolitik jedoch noch länger beschäftigen.
Der Verein Deutsche Sprache (VDS) zählt zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Wissenschaft zu seinen Mitgliedern. Ein besonders bekanntes Gesicht ist der Komiker und Schauspieler Dieter Hallervorden, der sich aktiv für den Erhalt der deutschen Sprache einsetzt. Auch der bekannte Sprachkritiker und Bestsellerautor Bastian Sick, Autor der Reihe „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, gehört dem Verein an. Aus der Musikwelt findet man unter anderem Hans-Jürgen Buchner, bekannt als Frontmann der Band Haindling, sowie den Prinzen-Sänger Tobias Künzel in den Mitgliederlisten. Der langjährige ZDF-Nachrichtensprecher und Autor Peter Hahne unterstützt die Ziele des Vereins ebenfalls durch seine Mitgliedschaft. Im Bereich der Wissenschaft war sogar der Wirtschaftsnobelpreisträger Reinhard Selten bis zu seinem Tod ein prominenter Fürsprecher. Auch der Schlagersänger Peter Kraus gehört zu den Unterstützern, die sich kritisch mit unnötigen Anglizismen auseinandersetzen, ebenso wie Kaberettist Uwe Steimle. Insgesamt vereint der VDS über 36.000 Mitglieder, die sich gemeinsam gegen die Verdrängung des Deutschen im öffentlichen Raum engagieren.









Und Nulli. Wir dürfen Nulli nicht vergessen!
Klar, kein zahlendes Mitglied und wohl auch nicht geeignet ob der oft hanebüchenen Fehler und der Heuchelei bzgl. Anglizismen.
Aber im Geiste.
„Schwerer wog jedoch der Vorwurf der personellen Verflechtung: Ein ehemaliges Vorstandsmitglied habe am viel diskutierten Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam Ende 2023 teilgenommen.“
Da haben sogar CDU-Mitglieder teilgenommen. Na und?
Bergner interessiert es auch nicht, wenn er Mitglied in einem Verein ist , der Homosexuelle heilen will. Dass Dörte auf das Keks-Institut verweisen muss, spricht gegen die CDU und FDP.